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Pyrenäen

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Französische PyrenäenFranzösische Pyrenäen
Artikelgliederung
1

Einleitung

Pyrenäen (französisch Pyrénées; spanisch Pirineos), Gebirgskette im Südwesten Europas, die sich zwischen dem Golf von Biscaya (Atlantischer Ozean) und dem Golf von Rosas (Mittelmeer) erstreckt und die Iberische Halbinsel naturräumlich von der Hauptmasse Europas trennt.

Die Grenze zwischen Frankreich und Spanien verläuft über den Hauptkamm des Gebirges. Etwa zwei Drittel der Pyrenäen liegen auf spanischem Territorium, ein kleines Gebiet nimmt das Fürstentum Andorra ein. Die Gesamtfläche der Pyrenäen beträgt etwa 55 374 Quadratkilometer. Das Gebirge hat eine Länge von etwa 430 Kilometern und eine maximale Breite von rund 130 Kilometern. Auf der Nordseite fällt das Gebirge steil ab, im Süden geht es allmählich in das Gebirgsvorland über.

2

Gebirgsbildung und geologischer Aufbau

Die Pyrenäen sind geologisch älter als die Alpen. Die Gesteine entstammen hauptsächlich dem Paläozoikum und dem Mesozoikum, wobei die Auffaltung des Gebirges jedoch erst während der alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär erfolgte. Zu beiden Seiten einer Zentralzone mit Graniten, Gneisen, Schiefern und Kalken schließen sich jüngere Gesteinsformationen an, deren steilgestellte Kalke Serien von Schichtkämmen und Schichtstufen bilden. Die Oberfläche der höheren Lagen unterlag auch in geologisch jüngerer Vergangenheit markanten Veränderungen; während der Eiszeiten im Quartär wurde das Relief durch die Tätigkeit von Gletschern stark überformt.

In den hoch gelegenen Zentralpyrenäen gibt es immer noch kleine Gletscher. Eine typische Erscheinung der im Vergleich zum spanischen Teil steileren französischen Pyrenäen sind die gaves – Sturzbäche, die oft von hohen Klippen herabstürzen und spektakuläre Wasserfälle bilden.

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Räumliche Gliederung

Die Pyrenäen bilden eine geschlossene Gebirgskette ohne größere Unterbrechungen und werden in West-, Zentral- und Ostpyrenäen untergliedert. Die Westpyrenäen reichen vom Golf von Biscaya bis zum Somport-Pass (Paso de Somport, 1 640 Meter hoch) und leiten zum Kantabrischen Gebirge in Nordspanien über. Dieser Abschnitt erreicht im Visaurin mit 2 688 Metern seine größte Höhe. Die Zentralpyrenäen erstrecken sich bis zum Col de la Perche und umfassen die höchsten Gipfel des Gebirgsmassivs; dies sind u. a. Pico de Aneto (3 404 Meter), die höchste Erhebung der Pyrenäen, Posets (3 371 Meter), Monte Perdido (3 352 Meter), Pico Perdiguero (3 321 Meter) und Maladeta (3 308 Meter). Die Gipfel der Ostpyrenäen, die sich bis zum Mittelmeer erstrecken, erreichen Höhen bis 3 141 Meter (Pic de Montcalm).

4

Klima, Vegetation, Tierwelt

Die Pyrenäen bilden eine markante Klimascheide: Während die französische Seite bei Jahresniederschlägen von bis zu 2 000 Millimetern immerfeucht ist, befindet sich der südliche Abschnitt im Einflussbereich des sommertrockenen Mittelmeerklimas und erhält in trockenen Jahren weniger als 500 Millimeter Jahresniederschlag.

Die trockenere Südseite ist waldärmer, vorherrschende Baumarten sind Stein- und Korkeichen sowie Schwarzkiefern. Unter den feuchteren Bedingungen des nördlichen Teils der Pyrenäen gedeihen vor allem Stieleichen, Ahorn und Kastanien, im Westen gibt es dichte Ginster- und Heidekrautbestände. In den Leeseiten der Zentralpyrenäen ist die Vegetation steppenartig, nur an feuchteren Standorten gibt es lichte Eichenbestände. An der Mittelmeerküste tritt verbreitet Macchie auf.

Die Pyrenäen bieten Lebensraum u. a. für Wölfe, Füchse und Wildschweine sowie einige Exemplare des Braunbärs. Die Vogelwelt umfasst eine Vielzahl von Arten, darunter auch Königsadler, Fischadler und Königsgeier. Der Pyrenäen-Steinbock wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet.

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