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Windows Live® Suchergebnisse Michail BulgakowEnzyklopädieartikel
Michail Bulgakow (1891-1940), russischer Schriftsteller. Mit dem Roman Master i Margarita (posthum 1966, Der Meister und Margarita) gelang ihm ein Meisterwerk der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Seine Romane, Dramen und eine Romanbiographie über Molière durften erst nach 1962 erscheinen und machten ihn mit einem Schlag bekannt. Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren. Seinen Beruf als Arzt gab er zugunsten einer Schriftstellerlaufbahn auf, die er 1925 mit der an Nikolaj Gogol und Fjodor M. Dostojewskij orientierten phantastischen Erzählung D’Javoliada (Teufelsspuk) – zugleich eine groteske Satire auf die Bürokratie der Sowjetunion – sowie einigen Komödien begann. Sein 1924 in Auszügen vorabgedrucktes Romandebüt Belaja Gvardija (vollständige Ausgabe posthum 1966, Die weiße Garde) spielt zur Zeit der Revolution in Kiew und handelt vom Untergang der zaristischen Weißen Garde; Bulgakow variierte den Stoff dieses Romans im Drama Dni Turbinych (1926, Die Tage der Geschwister Turbin). Aufgrund der positiven Schilderung einer antibolschewistischen Gruppe weißer Offiziere während des Russischen Bürgerkriegs sowie dem Fehlen eines kommunistischen Helden wurden sowohl die Aufführung des Stückes als auch die Verbreitung des Romans von der sowjetischen Zensurbehörde verboten. Obgleich sich Bulgakows Werke großer Beliebtheit erfreuten, wurde der Autor ab 1930 wegen seiner satirischen Beschreibungen der sowjetischen Wirklichkeit mit einem Publikationsverbot belegt. Sein wohl bester Roman, Master i Margarita (Der Meister und Margarita), entstand zwischen 1929 und 1940; veröffentlicht wurde er jedoch erst 1966. Erzählt wird die Menschwerdung des Teufels im Moskau der dreißiger Jahre und seine abenteuerlichen Spiele mit den korrupten und amoralischen Menschen, wobei er allein die Titelfiguren verschont: Thema ist der universelle Konflikt zwischen Gut und Böse bzw. zwischen Gerechtigkeit und Macht, dargestellt anhand zweier paralleler Erzählebenen im Sowjetsystem der Gegenwart und im Judäa des Pontius Pilatus: „Ich habe gesagt, dass von jeder Staatsmacht den Menschen Gewalt geschehe”, heißt es dementsprechend im Roman. Dabei kombinierte Bulgakow Elemente der Satire, Groteske, Tragödie sowie der phantastischen Literatur. Master i Margarita wurde 1972 und 1994 verfilmt. Bulgakow starb am 10. März 1940 in Moskau. Weitere Werke des Autors sind die Erzählung Pochoždenija Čičikova (1925, Tschitschikows Abenteuer), das Drama Poslednie dni (Uraufführung 1943, erschienen posthum 1955, Die letzten Tage) und die Novelle Sobač’e serdce (posthum 1968, Hundeherz; verfilmt 1988).
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