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Menschenaffen

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MenschenaffenMenschenaffen

Menschenaffen, Familie der Altweltaffen oder Schmalnasen mit drei Gattungen und den vier Arten Bonobo oder Zwergschimpanse, Schimpanse, Gorilla und Orang-Utan.

Das Verbreitungsgebiet der afrikanischen Menschenaffen ist auf Äquatorialafrika, das des Orang-Utans auf Sumatra und Borneo beschränkt. Menschenaffen gehören wie der Mensch zu den Primaten; der Bonobo ist der nächste lebende Verwandte des Menschen. Menschenaffen zeichnen sich durch ein komplex strukturiertes Gehirn aus und stehen in ihren geistigen Fähigkeiten dem Menschen sehr nahe. Die Anatomie des Gehirns der Menschenaffen entspricht derjenigen des – allerdings größeren – menschlichen Gehirns. So macht der für höhere geistige Leistungen zuständige präfrontale Cortex (die Rinde des Stirnhirns) bei Mensch und Menschenaffe gleichermaßen 36 Prozent des gesamten Hirnvolumens aus. Schimpansen besitzen sogar einen Gehirnbereich, der dem für die Sprachsteuerung verantwortlichen Teil des menschlichen Gehirns entspricht, und können eine einfache Symbolsprache erlernen. Für Bonobos und Orang-Utans wurde im Experiment nachgewiesen, dass sie ein Werkzeug, mit dem sie Futter erreichen konnten, aufbewahrten, um es eine oder mehrere Stunden später erneut einsetzen zu können. Dieses Verhalten gilt als Beleg für vorausschauende Planung (Science, 2006).

Menschenaffen sind durch das Fehlen eines Schwanzes, Greifhände und Greiffüße mit opponierbaren Daumen (die den anderen Fingern bzw. Zehen gegenübergestellt werden können) gekennzeichnet sowie durch einen kurzzeitig aufrechten Gang; die Arme sind länger als die Beine. Das Körpergewicht des Gorillas, des größten Primaten, kann bis zu 275 Kilogramm betragen. Menschenaffen ernähren sich überwiegend von Pflanzenkost. Ihr Fortpflanzungszyklus ähnelt dem des Menschen.

Der auf Sumatra und Borneo beheimatete Orang-Utan ist wie die anderen Arten ein Baumbewohner, er bewegt sich häufig durch das ursprüngliche Hangelklettern fort. Soziale Gruppen der Orang-Utans bestehen häufig aus einem oder zwei Weibchen mit ihren Jungen. Die Männchen gesellen sich nur zur Paarung zu ihnen. Auch die beiden Schimpansenarten und der massige Gorilla klettern auf Bäume, vor allem um Schlafplätze aufzusuchen; sie halten sich aber insgesamt mehr am Boden auf als der Orang-Utan. Schimpansen leben oft in recht großen Gruppen, deren Untergruppen in ihrer Zusammensetzung wechseln. Gorillas bilden Familiengruppen.

Alle vier Menschenaffenarten sind durch Zerstörung ihrer Lebensräume und direkte Verfolgung, u. a. um so genanntes Buschfleisch zu gewinnen, in ihrem Bestand gefährdet. Schimpansen werden außerdem als Versuchstiere gehalten. 2001 gründeten die Vereinten Nationen das Schutzprogramm GRASP (Great Apes Survival Project), mit dem das Überleben von Menschenaffen gesichert werden soll. Mittel des Projekts werden eingesetzt, um zerstückelte Lebensräume von Menschenaffen in Afrika und Südostasien wieder miteinander zu verbinden, Aufseher in Schutzgebieten zu finanzieren und die einheimische Bevölkerung über die ökologische Bedeutung der Menschenaffen aufzuklären.

Siehe Evolution des Menschen; Australopithecus; bedrohte Arten

Systematische Einordnung: Die wissenschaftliche Bezeichnung des Bonobo lautet Pan paniscus, die des Schimpansen Pan troglodytes. Der Gorilla heißt zoologisch Gorilla gorilla und der Orang-Utan Pongo pygmaeus. Die drei Gattungen Pan, Gorilla und Pongo werden zumeist der Familie Pongidae zugeordnet. Unter Berücksichtigung der phylogenetischen Systematik wird jedoch nur Pongo in diese Familie gestellt, während Pan und Gorilla mit dem Menschen in die Familie Hominidae eingeordnet werden. Als weitere Möglichkeit wurde aufgrund genetischer Analysen vorgeschlagen, sämtliche Menschenaffen der Familie Hominidae zuzuordnen.

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