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Geld

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Einleitung

Geld (aus mittelhochdeutsch gelt: Zahlung, Vergütung; altsächsisch geld: Bezahlung, Opfer, Lohn) allgemein anerkanntes Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit. Geld ist gegen wirtschaftliche Güter (Waren und Dienstleistungen) eintauschbar und wird innerhalb eines bestimmten Geltungsbereichs als Tauschmittel akzeptiert.

Durch das Geld als Recheneinheit werden alle Güter vergleichbar und addierbar; ohne Geld wäre nur Realtausch möglich. Es könnten nur relative Preise ermittelt werden: Gut I ist x-mal mehr wert als Gut II. Absolute Preise sind nur möglich, wenn der Wert eines bestimmten Gutes absolut festgesetzt wird und sich über dessen Wert alle anderen Güterpreise bestimmen. Es ist üblich, diesen absoluten Preis gleich eins zu setzen. Als Recheneinheit kann theoretisch jedes beliebige Gut benutzt werden, praktisch finden aber meist Güter Verwendung, die gleichzeitig als leicht bewegliche Tauschmittel geeignet sind (siehe Wampum).

Wichtigste Voraussetzung für die Geldwirtschaft ist das Vertrauen der Wirtschaftssubjekte in die allgemeine Akzeptanz dieses Tauschmittels: Wer ein Gut gegen Geld abgibt, muss darauf vertrauen können, dieses Geld in Zukunft wieder gegen andere Güter eintauschen zu können. Dieses Vertrauen ist prinzipiell davon unabhängig, ob das Geld selbst einen entsprechenden Materialwert darstellt, wie bei Goldmünzen, oder nicht, wie dies bei Papiergeld der Fall ist.

Geld dient auch als Wertaufbewahrungsmittel: Die durch den Verkauf eines Wirtschaftsgutes erlangte Kaufkraft kann in Form von Geld als Vermögenswert gelagert werden.

Bargeld gilt in modernen Gesellschaften als gesetzliches Zahlungsmittel. Kraft Gesetz muss es von jedermann als Gegenwert für eine Leistung akzeptiert werden, wenn die Gegenleistung ausschließlich in Geldeinheiten bestimmt ist.

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Geld und moderne Wirtschaft

In einer arbeitsteiligen Wirtschaft spezialisiert sich jedes Wirtschaftssubjekt auf die Produktion bestimmter Güter. Es werden nur wenige oder gar keine der Waren und Dienstleistungen erstellt die der Deckung des eigenen Bedarfs dienen. Daher sind die einzelnen Wirtschaftssubjekte auf den Tausch angewiesen. Ein Tausch Gut gegen Gut ist jedoch problematisch: Es muss ein anderer gefunden werden, der das gleiche Gut nachfragt, das man selbst anbietet, und gleichzeitig etwas anbietet, das man selbst benötigt. Außerdem müssen beide Wirtschaftssubjekte sich über den Wert der beiden Tauschgüter einigen. Der Einsatz von Geld erleichtert den Handel wesentlich. In den modernen, arbeitsteiligen Volkswirtschaften ist es unentbehrlich: Jedes wirtschaftliche Gut kann in Geldeinheiten bewertet und jeder Tausch in Geldeinheiten berechnet werden. Dies ermöglicht es den Tausch in zwei nicht gleichzeitig verlaufende, voneinander unabhängige Akte zu zerlegen: Gut gegen Geld und Geld gegen Gut. Es findet ein indirekter Tausch statt.

