Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Ethik", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Ethik

Windows Live® Suchergebnisse

  • EthIK AG - Ethisches Investment Köln

    Willkommen bei der EthIK AG, Ethisches Investment Köln. Auf diesen Seiten finden Sie alle Informationen rund um ökologisch und sozial verträgliche Geldanlagen.

  • ethik AG - Weg zu ethik

    Sie haben sich über Chancen und Risiken unserer Angebote informiert. Offene Fragen haben Sie schriftlich, telefonisch oder in einem persönlichen Beratungsgespräch ...

  • Ethik konkret

    Ethik konkret - Seminare, Diskussionen, Ethische Beratung ... It seems your browser can't interpret the <FRAME>-Tag. This homepage may only be browsed in a frameset-design.

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 4 von 5

Ethik

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Marcus AureliusMarcus Aurelius
Artikelgliederung
3.4. 2

Wertethiken

Als Reaktion auf Kants radikalen Formalismus entwickelten sich im 19. Jahrhundert stärker inhaltlich orientierte normative Ethiken, in deren Mittelpunkt ein Wertekatalog stand, den zu befolgen ethisch-moralisches Handeln garantieren sollte. Noch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts erlangten Max Scheler und Nicolai Hartmann mit einer phänomenologisch orientierten materialen Werteethik großen Einfluss.

3.4. 3

Spätes 20. Jahrhundert

3.4.3. 1
Meta-Ethik

Derartige inhaltliche Ethiken, die an bestimmten „festen Werten” orientiert sind, waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß. Im Prozess des Aufschwungs der sprachanalytischen Philosophie im angelsächsischen Kulturraum verlagerte sich die ethische Diskussion fort von normativen Modellen hin zu meta-ethischen. Nicht die Errichtung von Wertesystemen stand nun im Mittelpunkt des Interesses, sondern die Analyse der bewertenden Sprache: Untersucht wurden die Regeln und die Haltbarkeit von Werturteilen, wobei man sich auf die (berechtigten oder unberechtigten) Geltungsansprüche von moralischen Werten konzentrierte und nicht auf die moralische wertorientierte Bewertung von Handlungen.

3.4.3. 2
John Rawls

Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die Proteste gegen den Vietnamkrieg und die in den Industriegesellschaften auftretende Studentenrevolte gaben in den sechziger Jahren der Ethik einen explizit politischen Hintergrund. An die praktische Philosophie Kants anknüpfend legte John Rawls zu Beginn der siebziger Jahre eine auf die (sozial-)politische Thematik hin ausgerichtete Theorie der Gerechtigkeit vor, die weltweit große Aufmerksamkeit erlangte. Sie ist ein groß angelegter Versuch, Kriterien zur Beantwortung der Frage aufzuweisen, ob eine Gesellschaft dem Postulat der Gerechtigkeit gemäß eingerichtet ist oder nicht. Auch diese Theorie bindet sich zurück an ein Absolutum und höchstes Gut, denn die erarbeiteten Kriterien sollen allgemein für jede Gesellschaft und Epoche gelten. Dementsprechend entwickelte Rawls einen Katalog von absoluten Rechten, auf die jedes Individuum Anspruch hat.

3.4.3. 3
Diskursethik

Inwiefern von der Willensfreiheit des Menschen wirklich die Rede sein könne, war eines der wichtigsten Themen der Ethik in der Moderne. Jedoch kann die Problematik der echten Willensfreiheit des Einzelnen als Voraussetzung moralischen Verhaltens umgangen werden durch die ethische Diskussion vieler Einzelner im Rahmen eines Diskurses der Öffentlichkeit, der auf einen gesellschaftlichen Konsens zielt. In Deutschland entwickelten Karl Otto Apel und Jürgen Habermas in den siebziger und achtziger Jahren eine solche Diskursethik, die einen repressionsfreien, vernünftigen ethischen Diskurs forderte und als gesellschaftliche Aufgabe die politische und kulturelle Schaffung der Bedingungen der Möglichkeit eines solchen Diskurses erkannte, also einen Prozess der Demokratisierung forderte. Allerdings blieb dies zunächst eine akademische philosophische Diskussion.

3.4.3. 4
Ökologische Ethik

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts trat die philosophische Disziplin der Ethik durch die sich ständig verschärfende politische Problematik in den Bereichen der Ökologie, Medizin und Genetik aus dem akademischen Schatten heraus und stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, wobei sie auch als Disziplin innerhalb der Philosophie erneut an Profil gewann.

Die zunehmende Bedrohlichkeit der Folgen moderner Wissenschaft und Technik veranlasste daher in den vergangenen Jahrzehnten eine wachsende Zahl von Philosophen, die verantwortliche Vorausplanung der Folgen des technisch-wissenschaftlichen Handelns in das Zentrum neuer ethischer Konzepte zu stellen. Anders als bislang wurde dabei das Sollen nicht durch den Aufweis eines höchsten Guts bestimmt, sondern an der Kategorie des zu vermeidenden Übels ausgerichtet, z. B. in den Entwürfen von Walter Schulz, Hans Jonas und der Politischen Ökologie. Als das höchste Gut erscheint in dieser prekären Weltsituation die Vermeidung des schlimmsten Übels: der Vernichtung der menschlichen Gattung und der Natur des Planeten Erde. Vor diesem Hintergrund vertrat Robert Spaemann ein an der Folgenproblematik orientiertes teleologisches Konzept, dessen oberstes ethisches Prinzip die Ehrfurcht vor dem Leben ist – nicht zuletzt auch vor dem Leben künftiger Generationen und in zunehmendem Maße auch dem der Tiere.

Zurück
| | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft