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Armenien

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Volkstänzer in ArmenienVolkstänzer in Armenien
Artikelgliederung
1

Einleitung

Armenien, historische Region in Westasien; im Altertum ein unabhängiges Land, das aus dem südlichen Kaukasien und dem nordöstlichen Kleinasien bestand. Der südwestliche Teil der Region gehört heute zur Türkei, der südöstliche zu Iran und der nordwestliche Teil zur Republik Armenien. Das Gebiet besteht aus Hochebenen, gegliedert durch Gebirgszüge. Höchster Berg ist der 5 165 Meter hohe Ararat (Ağrı Dağı). Die Quellflüsse von Euphrat, Tigris und Araks entwässern die Region. Große Seen sind der Vansee, der Urmiasee und der Sewansee. Armenien hat ein angenehmes Klima, das von kühl-gemäßigt bis subtropisch reicht. Teile der Region, besonders die Flusstäler, sind sehr fruchtbar, und es finden sich dort ertragreiche Weinberge und Obstgärten. Die hohen Tafellandgebiete dienen hauptsächlich als Weideland. Es gibt viele verschiedene Mineralien. Anders als im türkischen und iranischen Teil Armeniens werden im Bereich der Republik Armenien die Mineralvorkommen und das ertragreiche Agrarland ausgiebig genutzt.

Woher die Armenier ursprünglich einmal kamen, ist nicht bekannt; ethnologisch gehören sie zu den Kaukasiern und sprachlich zu den Indogermanen. Einige Wissenschaftler behaupten, zu ihren Vorfahren gehörten auch die Ureinwohner der Region, die Chaldäer, die gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. das Land bewohnten, sowie spätere Eindringlinge.

Das Tal des Araks (im Altertum Araxes) und die Hochebene rund um den Vansee bildeten von etwa 1270 bis 850 v. Chr. die Ländereien eines Königreiches, das manchmal Van genannt wurde, im nahe gelegenen Assyrien jedoch als Urartu (hebräisch: Ararat) bekannt war.

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Persische Eroberung

Im Jahr 612 v. Chr. wurde Armenien von den Medern erobert, die es bis 549 v. Chr. regierten. Kyros II., der Große, König von Persien und Gründer des Persischen Reiches, eroberte das Land 549 v. Chr., und Armenien wurde eine Provinz (Satrapie) des Persischen Reiches. Einige Jahre nach dem Tod Alexanders des Großen (323 v. Chr.), der Persien erobert hatte, wurde Armenien unabhängig. Antiochos III., der Große, König von Syrien, eroberte es 212 v. Chr. Er teilte es in zwei Satrapien, deren Statthalter armenische Prinzen waren. Diese Satrapien waren von 190 v. Chr. bis 94 v. Chr. unabhängige Königreiche; dann vereinigte König Tigranes der Große von Armenien sie wieder unter einer Herrschaft. Tigranes eroberte Teile Kleinasiens und Mesopotamiens, wurde dann aber 69 v. Chr. von den Römern besiegt. Das führte dazu, dass Armenien ein Satellitenstaat Roms wurde.

Im Kampf zwischen Rom und den Parthern, die in der Zwischenzeit Herrscher über Persien geworden waren, blieb Armenien soweit wie möglich neutral und autonom. Als die persischen Sassaniden die Parther im 3. Jahrhundert n. Chr. unterwarfen, übernahmen sie auch die Herrschaft in Armenien. Doch der asarkidische König Tiridates befreite mit Hilfe des römischen Kaisers Diokletian das Land. Tiridates wurde 303 zum Christentum bekehrt und errichtete eine Staatskirche – 20 Jahre bevor der römische Kaiser Konstantin das Christentum zur offiziellen Religion des Römischen Reiches erklärte.

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Christliches Armenien

Als ein Zentrum der Christenheit bekämpfte Armenien nach dem 4. Jahrhundert die Perser, die Anhänger des Zoroastrismus waren. Die Araber übernahmen mit ihrer Eroberung Persiens 642 auch die Oberherrschaft in Armenien. 653 jedoch wählte der arabische Kalif einen armenischen Prinzen zum Verwalter des Landes und ernannte ihn zum Patrizier von Armenien. Mit der Zeit wurden die Patrizier praktisch zu Königen, und 886 führten die Bagratiden wieder das Armenische Königreich ein. Sie regierten das Land während des 9. und 10. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit sind noch viele Kirchen und riesige Bewässerungsanlagen erhalten geblieben.

Die Hauptfeinde des mittelalterlichen Armeniens waren das Byzantinische Reich und die Seldschuken, die das Land im 11. Jahrhundert überrannten. Ständige Kriege veranlassten viele Armenier dazu, sich anderswo eine neue Heimat zu suchen. Eine Gruppe gründete 1082 ein Königreich, das sie Kleinarmenien nannte und das die alte Region Kilikien einschloss. Es blieb bis 1375 bestehen.

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Ein geteiltes Land

Etwa um 1240 drangen die Mongolen nach Armenien ein und herrschten bis ins frühe 15. Jahrhundert. Es folgte eine Zeit der Wirrungen, in deren Verlauf wiederum die Perser für einige Jahre Armenien regierten, und die erst endete, als die Osmanen im 16. Jahrhundert den größten Teil des Gebiets eroberten. Doch auch danach litt das Land unter unaufhörlichen Kriegen, dieses Mal zwischen Osmanen und Persern. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die Armenier, die im von Persien kontrollierten Teil des Landes verblieben waren, in einen anderen Teil des Landes gebracht. Dagegen wurden die im Osmanischen Reich lebenden Armenier bereits nach dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 unter der Führung eines armenischen Bischofs neu organisiert. Man gewährte ihnen ein großes Maß an religiöser, kultureller und politischer Selbständigkeit. Dennoch begrüßten sie die Eroberungen der Russen in Kaukasien im 19. Jahrhundert. Nachdem die Russen 1828/29 einen Teil der Region eingenommen hatten, zogen die meisten Armenier in das von den Russen besetzte Gebiet. Zunächst waren sie den Russen willkommen; vielleicht erhofften sich diese durch ihre freundschaftliche Haltung die Unterstützung der Armenier im Osmanischen Reich, falls es zu weiteren Feindseligkeiten käme.

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