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Geldarten

Unterschiedliche Zahlungsmittel werden vom Gesetzgeber festgelegt: 1. Hart- oder Münzgeld; in Deutschland sind zurzeit nur Scheidemünzen im Umlauf, deren Nominalwert über ihrem Metallwert liegt. 2. Papier- oder Zeichengeld; die Banknoten werden von der jeweiligen Zentralbank ausgegeben. Innerhalb des Eurowährungsraumes verfügt die Europäische Zentralbank über das exklusive Recht, die Ausgabe von Banknoten zu genehmigen. Dabei sind die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken – in Deutschland die Bundesbank – zur Ausgabe von Banknoten berechtigt. Die Höhe des Notenumlaufs, das ist die ausgegebene Menge an Banknoten, ist gesetzlich nicht begrenzt. 3. Buch- oder Giralgeld; das sind Geldbeträge, die auf Konten bei Geld- und Kreditinstituten für Zahlungszwecke zur Verfügung stehen. Es kann jederzeit in Bargeld umgewandelt werden. Zum Buchgeld zählen Sichteinlagen und Mittel, die durch Kredite bereitgestellt werden. Über Buchgeld kann durch Überweisung, Lastschrift, Scheck usw. verfügt werden. Die Buchgeldmenge ist wesentlich höher als die Bargeldmenge (Banknoten und Münzen). Im Verständnis der Wirtschaftswissenschaften zählt alles zum Geld, was Träger von Kaufkraft ist. Neben den staatlich vorgeschriebenen Zahlungsmitteln (Münzen, Banknoten, Buchgeld) werden damit auch Geldersatzmittel und das Warengeld einbezogen. Geldersatzmittel sind Wechsel und Schecks, wenn sie als selbständige Zahlungsmittel im Umlauf sind und somit Bargeld oder Buchgeld ersetzen. Unter Warengeld versteht man begehrte Konsumgüter, die gegen andere Wirtschaftsgüter eingetauscht werden, z. B. Zigaretten. In Deutschland übernahmen sie zwischen dem Ende des 2. Weltkrieges und der Währungsreform im Jahr 1948 die Rolle des Geldes als Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit, nachdem das Vertrauen in die Deutsche Reichsmark verloren gegangen war. In einer Volkswirtschaft, in der die Wirtschaftssubjekte Vertrauen in die Landeswährung haben, hat das Warengeld keine Bedeutung.

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Währungssysteme

Das gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes bezeichnet man als Währung. Man unterscheidet zwischen gebundenen und freien Währungen. Die gebundenen Währungen sind an bestimmte Metalle gebunden; beim Monometallismus an ein einziges Metall (Goldwährungen, Silberwährungen), beim Bimetallismus an zwei Metalle. Die wichtigsten Goldwährungen sind die Goldumlaufswährung, die Goldkernwährung und die Golddevisenwährung. Bei der Goldumlaufswährung fungieren Goldmünzen als das einzige Zahlungsmittel. Der Wert der Münzen stimmt mit dem Wert des in ihnen enthaltenen Goldes überein. Goldmünzen waren im Deutschen Reich zwischen dem 27. Juni 1907 und dem 31. Mai 1909 die einzigen gesetzlichen Zahlungsmittel. Da jedoch gleichzeitig auch Banknoten umliefen, handelte es sich nicht um eine Goldumlaufswährung im engeren Sinne. Bei der Goldkernwährung sind Geld- und Goldmenge nicht mehr identisch. Neben den Goldmünzen besteht Papiergeld, das jederzeit gegen Gold einlösbar ist. Das Papiergeldvolumen muss nur zu einem bestimmten Teil durch Goldreserven gedeckt sein. Das Deckungsverhältnis ist staatlich vorgeschrieben, z. B. 4:1. Das Austauschverhältnis zwischen Papiergeld und Gold ist durch die Goldparität festgelegt. Bei der Golddevisenwährung werden die Noten durch Gold und Golddevisen gedeckt. Golddevisen sind Zahlungsanweisungen in einer anderen Währung, die bei den ausländischen Notenbanken in Gold eingelöst werden können.

Heute sind weltweit freie Währungen vorherrschend. Freie Währungen sind nicht an einen bestimmten Metallwert gebunden. Die Zentralnotenbank, innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion die Europäische Zentralbank, bestimmt weitgehend die Geldmenge (Bar- und Buchgeld). Die heutige Eurowährung ist eine freie Währung in Form einer manipulierten Papierwährung. Der Euro löste 2002 als Bargeld in der Bundesrepublik die bis dahin bestehende D-Mark-Währung ab, nachdem der Euro bereits 1999 als Buchgeld eingeführt wurde. Die Einführung des Euro stellt innerhalb des seit Jahrzehnten andauernden europäischen Integrationsprozesses einen Höhepunkt dar. Als Währung gilt der Euro in 15 europäischen Staaten. Dazu gehören die EU-Mitgliedsländer Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien sowie Monaco, San Marino und der Vatikan, die ebenfalls Euro herausgeben. Das Euro-Bargeld gibt es in Form von Banknoten und Münzen. Die Banknoten sind zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro erhältlich. Die Münzen gibt es zu 1 Eurocent, 2 Eurocent, 5 Eurocent, 10 Eurocent, 20 Eurocent, 50 Eurocent, 1 Euro und 2 Euro. Während die Banknoten europaweit einheitlich gestaltet sind, trifft das bei den Münzen nur auf die Vorderseiten zu. Die Rückseiten sind mit nationalen Motiven gestaltet.

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