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Neuseeland

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Neuseeland (Flagge und Hymne): God Defend New ZealandNeuseeland (Flagge und Hymne): God Defend New Zealand
Artikelgliederung
6.8

Energie

Neuseeland besitzt energiewirtschaftlich ein großes Potential. 59,1 Prozent (2003) des neuseeländischen Stromes werden in Wasserkraftwerken erzeugt; der Rest wird durch die Verbrennung von Kohle und Erdgas gewonnen. Außerdem gewinnt die Erdwärme im Bereich des vulkanischen Zentralplateaus der Nordinsel als Energiequelle an Bedeutung. Wichtige Wasserkraftanlagen befinden sich an den Flüssen Waikato auf der Nordinsel und Clutha und Waitaki auf der Südinsel. Über ein Stromkabel, das unter der Cook-Straße verläuft, wird Strom von der Südinsel zur dichter besiedelten Nordinsel übertragen.

6.9

Soziales

Etwa 7 Prozent (2005) der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 22 Prozent arbeiten in der Industrie. Der überwiegende Teil ist im Dienstleistungssektor beschäftigt: etwa 28 Prozent in Sozialdiensten, 11 Prozent im Finanzsektor und etwa 21 Prozent im Groß- und Einzelhandel, in Hotels und in Restaurants. Bis in die achtziger Jahre war die Arbeitslosenquote relativ niedrig und der Lebensstandard vergleichsweise hoch. Dazu trugen das ausgedehnte Sozialsystem Neuseelands, sein traditioneller Industrieprotektionismus und die starke Rolle der Gewerkschaften bei. Die Wirtschaftsreformen, die Mitte der achtziger Jahre durchgeführt wurden, trieben jedoch die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,9 Prozent (2004). In Neuseeland gibt es etwa 80 Gewerkschaftsverbände mit über 600 000 Mitgliedern. 1991 wurde die Pflichtmitgliedschaft in der Gewerkschaft in bestimmten Wirtschaftszweigen abgeschafft, und das lange Zeit gültige staatliche Tarifverhandlungssystem wurde durch ein System von Einzelverträgen und örtlichen Lohnabsprachen abgelöst.

7

Geschichte

Der holländische Seefahrer Abel Janszoon Tasman erreichte 1642 als erster Europäer die Südinsel und gab ihr den Namen Staten Landt. Später wurden die Inseln nach der niederländischen Provinz Zeeland in Nieuw Zeeland umbenannt. 1769/70 erkundete der britische Seefahrer und Entdecker James Cook ganz Neuseeland, stellte dabei fest, dass es sich um zwei Inseln handelt, und beanspruchte diese für Großbritannien.

7.1

Die Maori

Die Inseln Neuseelands wurden gegen Ende des 1. Jahrtausends von den Maori besiedelt, einem Volk, das aus Ostpolynesien, wahrscheinlich von den Cook-Inseln oder Tahiti, stammte. Laut der Überlieferung der Maori war Kupe der Entdecker des Landes. Er gab ihm den Namen Aotearoa („Land der langen weißen Wolke“). Die ersten Einwanderer siedelten hauptsächlich in den wärmeren Küstengebieten der Nordinsel, ihre Nachkommen breiteten sich jedoch bald über beide Inseln aus. Bei der Ankunft Cooks lebten schätzungsweise 125 000 Maori auf den Inseln.

7.2

Unter britischer Herrschaft

Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert kamen europäische (vorwiegend britische) Missionare und Walfänger ins Land und gründeten Siedlungen und Handelsniederlassungen, vor allem an der Bay of Islands auf der Nordinsel. Die systematische Einwanderung begann um 1839; organisiert wurde sie von der von Edward Gibbon Wakefield 1837 in London gegründeten New Zealand Company. Binnen zehn Jahren stieg die Anzahl der europäischen Siedler in Neuseeland von etwa 2 000 auf mehr als das Zehnfache.

Um den britischen Anspruch auf Neuseeland zu sichern, entsandte Großbritannien William Hobson als Konsul nach Neuseeland, der mit den Maori-Häuptlingen die Modalitäten der britischen Inbesitznahme Neuseelands aushandeln sollte. Im Vertrag von Waitangi, der schließlich am 6. Februar 1840 von den Vertretern Großbritanniens und den Maori unterzeichnet wurde, unterstellten die Maori ihr Land der britischen Krone; als Gegenleistung erhielten die Maori die britische Staatsbürgerschaft, und die britische Krone sicherte ihnen den Schutz ihrer Besitzungen zu. Am 21. Mai 1840 proklamierte Hobson auf der Grundlage des Vertrags die britische Souveränität über die Nordinsel; die Südinsel nahm Großbritannien aufgrund der Erstentdeckung durch Cook, ohne Vertrag mit der Maori-Bevölkerung, in Besitz. 1841 wurde Neuseeland britische Kronkolonie; Hauptstadt war zunächst Auckland, ab 1865 dann Wellington.

In den Jahrzehnten nach Abschluss des Waitangi-Vertrags wurde die Besiedlung rasch vorangetrieben: 1851 lebten bereits etwa 26 000 britische Siedler in Neuseeland. Konflikte zwischen den britischen Siedlern, die sich widerrechtlich Maori-Land aneigneten, und den Maori mündeten auf der Nordinsel in die Neuseeländischen Kriege (1845 bis 1848 und 1860 bis 1872), in deren Verlauf die Maori erheblich dezimiert wurden. In der Folgezeit verfolgten die Kolonialbehörden eine gemäßigtere Politik, die schließlich zu einem beständigen Frieden zwischen den Kolonisten und der Maori-Bevölkerung führte.

Auch auf der Südinsel, die von den Kämpfen unberührt blieb und auf der nur wenige Maori lebten, schritt die Besiedlung stetig voran. 1848 entstanden zwei neue Siedlungen: Otago (heute Dunedin) und Canterbury (heute Christchurch). Die Entdeckung von Gold in Otago 1861 lockte eine neue Einwandererwelle ins Land und führte zu einem bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung. Schafzucht und Goldgewinnung waren die Haupteinnahmequellen des Landes. Die Einführung von Kühlschiffen in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts ermöglichte es Neuseeland, Frischfleisch zu exportieren – ein weiterer Anreiz für die Besiedlung und den Ausbau der Landwirtschaft.

1852 erhielt Neuseeland eine eigene Verfassung, 1856 entstand ein Parlament, und es wurde eine Zentralregierung eingesetzt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten abwechselnd liberale und konservative Gruppierungen die Regierung. Von 1891 bis 1912 regierte die Liberal Party, die mit ihren weit reichenden Sozial-, Land- und Wirtschaftsreformen die Grundlagen für das moderne Neuseeland legte.

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