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Ferdinand II. (Heiliges Römisches Reich)

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Ferdinand II.Ferdinand II.
Artikelgliederung
1

Einleitung

Ferdinand II. (Heiliges Römisches Reich), (1578-1637), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1619-1637), König von Böhmen (1617-1619) und König von Ungarn (1621-1625).

Ferdinand wurde am 9. Juli 1578 als Sohn des Erzherzogs Karl von Innerösterreich in Graz geboren und war der Enkel Kaiser Ferdinands I. Er wurde von Jesuiten erzogen, hatte daher eine tiefe Abneigung gegen den Protestantismus und förderte zeitlebens intensiv die Rekatholisierung und die Gegenreformation in seinen Landen. 1617 wurde er in Böhmen noch während der Regierungszeit seines Vorgängers Matthias zum König gewählt.

2

Dreißigjähriger Krieg

Aus Protest gegen Ferdinands Rekatholisierungsmaßnahmen in Böhmen warfen 1618 böhmische Aufständische zwei Beamte Ferdinands aus einem Fenster der Prager Burg. Dieser so genannte Prager Fenstersturz war der Beginn des Böhmischen Aufstandes, der dann im Dreißigjährigen Krieg eskalierte. Die Böhmen setzten Ferdinand im August 1619 ab und erhoben Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem neuen König. Eine Woche später, am 28. August 1619, wurde Ferdinand zum König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt, verbündete sich mit Bayern und der katholischen Liga und besiegte 1620 in der Schlacht am Weißen Berg die Böhmen. Er setzte Friedrich ab, verstärkte seine Rekatholisierungsmaßnahmen, zog die Güter protestantischer Adliger ein und zwang sie so zur Auswanderung.

Gleichzeitig führte Ferdinand gegen ungarische Protestanten unter Gabriel Bethlen Krieg. Nach seinem Sieg über die Ungarn verhandelte Ferdinand mit Bethlen und sicherte sich endgültig – er war bereits 1618 zum König von Ungarn gewählt worden – die ungarische Krone. Im Reich waren die kaiserlichen Truppen unter Graf von Tilly und Albrecht von Wallenstein im Krieg gegen die Protestanten erfolgreich.

3

Vergebliche Friedensbemühungen

1629 erließ Ferdinand für das Reich das Restitutionsedikt, das die Rückgabe aller geistlichen Gebiete verfügte, die nach dem Passauer Vertrag von 1552 in protestantischen Besitz übergegangen waren. Auf Druck der Kurfürsten verzichtete er 1636 auf die Durchführung des Restitutionsedikts und entließ außerdem seinen Feldherrn Wallenstein, um die Wahl seines Sohnes Ferdinand zu seinem Nachfolger zu erreichen, und schwächte mit diesen Zugeständnissen an die Fürsten gleichzeitig seine Autorität im Reich. 1635 schloss Ferdinand mit dem protestantischen Kurfürsten von Sachsen und anschließend mit beinahe allen Reichsständen den Frieden von Prag; einen dauerhaften Frieden konnte er im Reich allerdings nicht etablieren. Ferdinand II. starb am 15. Februar 1637 in Wien. Den Dreißigjährigen Krieg beendete erst sein Sohn Ferdinand III.

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