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Minne, von althochdeutsch minna, bezeichnete ursprünglich „Gedenken”, dann „liebendes Gedenken” und schließlich „Liebe”, und zwar zunächst die helfende (erbarmende) Liebe und dann vor allem die sinnliche Liebe zum anderen Geschlecht. In der höfischen, epischen und lyrischen Dichtung des hohen Mittelalters ist die Minne das zentrale Motiv für ritterliches Handeln und Ausdruck der Beziehung zwischen Mann und Frau bzw. Ritter und höfischer Dame. Im Minnesang (siehe Minnesänger) wird zwischen „niederer Minne” und „hoher Minne” unterschieden; die niedere Minne ist sozial und ethisch auf einer tieferen Stufe angesiedelt, sie ist gleichbedeutend mit der Befriedigung des Liebestriebes. Im Unterschied dazu hält sich die hohe Minne an bestimmte idealisierte Regeln: Der Ritter sieht sich im Dienste seiner meist unerreichbaren Geliebten zu Heldentaten verpflichtet, und der Dienst für die Geliebte wird zur höchsten ethischen Norm. Zu den literarischen Werken in der Tradition des Minnesangs gehören beispielsweise Lanzelot von Chrétien de Troyes aus dem 12. Jahrhundert; Tristan und Isolde (1210) von Gottfried von Strassburg; Le Roman de la rose (um 1240) von Guillaume de Lorris und Jean de Meun sowie die Liebesromanzen aus dem Umkreis der Artus-Sage. Das Thema der Minne entwickelte Dante Alighieri in Vita nuova (um 1293, Das erneuerte Leben) und in La divina commedia (um 1321, Die göttliche Komödie) weiter sowie Petrarca in seinen Sonetten aus dem 14. Jahrhundert.
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