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Windows Live® Suchergebnisse Benedetto CroceEnzyklopädieartikel
Benedetto Croce (1866-1952), italienischer Philosoph, Literaturwissenschaftler, Historiker und Politiker. Mit seinen Schriften trug er wesentlich zur Überwindung des Positivismus innerhalb der italienischen Philosophiegeschichte bei. Croce wurde am 25. Februar 1866 in Pescasseroli (Provinz L’Aquila) geboren und an römisch-katholischen Schulen sowie an der Universität von Rom ausgebildet. 1903 gründete er die Zeitschrift La Critica, in welcher er den größten Teil seiner Schriften veröffentlichte. 1910 wurde er Mitglied des italienischen Senats und hatte von 1920 bis 1921 das Amt des Bildungsministers inne, das er nach dem 2. Weltkrieg erneut ausübte. Als Gegner des Faschismus verfasste er 1925 ein viel beachtetes Manifest gegen die Regierung von Benito Mussolini. 1947 gründete er das Istituto Italiano per gli studi storici (Italienische Institut für historische Studien). Croce starb am 20. November 1952 in Neapel. Croce wurde stark vom deutschen Idealismus, namentlich von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, beeinflusst. Sein eigenes Denksystem bezeichnete er als „Philosophie des Geistes”. In seinem Hauptwerk Filosofia come scienza dello spirito (1902-1917) befasste er sich mit Fragen der Ästhetik bzw. Linguistik (Estetica come scienza dell’espressione e linguistica generale; Ästhetik als Wissenschaft des Ausdrucks und allgemeine Linguistik), der Logik (Logica come scienza del concetto puro; Logik als Wissenschaft vom reinen Begriff) und der praktischen Ethik (Filosofia della pratica. Economia ed etica; Philosophie der Praxis. Oekonomik und Ethik); darüber hinaus entwarf er eine Philosophie der Geschichte (Teoria e storia della storiografia; Geschichte der Historiographie). Im Mittelpunkt hierbei stand immer die Idee von der menschlichen Kreativität. Innerhalb der Ästhetik wird Schönheit deshalb als Korrelat zwischen der Wirklichkeitswahrnehmung des Künstlers und der Umsetzung in mitteilsame Form verstanden. In seiner Analyse der Logik stellte Croce dem logischen Denken als System allgemeiner Beziehungen die spezifischeren Ausdrucksmöglichkeiten der individuellen Intuition gegenüber: dieses war gedacht als Modell von Evidenz, eines plötzlichen Erkennens des Wesens der Dinge, auf die die ästhetische Formgebung sich zu gründen habe; laut Croce erkennen wir die Dinge, bevor wir über sie nachdenken. Ein Kunstwerk ist dementsprechend der Ausdruck einer solchen Intuition in materieller Form. Die Geschichte wollte Croce als Prozess des Geistes verstanden wissen. Da ein Historiker Mensch und Natur in ihrer Beziehung zu Ursachen und Ereignissen erkläre, sollte ihm zufolge das Betätigungsfeld der Philosophen die Geschichte sein. Zu Croces weiteren Werken gehören Aesthetica in nuce (1928), Geschichte Europas im 19. Jahrhundert (1932, übersetzt 1933) und La storia come pensiero e come azione (1938, Die Geschichte als Gedanke und als Tat).
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