![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 2 von 3
Artikelgliederung
In Rom haben zahlreiche Kultur- und Bildungseinrichtungen ihren Sitz, darunter die Universität Rom (gegründet 1303). Wegen seines außerordentlichen Reichtums an Kunstschätzen ist Rom ein internationales Zentrum für die Ausbildung auf allen Gebieten der Kunst. Zu den bedeutendsten Ausbildungsstätten gehören die Akademie der Schönen Künste, die Nationale Akademie für Tanz, die Nationale Akademie für dramatische Kunst, das Musikkonservatorium und das Zentralinstitut für die Restaurierung von Kunstwerken. Rom spielt nicht nur eine führende Rolle auf den Gebieten der bildenden und darstellenden Künste, sondern auch in vielen anderen Bereichen des italienischen Kulturlebens. Im Opernhaus, das zu den größten des Landes zählt, im Sommer auch in den Caracalla-Thermen, werden Opernaufführungen geboten. Außerdem gibt es in der Stadt etwa 20 Theater und sechs Konzertsäle, die außerhalb der Sommermonate mit einem vielfältigen Programm aufwarten. Im April 2002 wurde im Norden der Stadt ein Konzertpark eröffnet; das etwa 50 000 Quadratmeter große Gelände umfasst u. a. drei Konzerthallen mit 700, 1 200 und 2 700 Plätzen, die nach Plänen des Genoveser Architekten Renzo Piano erbaut wurden. Die Museen der Stadt umfassen nahezu alle Bereiche der Künste und Wissenschaften. Die älteste Kunstsammlung Roms wurde 1471 in den Kapitolinischen Museen eingerichtet und bildet heute neben den Vatikanischen Museen eine der bedeutendsten Kollektionen der Stadt. Das Nationalmuseum Villa Giulia mit einer herausragenden Sammlung etruskischer und römischer Kunst ist in dem Mitte des 16. Jahrhunderts erbauten Landhaus von Papst Julius III. untergebracht. Die Galleria Borghese mit Malerei und Plastik befindet sich in einem Palast aus dem frühen 17. Jahrhundert und geht auf die Kunstsammlung der gleichnamigen Familie zurück. Im Museo Nazionale Romano delle Terme, dessen Gebäude von Michelangelo entworfen wurde, wird griechische und römische Plastik ausgestellt, u. a. die Skulpturensammlung der Fürsten Ludovisi. Weitere bedeutende Museen sind die Gemäldegalerie im Palazzo Farnese (erbaut zwischen 1514 und 1589), der aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammende Palazzo Venezia mit einer berühmten Sammlung kleiner Bronzen aus der Renaissance und eine weitere Gemäldesammlung im Palazzo Barberini, einem Barockpalast aus dem 17. Jahrhundert. Wenige Kilometer nördlich von Rom wurde 2002 mit dem so genannten Elefantenfriedhof der bedeutendste prähistorische Park Europas eröffnet. Auf dem Gelände waren mehr als 350 000 Jahre alte Skelette von Elefanten und anderen Säugetieren entdeckt und aufwendig restauriert worden.
Der Sage nach wurde Rom 753 v. Chr. von Romulus (in einigen Darstellungen gemeinsam mit seinem Bruder Remus) gegründet (siehe Rom, Frühgeschichte). Tatsächlich wurden auf dem Palatin Spuren eines eisenzeitlichen Dorfes aus der Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. gefunden; Grabungsfunde scheinen auch den Mythos vom Raub der Sabinerinnen und dem darauf folgenden Zusammenschluss von Römern und Sabinern zu bestätigen.
Vom 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. beherrschten etruskische Könige das Gebiet, bis der letzte König Tarquinius Superbus um 510 v. Chr. gestürzt und eine Republik errichtet wurde. In der Folgezeit, die von Ständekämpfen zwischen den freien, aber rechtlosen Plebejern und den adeligen Patriziern gekennzeichnet war, begann Rom die umliegenden Gebiete anzugliedern. Nach einer Invasion der Gallier Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. wurde die so genannte Servianische Mauer um die Stadt herum gebaut. 312 v. Chr. errichtete man in Rom den ersten Aquädukt. Zur gleichen Zeit wurde die Via Appia, die die Stadt mit Süditalien verband, gebaut. Während und nach den Punischen Kriegen (264-146 v. Chr.) wuchs Rom weiter. 184 v. Chr. wurde die erste Basilika am Forum errichtet. Nach den Morden an den Brüdern Tiberius und Gaius Sempronius Gracchus (133 und 121 v. Chr.), die versucht hatten, Landreformen durchzusetzen, machte die Stadt eine Phase der Instabilität durch. Diese Krise gipfelte in den Bürgerkriegen während des 1. Jahrhunderts v. Chr. Schließlich wurde Gaius Julius Caesar Diktator und setzte eine Reihe von Reformen durch. Zu seiner Zeit war das Forum bereits mit Bauwerken und Monumenten überfüllt und musste erweitert werden. Damals wurde das Caesarforum geplant; fertig gestellt wurde es unter Augustus, dem ersten Kaiser, der auch das Augustusforum erbaute.
Wie schon zu Zeiten der Republik war Rom auch während der Kaiserzeit das Zentrum des Römischen Reiches, sowohl geographisch als auch politisch. Das riesige Ballungsgebiet verfügte über eine geeignete Wasserversorgung und gut funktionierende Kanalisation; jedoch stellte die Überbelegung der Häuser eine permanente Brand- und Einsturzgefahr dar. Augustus setzte daher die Vigiles (Feuerwehrleute) ein, die auch Polizeibefugnisse hatten, und erließ Gesetze, die die Höhe der Gebäude begrenzten. Trotzdem zerstörte 64 n. Chr. während der Amtszeit Kaiser Neros ein verheerender Brand weite Teile der Stadt. Unter der Dynastie der Flavier (69-96 n. Chr.) begann eine umfangreiche Bautätigkeit. Zu ihren bedeutendsten Bauwerken gehörte das Kolosseum, ein Amphitheater, in dem u. a. Gladiatorenkämpfe stattfanden. Anfang des 2. Jahrhunderts errichtete Kaiser Trajan das letzte der Kaiserforen. Zu jener Zeit waren großzügige Thermen, von denen einige sogar über Bibliotheken verfügten, zum festen Bestandteil des urbanen Lebens geworden. Die größte Thermenanlage wurde im 3. Jahrhundert von Caracalla und Diokletian erbaut. Als sich der Niedergang des Kaiserreiches bereits abzuzeichnen begann, wurde im 3. Jahrhundert eine neue, weitere Mauer um die Stadt gebaut, die Aurelianische Mauer. Schließlich verlegte Kaiser Konstantin der Große die Hauptstadt des Reiches nach Konstantinopel, dem christlichen „Neuen Rom”. Obwohl nun der Verfall Roms einsetzte, wurden in dieser Zeit bedeutende christliche Basiliken errichtet.
Im 5. Jahrhundert wurde Rom mehrfach von eindringenden germanischen Stämmen geplündert – 410 von den Westgoten, 455 von den Wandalen. Sowohl der Einfall der Ostgoten im 6. Jahrhundert als auch die darauf folgende erneute Besetzung durch die Byzantiner und die damit einhergehende Zerstörung leiteten den endgültigen Niedergang der Stadt ein, der erst durch den Aufstieg des Papsttums im Mittelalter wieder gestoppt werden konnte. Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert folgten weitere Bedrohungen und Plünderungen durch Langobarden, Sarazenen und Normannen, so dass sich die bebauten Gebiete zeitweise auf die Ufer des Tiber beschränkten.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |