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ArgentinienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Das argentinische Militär gehört zu den modernsten und bestausgerüsteten in Lateinamerika und hat in der Geschichte des Landes eine tragende Rolle in nationalen Angelegenheiten gespielt. Wehrpflicht besteht für alle männlichen Staatsbürger im Alter von 20 bis 45 Jahren. Die allgemeine Wehrpflicht umfasst 14 Monate. Die Armee verfügt über circa 41 400 Soldaten, die Marine über circa 17 500 Soldaten, und die Luftwaffe hat eine Stärke von etwa 12 500 Soldaten (2004).
Die Wirtschaft Argentiniens basiert vorwiegend auf der Produktion und Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und der Viehzucht. Auch die verarbeitende Industrie und der Bergbau wiesen in den letzten Jahrzehnten ein deutliches Wachstum auf. Argentinien ist einer der größten Rinder- und Getreideproduzenten Südamerikas, wobei die führenden Industrieunternehmen in der Fleischverpackung und der Getreideverarbeitung tätig sind. Ein Großteil der Agrarprodukte geht in den Export – Hauptabnehmerländer sind die USA und Brasilien. Argentinien verzeichnet auch im Fremdenverkehrssektor hohe Einnahmen; die Zahl der Besucher des Landes stieg 1999 gegenüber dem Vorjahr um etwa 22 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 214 241 Millionen US-Dollar (2006). Die Zahl der Erwerbstätigen liegt bei etwa 18,8 Millionen (2006). Präsident Menems Privatisierungsprogramm zu Beginn der neunziger Jahre hatte den Verlust mehrerer hunderttausend Arbeitsplätze zur Folge, die Arbeitslosenzahl stieg auf 10,2 Prozent (2006).
In der Regel produziert Argentinien genügend landwirtschaftliche Erzeugnisse, um den eigenen Bedarf zu decken und Überschüsse ins Ausland zu exportieren. Von der rund 280 Millionen Hektar großen Landfläche Argentiniens wird etwas mehr als die Hälfte als Weide für Rinder- und Schafherden genutzt, etwa 11,9 Prozent sind Waldland (2005), und etwa 4 Prozent werden zum Anbau von Feldfrüchten verwendet. Etwa 10,2 Prozent der Landfläche sind für den Ackerbau nutzbar (2003). Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen ist Eigentum einiger weniger Familien. Die Pampa ist die wichtigste landwirtschaftliche Zone zum Anbau von Weizen und anderen Getreidesorten. Die bewässerten Gebiete des Río Negro, der in nördlicher Richtung durch die Provinzen Mendoza, San Juan, Tucumán und Jujuy verläuft, sind ergiebige Anbauflächen für Früchte, Zuckerrohr und Weintrauben. Von großer Bedeutung ist die Aufzucht von Rindern und deren Schlachtung, ebenso die Kühlung und Verarbeitung von Fleisch und Tierprodukten. Argentinische Pferde genießen einen hohen internationalen Stellenwert als Renn- und Polopferde. Trotz eines Rückgangs in den achtziger Jahren spielt der Rinderexport noch immer eine bedeutende Rolle im Außenhandel. Die Einnahmen durch Fleisch, Häute und Felle betragen etwa 11 Prozent der gesamten Exporteinnahmen. Argentinien war lange Zeit die führende Nation im Export von unverarbeitetem Fleisch; Fleischextrakt und konserviertes Fleisch entwickeln sich zunehmend zu Exportprodukten. Riesige Mengen an Wolle werden produziert und exportiert. Etwa 40 Prozent aller argentinischen Schafe werden in Patagonien gezüchtet. Weizen ist das wichtigste Getreide: Argentinien gehört zu den Hauptproduzenten von Weizen in der Welt. Weitere wichtige Produkte sind Mais, Hafer und Gerste. Von Bedeutung sind außerdem Sojabohnen, Mohrenhirse, Leinsamen, Sonnenblumensamen, Zuckerrohr, Baumwolle, Kartoffeln, Reis, Mate, Erdnüsse sowie Trauben, Orangen und Grapefruits.
Der größte Teil des forstwirtschaftlich relativ wenig genutzten Waldes befindet sich in den Bergregionen. Zu den kommerziell verwerteten Hölzern gehören Ulmen und Weiden für die Zellstoffproduktion, weißes Quebrachoholz (von der Baumart Aspidosperma quebrachoblanco) als Brennstoff, rotes Quebrachoholz (von der Baumart Schinopsis balansae) als Gerbstoff und Zedern zur Möbelherstellung. Weitere ökonomisch bedeutende Hölzer sind Eichen, Araukarien, Kiefern und Zypressen. Argentinien besitzt reiche Fischfanggründe, die jedoch aufgrund von begrenzten Absatzmöglichkeiten im Inland nicht voll ausgeschöpft werden. Der Fischfang umfasst vorwiegend Seehechte, Sardellen und Makrelen.
Argentinien besitzt verschiedene Bodenschätze wie beispielsweise Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Eisen- und Kupfererz. Erdöl und Erdgas gehören dabei zu den wichtigsten Rohstoffen des Landes. Allein die Fördermengen an Rohöl decken praktisch den gesamten Bedarf des Landes. Die Reserven vor der Küste lassen eine Vervielfachung der Fördermengen erwarten. Darüber hinaus werden in Argentinien kleinere Mengen Gold, Silber, Blei, Zink, Zinn, Wolfram, Glimmer, Uran und Kalk abgebaut.
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