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Bronislaw Malinowski

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Bronislaw MalinowskiBronislaw Malinowski

Bronislaw Malinowski (1884-1942), britischer Ethnologe polnischer Abstammung. Malinowski gilt als Begründer des Funktionalismus in der Ethnologie und der ethnographischen Feldforschung, d. h. der Untersuchung von gesellschaftlichen Institutionen und Phänomenen im gesamten Kontext der Kultur vor Ort.

Malinowski wurde am 7. April 1884 im polnischen Krakau geboren. Er studierte an den Universitäten Krakau, Leipzig und London. Beeinflusst von den Arbeiten James Frazers und Wilhelm Wundts wandte er sich, nachdem er zunächst Mathematik und Naturwissenschaften studiert hatte, der Ethnologie zu. 1914 nahm er an einer Expedition nach Neuguinea und Melanesien teil und erforschte in den folgenden vier Jahren die Bevölkerung der Trobriand-Inseln im südwestlichen Pazifik. Ab 1924 lehrte er an der University of London, und 1927 wirkte er als Professor für Ethnosoziologie. Zwischen 1939 und 1942 las er als Gastprofessor an der Yale University. Malinowski entwickelte eine Theorie der Bedürfnisse, wobei er zwischen Grundbedürfnissen und abgeleiteten Bedürfnissen unterschied. Kultur erscheint in dieser Theorie als System von Tätigkeiten und Haltungen, die allein dem Zweck dienen, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Seine Forschungen führten ihn nach Afrika, Lateinamerika und in Teile der Vereinigten Staaten. Malinowski verstarb am 16. Mai 1942 im US-amerikanischen New Haven.

Er verfasste zahlreiche ethnosoziologische Bücher, u. a. Crime and Custom in Savage Society (1926; Sitte und Verbrechen bei den Naturvölkern), Coral Gardens and Their Magic (1935) sowie die posthum erschienenen Werke The Dynamics of Culture Change (1945) und Magic, Science and Religion, and other essays (1948; Magie, Wissen und Religion und andere Schriften). Aufsehen erregten seine erst 1967 veröffentlichten Tagebücher A Diary in the Strict Sense of the Term, da sie zeigten, welch großer Widerspruch zwischen der tatsächlichen Befindlichkeit des Forschers im Feld und den später von ihm veröffentlichten Forschungsberichten bestehen kann. Diese Tagebücher regten den so genannten literary turn in der Ethnologie an, d. h., Forschungsberichte wurden nun mit den Mitteln der Literaturwissenschaften untersucht (siehe Clifford Geertz).

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