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GuatemalaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der Alphabetisierungsgrad beträgt etwa 72 Prozent. Es besteht eine allgemeine Schulpflicht von 9 Jahren (2002–2003), doch ein Großteil der Jugendlichen auf dem Land bricht den Schulbesuch vorzeitig ab. Der Besuch der Bildungseinrichtungen ist theoretisch auf allen Ausbildungsebenen kostenlos. Aufgrund der geringen Anzahl an staatlichen Schulen gibt es viele kostenpflichtige Privatschulen.
Die wichtigste Hochschule Guatemalas ist die Universidad de San Carlos (1676 gegründet) in der Hauptstadt. Hier ist auch die private Universidad Rafael Landívar (1961) zu finden. Daneben gibt es drei weitere Universitäten sowie einige Musik- und Kunstakademien. Die Zahl der Studenten beträgt etwa 67 000.
Im ganzen Land gibt es etwa 100 Bibliotheken. Mehr als die Hälfte davon befindet sich in Guatemala-Stadt. Die bedeutendsten sind das Nationalarchiv und die Nationalbibliothek. In der Hauptstadt befinden sich außerdem das Museum für Archäologie und Ethnologie mit einer hervorragenden Sammlung von Gebrauchsgegenständen aus der Kultur der Maya sowie Museen für moderne Kunst, Geschichte und Naturkunde. Das Kolonialmuseum in Antigua verfügt über eine umfangreiche Ausstellung an Kunstgegenständen aus der Kolonialzeit.
Die heutige bunte und dynamische Kunst und Kultur Guatemalas wird durch den Kontrast zwischen den modernen Bräuchen in Guatemala-Stadt und den sehr lebendigen traditionellen Lebensgewohnheiten der indianischen Landbevölkerung geprägt. Das spanische Erbe tritt einerseits in der offiziellen Amtssprache zutage, andererseits in den zahlreichen Architektur- und Kunstschätzen, etwa den verschiedenen Kirchen, die im so genannten Mudéjarstil (siehe lateinamerikanische Kunst und Architektur) erbaut wurden. In Antigua, der ehemaligen Kolonialhauptstadt, die sich in der Nähe von Guatemala befindet, sind heute noch viele Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten. Das traditionell vielfältige Kunsthandwerk Guatemalas, z. B. das Weben bunt gemusterter Stoffe, die Schmuckherstellung und die Keramikarbeiten, ist eine gelungene Kombination aus indianischem Design und der technischen Kunstfertigkeit der Spanier. Die berühmten Webstoffe sind nicht nur Zierde, sondern werden von der indianischen Bevölkerung auch zur Anfertigung ihrer Alltagskleidung benutzt. Dabei verfügen viele Dörfer des Hochlands über eigene Stoffmuster und spezifische Trachten. Zu den bekanntesten guatemaltekischen Künstlern aus dem 20. Jahrhundert gehören die Schriftsteller Enrique Gómez Carrillo, Rafael Arévalo Martinez, Mario Monteforte Toledo und Miguel Ángel Asturias, der 1967 den Literaturnobelpreis erhielt. Bedeutende Maler sind Carlos Mérida, Alfredo Gálvez Suárez und Valentín Abascal. In ihren Werken spielt das indianische Erbe eine große Rolle. José Castañeda ist ein bemerkenswerter guatemaltekischer Komponist.
Der Großteil des Post-, Telefon- und Telegraphendienstes Guatemalas ist in staatlicher Hand. Guatemala hat über 100 Radio- (1998) und sechs Fernsehstationen (1997).
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