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    Dieser Artikel befasst sich mit dem Philosophen Friedrich Engels. Zu weiteren Bedeutungen von Engels siehe Engels (Begriffsklärung).

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Friedrich Engels

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Friedrich EngelsFriedrich Engels
Artikelgliederung
1

Einleitung

Friedrich Engels (1820-1895), deutscher Unternehmer und revolutionärer Politökonom; zusammen mit Karl Marx Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus.

Engels wurde am 28. November 1820 in Barmen (heute Wuppertal) als Sohn eines Textilfabrikanten geboren. Er besuchte das Gymnasium in Wuppertal-Elberfeld, das er aber 1838, ein Jahr vor dem Abitur auf Wunsch des Vaters verließ, um in dessen Firma (seit 1837 auch unter dem Namen Ermen & Engels in Manchester ansässig) einzutreten. Im Zuge seiner kaufmännischen Ausbildung lebte der junge Engels von 1838 bis 1841 in Bremen, wo er in Verbindung stand mit der Bewegung des Jungen Deutschland um Ludwig Börne, Karl Gutzkow und Heinrich Heine und unter dem Pseudonym Friedrich Oswald unter dem Titel Briefe aus dem Wupperthal seine ersten sozialkritischen Artikel schrieb. 1841 absolvierte er in Berlin seine einjährige Militärpflicht, was sein lebenslanges Interesse an militärhistorischen und -theoretischen Fragen weckte.

2

Einflüsse und frühe Schriften

Während seiner Berliner Zeit kam Engels in Kontakt mit den Junghegelianern (siehe Hegelianismus) um Bruno Bauer und Max Stirner sowie dem Philosophen Moses Hess, der ihn davon überzeugte, dass die logische Konsequenz der Hegel’schen Dialektik der Kommunismus sei und dass die in England schon voll in Gang befindliche industrielle Revolution den Boden dafür vorbereite. Deshalb folgte der inzwischen knapp 22-jährige Engels gern dem Wunsch des Vaters, in dessen Firmensitz in Manchester einzutreten. Auf dem Weg dorthin traf er 1842 in Köln zum ersten Mal mit Karl Marx zusammen, der damals bei der Rheinischen Zeitung arbeitete.

Während seiner Zeit in Manchester (1842-1844) lernte er die englischen Chartisten kennen sowie die Frühsozialisten um Robert Owen und sammelte vor Ort Material für seine Schriften Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie (erschienen 1844 in den von Marx herausgegebenen Deutsch-Französischen Jahrbüchern) und Die Lage der arbeitenden Klasse in England (1845), in denen er erstmals, sozusagen in den Fußstapfen von Moses Hess, die Grundzüge seiner kommunistischen Weltanschauung darlegte und mit denen er Marx maßgeblich beeinflusste und seinen eigenen Ruf als revolutionärer Politökonom begründete.

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Beginn der Zusammenarbeit mit Marx

Derart vorgeprägt traf Engels 1844 während seiner Rückreise nach Barmen in Paris zum zweiten Mal mit Karl Marx zusammen und stellte dabei eine weitgehende Übereinstimmung ihrer Anschauungen fest. In diesen zehn Pariser Tagen begann eine lebenslange und derart enge Zusammenarbeit und Freundschaft, wie sie in der Geschichte wohl nicht so häufig sein dürfte. Ihre Freundschaft ging so weit, dass Engels 1851 behauptete, Vater eines von Marx gezeugten Kindes mit dessen Haushälterin zu sein, um ihn in der Öffentlichkeit zu schützen. Der erhaltene Briefwechsel zwischen beiden umfasst etwa 1 400 Briefe und dokumentiert, wie sehr jeder Motor für den jeweils anderen war – Marx zweifellos als der führende theoretische Kopf, Engels eher als Praktiker, der sich bis zum Tod von Marx freiwillig und geduldig damit begnügte, „die zweite Geige zu spielen”. Dies führte nicht zuletzt dazu, dass bis heute die Rolle von Engels in der Geschichte des Marxismus zu gering eingeschätzt wird.

