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LitauenEnzyklopädieartikel
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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 8 073 Millionen US-Dollar (1996; Dienstleistungen 59,4 Prozent, Industrie 35,3, Landwirtschaft 5,3); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 2 239 US-Dollar. Von der Gesamtzahl der Erwerbstätigen sind 14 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt, 29 Prozent in der Industrie und 57 Prozent im Dienstleistungssektor (2005). Die Staatsverschuldung erreicht einen Wert von 1 200 Millionen US-Dollar. Die Inflationsrate liegt bei 13 Prozent (1996). Das Wirtschaftswachstum beträgt 7,7 Prozent (2006).
Vor der sowjetischen Annexion 1940 bestimmte die Landwirtschaft Litauens Wirtschaftsleben; mittlerweile ist die Industrie zum wichtigsten Wirtschaftsbereich geworden. Lebensmittelverarbeitung, Schiffsbau sowie die Herstellung von elektrischen Maschinen und Metallwaren sind die wichtigsten Bereiche des produzierenden Gewerbes; ferner werden Zement, Textilien, Fernsehgeräte und Papier hergestellt. Viehzucht und Milchwirtschaft gehören zu den beherrschenden Agrarbereichen, die wichtigsten Anbauprodukte sind Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben und Flachs.
Der Übergang von staatlich gelenkter Planwirtschaft zur Marktwirtschaft wurde anfangs von Produktionseinbrüchen und hohen Inflationsraten begleitet. Die Aufhebung der Wirtschaftsbeziehungen mit den früheren Sowjetrepubliken traf die Wirtschaft Litauens stark; das Bruttoinlandsprodukt sank 1992 um rund 25 Prozent. Erst in der jüngeren Vergangenheit stellte sich ein stabiles Wirtschaftswachstum ein. Ausgeführt werden vorwiegend Maschinen, Lebensmittel und Textilien; die wichtigsten Importprodukte sind Brennstoffe, elektronische Geräte und chemische Produkte. Haupthandelspartner der baltischen Republik sind Russland, Weißrussland, Lettland, die Ukraine, Deutschland, Großbritannien und Polen. Die Handelsbilanz ist negativ.
Nach dem Erreichen der Unabhängigkeit plante Litauen die Einführung einer eigenen Währung (Litas). Die litauischen Regierungsvertreter entschieden, zunächst Coupons einzuführen, die den Rubel ersetzen sollten. 1993 wurde der Litas (zu 100 Centas) als einziges gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Im März 1994 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das den Litas an den US-Dollar bindet. Im Februar 2002 wurde die litauische Währung angesichts des bevorstehenden Beitritts des Landes zur Europäischen Union an den Euro gekoppelt.
Obwohl die inländische Produktion von Energie einen Großteil des Landesbedarfs decken kann, hat die Wirtschaft sehr darunter gelitten, dass Russland für die Lieferung fossiler Brennstoffe Weltmarktpreise verlangte. Die Atomkraftwerke des Landes (baugleich mit dem Kernkraftwerk in Tschernobyl) decken 83,1 Prozent des Energiebedarfs. Technische Schwierigkeiten haben die Betreiber aber seit der Unabhängigkeit mehr als einmal gezwungen, die Anlagen vorübergehend abzuschalten. Geringe Vorkommen von Erdöl wurden in dem Gebiet der Stadt Memel (Klaipėda) gefunden; damit könnte die Mazeikiai-Raffinerie in Betrieb bleiben. Diese Raffinerie musste eine Zeit lang schließen, weil kein Erdöl vorhanden war. Sie beliefert das russische Verwaltungsgebiet Königsberg.
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