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Malta

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Malta (Flagge und Hymne)Malta (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
5

Verwaltung und Politik

Nach der Verfassung von 1964, die 1974 grundlegend und erneut 1987 geändert wurde, ist Malta eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der vom Parlament für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählte Präsident. Oberstes Legislativorgan ist das Parlament, dessen 65 (maximal 69) Mitglieder in allgemeiner Wahl nach dem Verhältniswahlrecht für fünf Jahre bestimmt werden. Regierungschef ist der vom Präsidenten ernannte Premierminister; er stammt aus den Reihen der Parlamentsabgeordneten und ist dem Parlament verantwortlich. Bedeutendste politische Gruppen sind die Nationalist Party (Partit Nazzjonalista, PN) und die Labour Party (Partit tal-Haddiema, MLP).

Malta wird verwaltungsmäßig in sechs Bezirke und 60 Gemeinden gegliedert. Höchste juristische Instanzen sind das Oberste Gericht und das Verfassungsgericht. Neben maltesischem Recht gilt britisches und römisches Recht.

6

Wirtschaft

Für die Wirtschaft Maltas ist der Tourismus die bedeutendste Einnahmequelle. Das ausgesprochene Mittelmeerklima und diverse historische Sehenswürdigkeiten locken alljährlich Hunderttausende von Besuchern auf die maltesischen Inseln. Allein 1998 besuchten etwa 1,2 Millionen Auslandsgäste die Inseln und brachten Einnahmen im Wert von umgerechnet 104,6 Millionen Euro. Im Fremdenverkehr und anderen Bereichen des Dienstleistungssektors sind circa 72 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt.

Etwa 26 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten in der Industrie. Hier sind vor allem Schiffsreparaturen in staatseigenen Werften (z. B. in Valletta) von wirtschaftlicher Bedeutung. Zum produzierenden Gewerbe gehören die Verarbeitung von Nahrungsmitteln, das Verlags- und Druckereiwesen sowie die Herstellung von Textilien und Kleidung, Möbeln und Holzwaren, Tabakwaren, Transportfahrzeugen (insbesondere Schiffen), Maschinen, Gummi- und Kunststoffwaren sowie chemischen Stoffen.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft hat im Lauf der Zeit abgenommen. Seit Jahren sind rund 2 Prozent der Erwerbstätigen in diesem Sektor beschäftigt. Zwar werden 31,3 Prozent des Landes landwirtschaftlich genutzt, aber aufgrund der in vielen Regionen schwer zu bearbeitenden Böden und der hohen Bevölkerungsdichte müssen zusätzlich Lebensmittel importiert werden. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Kartoffeln, Tomaten, Melonen, Weizen, Zitrusfrüchte und Blumen. In geringerem Umfang werden Geflügel-, Kaninchen-, Rinder-, Ziegen- und Schafzucht betrieben. Das Fischereiwesen wurde in den vergangenen Jahrzehnten gezielt ausgebaut. Das Straßennetz hat eine Länge von rund 1 500 Kilometern; auf Malta herrscht Linksverkehr. Der Tiefwasserhafen von Valletta ist gut ausgebaut. Nahe der Hauptstadt befindet sich ein internationaler Flughafen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 6 375 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 62 Prozent, Industrie 34,9 Prozent, Landwirtschaft 3,2 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 15 702,80 US-Dollar. Die Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 3,40 Prozent, die Inflationsrate ist negativ und liegt bei -2,80 Prozent (2006). Die Handelsbilanz ist negativ. Zu den wichtigsten Exportgütern gehören u. a. Fahrzeuge und Maschinen, Fertigerzeugnisse und Halbwaren. Importiert werden vor allem Maschinen, Textilien, chemische Erzeugnisse, Roh- und Brennstoffe sowie Nahrungsmittel. Die wichtigsten Handelspartner sind Italien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Libyen.

Währungseinheit Maltas ist seit 2008 der Euro zu 100 Cents, der die Maltesische Lira (Lm) zu 100 Cents ablöste.

7

Geschichte

Die zahlreichen Monumente und Ruinen auf Malta sind Zeugen einer glanzvollen Vergangenheit. Die Inseln waren zunächst Kolonie der Phönizier; 736 v. Chr. wurden sie von den Griechen besetzt, welche die Kolonie Melita nannten. Danach fiel Malta zunächst unter die Herrschaft Karthagos und später Roms. Bei der Teilung des Römischen Reiches im Jahr 395 n. Chr. kam Malta zu Ostrom; 870 wurden die Inseln schließlich von den Arabern besetzt. 1090 geriet Malta unter normannische Herrschaft; später wurde es zu einem Lehen des Königreiches Sizilien. 1530 gab Kaiser Karl V. Malta dem Johanniterorden (dessen auf Malta ansässiger Zweig dann Malteser genannt wurde) zu Lehen, der die Inseln bis zum 19. Jahrhundert beherrschte. Nach einer berühmten, wenngleich erfolglosen Belagerung durch die Osmanen im Jahr 1565 umgaben die Ritter die Stadt Valletta mit Befestigungsanlagen, die zu den stärksten im gesamten Mittelmeerraum gehörten.

7.1

Britische Herrschaft

Im Jahr 1798 eroberte Napoleon die Inseln im Rahmen seines Ägyptenfeldzuges. Da die Malteser die französische Herrschaft ablehnten, suchten sie bei den Briten um Hilfe nach; 1799 belagerte der britische Admiral Horatio Nelson Valletta und erzwang so den Rückzug der Franzosen. 1814 wurde Malta im Rahmen des Friedens von Paris als Kronkolonie Teil des Britischen Reiches. Im Lauf des 19. Jahrhunderts forderten die Malteser immer nachdrücklicher das Recht auf Selbstverwaltung. 1921 gewährten die Briten der Kolonie im Gegenzug für die Hilfeleistungen während des 1. Weltkrieges eine Verfassung, die eine gewählte Kommunalverwaltung vorsah. Aufgrund der strategisch wichtigen Lage waren sämtliche Mittelmeermächte an Malta interessiert, allen voran Italien. Im Jahr 1936 machten die Briten aufgrund des zunehmend stärkeren italienischen Einflusses auf der Insel die Verfassung rückgängig. Während des 2. Weltkrieges war Malta fast täglich deutschen und italienischen Luftangriffen ausgesetzt; 1942 verlieh der britische König Georg VI. der gesamten maltesischen Bevölkerung das George Cross in Anerkennung ihrer tapferen Verteidigungsleistungen.

7.2

Unabhängigkeit

Am 1. November 1961 wurde Malta Selbstverwaltung in inneren Angelegenheiten gewährt. Die Labour Party trat im Wahlkampf vor den ersten nationalen Wahlen für eine Unabhängigkeit außerhalb des Commonwealth ein, während die andere große Partei, die Nationalist Party, die Unabhängigkeit innerhalb des Commonwealth anstrebte. Die Nationalisten konnten sich bei den Wahlen schließlich durchsetzen, und der Parteivorsitzende George Borg Olivier wurde erster Premierminister. Am 21. September 1964 wurde Malta als Mitglied des Commonwealth unabhängig, und am 1. Dezember wurde der Staat in die Vereinten Nationen aufgenommen.

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