Die ersten gemeinsamen Veröffentlichungen waren die 1845/46 entstandenen Schriften Die Heilige Familie und die Deutsche Ideologie, die allerdings erst 1932 veröffentlicht wurde. Mit diesen beiden Schriften grenzten sich beide endgültig von den Linkshegelianern ab und entwickelten ihre kommunistischen Grundsätze. Zu dieser Zeit lebte Marx bereits im Exil in Brüssel, während Engels noch als Geschäftsmann zwischen Barmen, Brüssel, Paris und London pendelte. Gemeinsam wirkten sie darauf hin, dass die 1836/37 gegründete Arbeiterorganisation Bund der Gerechten 1847 in Bund der Kommunisten umbenannt wurde; 1847/48 verfassten sie gemeinsam das Kommunistische Manifest als programmatische Grundlage des Bundes. Die Feder führte dabei zwar Marx, aber die treibende Kraft war Engels, der schon 1847 seine Grundsätze des Kommunismus veröffentlicht und damit Marx ein weiteres Mal maßgeblich beeinflusst hatte.

Während der Märzrevolution in Deutschland 1848/49 war Engels als Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung und aktiv an den Aufständen in Baden und in der Pfalz beteiligt. Nach deren Niederschlagung emigrierte er 1849 nach England, wo er wieder mit Marx zusammentraf und ihn in der Folgezeit auch finanziell unterstützte. Von 1850 bis 1869 arbeitete Engels in der Firma seines Vaters, deren Mitinhaber er 1864 wurde. Nach Verkauf seiner Anteile 1869 zog er als wohlhabender Mann nach London, nicht zuletzt, um seine Zusammenarbeit mit Marx intensivieren zu können. Ohne Engels’ finanzielle Hilfe für den stets Not leidenden Marx wäre vermutlich dessen Analyse und Kritik des Kapitalismus nie geschrieben worden.

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Symbiose mit Marx und späte Werke

Ab 1870 fungierte Engels als Sekretär für die Internationale Arbeiterassoziation, die Erste Internationale, um Marx zu entlasten, und betätigte sich als Publizist, Redner und Organisator innerhalb der kommunistischen Bewegung. Gemeinsam mit Marx verfolgte er von London aus auch weiterhin aufmerksam und kritisch die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie, die sich u. a. in der gemeinsamen Schrift Kritik des Gothaer Programms (1875) niederschlug. In einer Art Arbeitsteilung mit Marx konzentrierte sich Engels auf naturwissenschaftliche, anthropologische und militärtheoretische Problemstellungen sowie solche der internationalen Politik, während Marx an seinem Hauptwerk Das Kapital arbeitete und dabei häufig Engels’ Rat einholte. Seinerseits versuchte Engels, die von Marx entwickelte Dialektik der ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung (historischer Materialismus) auf Grundlage der damaligen naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu einer Dialektik des Naturgeschehens (dialektischer Materialismus) zu erweitern. Noch zu Lebzeiten von Marx erschienen seine Schriften Anti-Dühring (1878), Dialektik der Natur (1873 bis 1883) sowie Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (1882); nach Marx’ Tod 1883 veröffentlichte Engels Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates (1884), Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888) und Revolution und Konterrevolution in Deutschland (1896).

Nach der Spaltung der Ersten Internationale 1872 stand Engels ständig in Verbindung mit der europäischen sozialistischen Bewegung, vor allem der deutschen Sozialdemokratie, und übte auf Programmatik und Politik der 1889 gegründeten Zweiten Internationale großen Einfluss aus. In erster Linie aber widmete er sich nach Marx’ Tod der Kompilierung, Redaktion, Ergänzung und Herausgabe der von Marx in teilweise chaotischem Zustand hinterlassenen Manuskripte zu Band II (erschienen 1885) und Band III (erschienen 1894) des Kapital.

Nach Marx’ Tod wurde Engels zum bedeutendsten Propagandisten dessen, was nun als Marxismus bezeichnet wurde und 1917 zur russischen Oktoberrevolution und 1949 zur Gründung der Volksrepublik China führte, die beide neben den zwei Weltkriegen zweifellos zu den herausragendsten Ereignissen des 20. Jahrhunderts gehören. Stets fühlte sich Engels dabei dem Wort von Marx verpflichtet, dass es nicht darum gehe, die Welt zu interpretieren, sondern sie zu verändern. In diesem Sinn hat er – freiwillig, aber kongenial im Schatten von Marx stehend – seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Geschichte des 20. Jahrhunderts mitgeprägt. Engels starb am 5. August 1895 in London.

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