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Römische Kunst und Architektur

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Maxentius-Basilika auf dem Forum Romanum (307-310)Maxentius-Basilika auf dem Forum Romanum (307-310)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Römische Kunst und Architektur, die Kunst und Architektur der römischen Antike, nicht nur im engeren Sinn die offizielle repräsentative Kunst der Stadt Rom selbst, sondern des gesamten Römischen Reiches, das zur Zeit seiner höchsten Blüte den größten Teil Europas und Kleinasiens umfasste. Im Verlauf ihrer Entwicklung integrierte sie verschiedene Einflüsse und Stilmerkmale der altitalischen, etruskischen (siehe etruskische Kultur) und griechischen Kunst. Nach dem Übertritt Kaiser Konstantins des Großen zum Christentum und der Verlegung der Hauptstadt von Rom nach Konstantinopel (330 n. Chr.) wird sie in der Regel als spätantike Kunst bezeichnet. Sie ging Ende des 6. Jahrhunderts in die frühchristliche Kunst über, wobei im Zuge des Auflösungsprozesses des Römischen Reiches dessen einzelne Teile unterschiedliche Entwicklungen nahmen, die prägenden Einflüsse Roms jedoch weiterhin wirksam blieben und sich bis in die Neuzeit in der gesamteuropäischen Kunstentwicklung geltend machten.

Die römische Kunst lässt sich in zwei große Abschnitte einteilen: die Kunst der Römischen Republik seit ihren ersten Anfängen (bis 27 v. Chr.) und die Kunst der römischen Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 395 n. Chr.). Während in der Zeit vor dem 2. Jahrhundert v. Chr. eigentlich noch nicht von einer römischen Kunst gesprochen werden kann, begann mit der Erringung der Vorherrschaft über ganz Italien und den Mittelmeerraum durch die Römer der Weg zu einer eigenständigen Entwicklung. Durch Adaption insbesondere griechischer und hellenistischer Stileinflüsse, die mit Eigenschöpfungen verschmolzen, bildete sich ein spezifisch römischer Stil in den Bereichen Architektur, Bildhauerei, Malerei und Mosaikkunst heraus, der zunächst in erster Linie dem Zweck diente, die politisch-militärische Macht Roms zu manifestieren. Die individuelle Leistung des Künstlers trat damit gegenüber dem Repräsentationscharakter des Kunstwerkes in den Hintergrund, so dass trotz bedeutender Leistungen, die die römische Kunst auf den verschiedensten Gebieten hervorbrachte, nur wenige Namen römischer Künstler überliefert sind.

2

Architektur

Durch die zahlreichen Überreste römischer Bauten und nicht zuletzt durch die Aufzeichnungen des römischen Architekten Vitruv (De Architectura) aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. lässt sich ein klares Bild der römischen Architektur zeichnen, für deren Ausbildung politisch-militärische (Vergrößerung des Römischen Reiches) und repräsentative Gründe ausschlaggebend waren. Große Bedeutung kam deshalb neben dem Sakralbau Ingenieurleistungen wie dem Bau von Straßen, Brücken und Wasserleitungen, der Städteplanung und öffentlichen Bauten wie Versammlungsgebäuden, Thermen und Theatern zu.

3

Stadtplanung

Während ältere Städte wie Rom, die vor der Zeit einer eigentlichen Stadtplanung gegründet wurden, aus einem Netz verwinkelter Straßen bestanden und unkontrolliert in die Breite wucherten, besaß die planmäßig angelegte Stadt der späten Römischen Republik einen annähernd rechteckigen Grundriss, wobei das römische Militärlager als Vorbild diente: Um zwei Hauptachsen – Cardo (in Nord-Süd-) und Decumanus (in Ost-West-Richtung) – gruppierte sich ein Netz kleiner Straßen, das die Stadt in quadratische Viertel teilte. Die Stadt war mit einer Stadtmauer umgeben, wie in Regensburg, dem römischen Legionärskastell Castra Regina. Den Mittelpunkt jeder Stadt an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen bildete das Forum, ein großer Platz in Anlehnung an die griechische Agora, der von Ladenreihen, Tempeln und öffentlichen Gebäuden, wie der Kurie und der Basilika, gesäumt war. Die ersten Basiliken wurden Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. auf dem Forum Romanum erbaut. Eine gut erhaltene Basilika aus der Zeit um 120 v. Chr. wurde bei Pompeji entdeckt.

3.1

Sakralbauten

Der römische Podiumstempel orientierte sich an etruskischen und griechisch-hellenistischen Bauformen. Er war auf einem rechteckigen Grundriss errichtet und besaß nur an der Vorderseite eine Säulenvorhalle, während die Seitenwände lediglich mit Säulen verblendet waren (so genannter Pseudodipteros). Ein Beispiel dieses Tempeltyps ist die Maison Carrée (spätes 1. Jahrhundert v. Chr.) in Nîmes. Die Römer entwickelten neben der toskanischen Säule, die ebenso wie die traditionellen griechischen Säulenordnungen (dorisch, ionisch, korinthisch) verwendet wurde, die Kompositordnung, die aus einer Mischung ionischer und korinthischer Elemente entstand.

Neben der kanonischen Form des Podiumstempels waren auch Rundtempel mit einfacher umlaufender Säulenhalle (Monopteros) verbreitet. Der größte antike Kuppelbau war das römische Pantheon (118-128 n. Chr.).

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