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Artikelgliederung
Einleitung; Erste (voralthochdeutsche) Zeugnisse; Mittelalter; Humanismus, Renaissance und Reformation; Barock; Aufklärung, Empfindsamkeit und Sturm und Drang; Klassik; Romantik; Biedermeier, Junges Deutschland, Vormärz und Realismus; Naturalismus und Moderne; Nationalsozialismus und Exilliteratur; Deutsche Literatur nach 1945
Deutsche Literatur, Bezeichnung für die schriftlich überlieferte Dichtung deutscher Sprache. Neben den klassischen Gattungen (Lyrik, Epik, Dramatik) werden ihr bis zum Ausgang des Mittelalters auch theologische, philosophische und wissenschaftliche Schriften zugerechnet sowie Werke deutscher Autoren in lateinischer Sprache. Siehe Österreichische Literatur; Schweizerische Literatur
Die frühesten Zeugnisse deutscher Sprache finden sich, abgesehen von Runeninschriften, die bis in das 5. Jahrhundert zurückreichen, in Rechtswörtern lateinischer und althochdeutscher Urkunden. Die ersten germanischen Dichtungen wurden nur mündlich überliefert, sind jedoch in ihrer Existenz durch Texte antiker Schriftsteller, wie Tacitus’ Germania (um 98 n. Chr.), bezeugt. Spuren germanischer Heldensagen gingen vermutlich in Fredegars Fränkische Weltchronik (7. Jahrhundert) und andere Chroniken der Epoche ein. Als einzig bedeutende literarische Leistung vor der Karolingerzeit gilt die Bibelübersetzung des westgotischen Bischofs Ulfilas oder Wulfila (4. Jahrhundert) aus dem Griechischen ins Gotische. Ansonsten war das Lateinische im heutigen deutschen Sprachgebiet die vorherrschende Literatursprache.
Neben der sprachgeschichtlichen Einteilung in die althochdeutsche (750-1050), frühmittelhochdeutsche (1050-1150), mittelhochdeutsche (1150-1300) und spätmittelhochdeutsche (1300-1500) Phase hat sich diejenige nach kulturellen Epochen durchgesetzt. Sie ist zum Teil identisch mit der Regentschaft bestimmter Herrscherhäuser.
Ein bedeutendes kulturelles Zentrum in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts war der Hof Karls des Großen in Aachen. Die dort wirkenden Gelehrten verfassten im Rahmen der karolingischen Renaissance ihre Werke in lateinischer Sprache, die auch im klerikalen Schrifttum dominierte. Am Beginn der deutschen Literaturgeschichte stehen lateinisch-deutsche Wörterbücher und liturgische Texte. Erstes althochdeutsches Zeugnis ist das Wessobrunner Gebet (770-790), gefolgt vom Älteren Hildebrandslied (810-820). Im Gegensatz zu diesem Heldenlied aus dem ostgotischen Sagenkreis um Dietrich von Bern blieben christliche Stoffe die Regel, wie in den Evangelienharmonien Otfrids von Weißenburg (863-871). Bei Otfrid vollzog sich der Übergang zur Endreimdichtung, die fortan häufig mit der Stabreimdichtung eine Mischform bildete, wie in den zahlreichen Segens- und Zaubersprüchen der Spruchdichtung, darunter die Merseburger Zaubersprüche.
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