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NeuseelandEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Amtssprachen in Neuseeland sind Englisch und Maori. Beinahe alle Maori sprechen Englisch, das Maori ist meist Festlichkeiten und anderen besonderen Gelegenheiten vorbehalten. Im Gegenzug wurden maorische Wörter ins Englische übernommen. Minderheitengruppen sprechen auch polynesische und asiatische Sprachen. 62 Prozent der Neuseeländer sind Christen. Größte Glaubensgemeinschaft darunter sind die Anglikaner mit einem Anteil von 22 Prozent an der Gesamtbevölkerung, 16 Prozent der Neuseeländer sind Presbyterianer, und 15 Prozent bekennen sich zur katholischen Kirche. Kleinere Glaubensgemeinschaften bilden Methodisten und Baptisten. Die meisten Maori sind Mitglieder der christlichen Kirchen Ratana und Ringatu. Darüber hinaus gibt es eine jüdische Gemeinde, Hindus und Anhänger des Konfuzianismus. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung sind konfessionslos.
Folgende Tage sind in Neuseeland gesetzliche Feiertage: Neujahr (die ersten beiden Werktage im Januar), der Waitangi-Tag (6. Februar), Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), der ANZAC-Tag (25. April), der Geburtstag von Königin Elisabeth II. (der am ersten Montag im Juni gefeiert wird), der Tag der Arbeit (vierter Montag im Oktober) und Weihnachten (25. und 26. Dezember). Der Waitangi-Tag erinnert an die Ereignisse im Jahr 1840, als Großbritannien einen Friedensvertrag mit den Maori in der Stadt Waitangi schloss (Vertrag von Waitangi). ANZAC steht für Australia and New Zealand Army Corps (Australisches und neuseeländisches Armeekorps). Der ANZAC-Tag wird zu Ehren der nationalen Streitkräfte gefeiert. Zusätzlich zu diesen Feiertagen kommt in jeder Provinz noch ein Gedenktag, an dem die Gründung der jeweiligen Provinz gefeiert wird.
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 76,1 Jahre bei Männern und 82,2 Jahre bei Frauen (2008). In Neuseeland wurde 1936 ein umfassendes Sozialsystem eingeführt, das u. a. staatliche Gesundheitsfürsorge, den Ausbau des Rentensystems und die Anhebung der sozialen Leistungen beinhaltete. 1991 wurde die Sozialfürsorge erheblich gekürzt. Besonders betroffen waren davon die Maori, die den Weißen gegenüber zwar rechtlich gleichgestellt sind, in wirtschaftlicher Hinsicht aber nicht deren Stand erreicht haben.
Es besteht eine 12-jährige Schulpflicht (2002–2003), der Schulbesuch ist kostenlos. In den meisten Regionen gibt es Vorschuleinrichtungen für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren. Die Grundschulausbildung dauert fünf Jahre. Eine Sekundarstufe ist für alle Kinder verfügbar, die die Grundschule abgeschlossen und das 14. Lebensjahr vollendet haben. Der Abschluss der weiterführenden Schule qualifiziert für den Besuch der Hochschule. Maorikinder können Unterricht in ihrer eigenen Sprache in Anspruch nehmen, und zwar bis zur Sekundarstufe, wo Maori auch als Fach unterrichtet wird. Zahlreiche Vorschuleinrichtungen (Kohanga reo) sorgen bereits in den frühen Jahren für eine Ausbildung in Maori. Sowohl die Kohanga reo als auch die Grundschulausbildung in Maori stehen auch den Nichtmaorikindern offen. Kinder, die in abgelegenen Gebieten wohnen oder aus anderen Gründen die Schule nicht besuchen können, werden über das staatliche neuseeländische Fernlehrinstitut New Zealand Correspondence School unterrichtet. In Neuseeland gibt es sieben Universitäten, 25 technische Hochschulen und fünf pädagogische Hochschulen: die University of Auckland (gegründet 1882), die Waikato University in Hamilton (1964), die Victoria University of Wellington (1899), die Massey University in Palmerston North (gegründet 1926), die University of Canterbury in Christchurch (1873), die University of Otago in Dunedin (1869) und die Lincoln University in der Nähe von Christchurch (1990). Dort sind insgesamt fast 70 000 Studenten eingeschrieben, knapp über 69 000 Studenten besuchen die technischen Hochschulen. 1991 wurden Studiengebühren eingeführt, deren Höhe vom Einkommen der Eltern abhängig ist. Es gibt ein staatliches Programm zur Erwachsenenbildung, das vom National Council of Adult Education koordiniert wird.
Die früheste neuseeländische Kultur ist die der Maori. Es gab keine Schriftkultur, die Mythen wurden mündlich überliefert (siehe Maori-Legenden). Die europäischen Siedler konnten keine eigenständige neuseeländische Kultur etablieren, das Land ist stark britisch geprägt und bewahrt viele Traditionen des Mutterlandes. Die Förderung von Kunst, Literatur und Musik erhielt einen starken Schub durch den Queen Elizabeth II Arts Council of New Zealand, der im Oktober 1963 gegründet wurde. Durch das Staatliche Bibliothekengesetz von 1965 wurde durch die Vereinigung verschiedener Bibliotheken die Gründung der Nationalbibliothek von Neuseeland in Wellington eingeleitet. Weitere wichtige Bibliotheken befinden sich in Auckland, Dunedin und an der Canterbury University in Christchurch. Kunstgalerien und Museen gibt es in den meisten größeren Städten, die ältesten dieser Einrichtungen befinden sich in Auckland. Die Auckland City Art Gallery (gegründet 1888) und das Auckland Museum (gegründet 1852) enthalten bedeutende Sammlungen. Die National Art Gallery in Wellington (gegründet 1936) ist bekannt für ihren Bestand an Werken australischer und neuseeländischer Künstler. Herausragende naturhistorische und völkerkundliche Sammlungen sind im National Museum in Wellington, im Canterbury Museum in Christchurch und im Otago Museum in Dunedin zu finden.
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