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Windows Live® Suchergebnisse KirchenstaatEnzyklopädieartikel
Kirchenstaat, auch Patrimonium Petri (lateinisch: Erbteil des Petrus), Gebiet in Mittelitalien, das der Herrschaft des Papstes unterstand. Seit dem 4. Jahrhundert fielen den Päpsten als den Bischöfen von Rom und den größten Grundbesitzern in und um Rom immer mehr öffentliche Aufgaben zu; bis zum 8. Jahrhundert erkannten sie aber noch die Oberhoheit Byzanz’ über ihr Gebiet an. Die erste bedeutende Erweiterung erfuhr der Kirchenstaat 754/756, als Papst Stephan II. von Pippin dem Jüngeren in der so genannten Pippin’schen Schenkung ehemals römisch-byzantinisches Gebiet erhielt. Durch Schenkungen, Zukäufe und Eroberungen vergrößerte das Papsttum den Kirchenstaat, bis er im 16. Jahrhundert fast das gesamte Mittelitalien umfasste. 1797, im Zuge der französischen Revolutionskriege und der napoleonischen Kirchenpolitik, wurde der Kirchenstaat zur römischen Republik erklärt, aber 1815 durch den Wiener Kongress wieder in den Grenzen von 1797 restauriert. 1860 wurde der Kirchenstaat auf das ehemalige Patrimonium Petri, Rom und Umgebung reduziert, 1870 endgültig aufgelöst und dem vereinten Italien unter König Viktor Emanuel II. eingegliedert; die weltliche Herrschaft des Papsttums war nun auf den Vatikan beschränkt, und die Päpste betrachteten sich jetzt als „Gefangene des Vatikans”. Die „Römische Frage”, d. h. die Auseinandersetzung zwischen Papsttum und italienischer Regierung über das Ausmaß der päpstlichen Souveränität in Rom, wurde erst 1929 in den Lateranverträgen gelöst.
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