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Guatemala

Enzyklopädieartikel
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Guatemala (Flagge und Hymne)Guatemala (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
5.5

Politik

Nach dem Militärputsch von 1982 wurden alle Parteien verboten. Dieses Verbot wurde 1985 im Zuge des Übergangs zu einer Zivilregierung aufgehoben. Stärkste politische Kräfte sind das Rechtsbündnis Gran Alianza Nacional (GANA; Große Nationale Allianz), der konservative Partido de Avanzada Nacional (PAN; Nationale Fortschrittspartei), der rechtsgerichtete Frente Republicano Guatemalteco (FRG; Republikanische Front), die sozialdemokratische Unidad Nacional de la Esperanza (UNE; Nationale Union der Hoffnung), die aus der gleichnamigen Guerillaorganisation hervorgegangene Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca (URNG; Revolutionäre Nationale Einheit Guatemalas) und die Unión del Centro Nacional (UCN; Zentrumsunion).

5.6

Verteidigung

Es besteht eine Wehrdienstpflicht von 30 Monaten. Das Heer umfasst 27 000, die Luftwaffe 700 und die Marine 1 500 Soldaten (2004).

6

Wirtschaft

Seit dem 2. Weltkrieg hat die Regierung Guatemalas die Entwicklung der Bergbau- und Fertigungsindustrie verstärkt gefördert, um die übermäßige Abhängigkeit vom Kaffee- und Bananenanbau zu kompensieren. Ein Fünfjahresplan aus den siebziger Jahren beinhaltete die Steigerung des Exports, Steuererhöhungen sowie die Verwendung von Auslandskrediten zur Beschleunigung der jährlichen Wirtschaftswachstumsrate. 1985 wurden Sparmaßnahmen eingeführt, um die Menge der Einfuhrgüter zu senken und das Inlandseinkommen zu erhöhen.

Nach Angaben der Regierung leben fast 90 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Guatemala verfügt über mehr als 2,7 Millionen Arbeitskräfte, von denen etwa 39 Prozent in der Landwirtschaft, 20 Prozent in der Industrie und 38 Prozent im Dienstleistungssektor beschäftigt sind. Die größte Handelsorganisation ist die 1968 gegründete National Trade Union Front. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 35 325 Millionen US-Dollar (2006). Die Landwirtschaft trägt rund 23 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, die Industrie etwa 20 Prozent, die Dienstleistungen circa 57 Prozent.

6.1

Landwirtschaft

Das Hauptanbauprodukt ist Kaffee mit jährlich etwa 20 Prozent des Gesamtexportvolumens. Der Großteil davon wird auf weitläufigen Plantagen angebaut, die sich entlang der südlichen Grenze des Hochlands erstrecken. Weitere wichtige Anbauprodukte sind Zuckerrohr, Bananen – vorwiegend in der pazifischen Küstenebene mit einem Zentrum im Motagua-Tal sowie an der karibischen Küste – und Baumwolle. Mais, Reis, Bohnen und Weizen werden für den Binnenmarkt angebaut. Dies gilt ebenso für die Schweine- und Geflügelzucht. Die Rinderzucht befindet sich noch im Aufbau. Auf den Weideflächen Guatemalas gibt es ungefähr zwei Millionen Rinder; das größte Weidegebiet liegt an der Pazifikküste.

6.2

Forstwirtschaft und Fischerei

Ungefähr 36 Prozent der Fläche Guatemalas sind mit Wald bedeckt (2005). Die Forstwirtschaft stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Die wichtigsten Produkte sind Edelhölzer für die Möbelindustrie, aromatische Harze (Chiclegummi) und Öle. Guatemala gehört zu den führenden Produzenten von Chicle, das für die Kaugummiherstellung verwendet wird. Die Fischereierträge haben sich in den letzten Jahren extrem erhöht.

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