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Breslau

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Rathausplatz in BreslauRathausplatz in Breslau
Artikelgliederung
1

Einleitung

Breslau (polnisch Wrocław), Stadt mit Flusshafen an der Oder, im Südwesten Polens gelegen, Hauptstadt der Woiwodschaft Dolnośląskie. Über die Oder, einen wichtigen Handelsweg, ist die Stadt mit der Ostsee verbunden.

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Wirtschaft

Breslau ist eine der größten Städte Polens und ein wichtiges Industriezentrum. Die Stadt ist Handels- und Verarbeitungszentrum für die Agrarprodukte und mineralischen Rohstoffe der Umgebung, darunter Getreide, Kohle und Eisenerz. Zu den wichtigsten Produktionsbetrieben gehören Eisengießereien, Brauereien und Fabriken, in denen Textilien, Maschinen, Möbel, Schmuck, Musikinstrumente sowie Nahrungs- und Genussmittel (u. a. Spirituosen und Tabak) hergestellt werden. Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts errichteten immer mehr international tätige Unternehmen Zweigstellen in Breslau, darunter einige aus den Branchen Fahrzeugbau und Elektronik.

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Stadtbild und Kultur

Die Innenstadt erstreckt sich am Westufer der Oder. Viele kunsthistorisch herausragende Bauwerke erlitten im 2. Weltkrieg schwere Schäden und wurden anschließend rekonstruiert. Bedeutendster Kirchenbau ist die Kathedrale Sankt Johannes der Täufer, deren ältester Teil der gotische Chor (13. Jahrhundert) ist. Weitere Kirchenbauten sind die Elisabethkirche (13. Jahrhundert), die Kollegiatskirche Heiliges Kreuz (13./14. Jahrhundert) und die Kirche Sankt Maria auf dem Sande (14. Jahrhundert).

Der interessanteste Profanbau in Breslau ist das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, das im 15. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut wurde und heute das Historische Museum und eine Medaillensammlung beherbergt. Gemeinsam mit den umgebenden Bürgerhäusern bildet es ein architektonisch wertvolles Ensemble. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Nationalmuseum mit einer Sammlung schlesischer Kunst des Mittelalters, das Archäologische Museum sowie das Architekturmuseum, das den Wiederaufbau der Stadt dokumentiert. Die 1913 fertig gestellte Jahrhunderthalle wurde 2006 als eindrucksvolles Vorbild der architektonischen Moderne von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Universität Breslau wurde 1702 gegründet; sie birgt eine berühmte Bibliothek, eine Kunstgalerie und ein astronomisches Observatorium. Die Stadt ist außerdem Sitz der Technischen Hochschule Breslau und weiterer höherer Bildungseinrichtungen. Zu den meistbesuchten kulturellen Veranstaltungen gehören das Jazzfestival im April und das Oratorienfestival im September.

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Geschichte

Die Siedlung Wortizlawa an der Stelle des heutigen Breslau wurde 1017 erstmals erwähnt. Im 11. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz und 1163 Hauptstadt des neu gegründeten Herzogtums Schlesien. Während des 13. Jahrhunderts siedelten sich viele Deutsche in der Region an, 1261 erhielt die Stadt ihren deutschen Namen Breslau. Als blühendes Handelszentrum trat sie 1294 der Hanse bei. 1335 erwarb Böhmen die Stadt Breslau. Infolge der Besteigung des böhmischen Thrones durch Ferdinand I. (1526) gelangte sie unter die Herrschaft der Habsburger. 1742 kam Breslau während des Österreichischen Erbfolgekrieges mit Schlesien an Preußen und wurde zur Hauptstadt der preußischen Provinz Niederschlesien erklärt.

Mit Ausnahme einiger kurzer Zeitabschnitte militärischer Besetzung, besonders während der Napoleonischen Kriege, blieb Breslau bis zu seiner Einnahme durch sowjetische Truppen im 2. Weltkrieg (Mai 1945) Teil des preußischen Schlesien. Nach der Niederlage Deutschlands kam die Stadt, die im Krieg schwere Schäden erlitten hatte, entsprechend dem Potsdamer Abkommen an Polen, die deutsche Bevölkerung wurde zwangsausgesiedelt. Nach dem Krieg entwickelte sich Breslau zu einer der wirtschaftlich produktivsten Städte in Polen.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 635 000 (2007).

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