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Sibirien

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Sibirischer Tiger (Männchen)Sibirischer Tiger (Männchen)
Artikelgliederung
2.3

Flora und Fauna

Die nordsibirische Tundra erstreckt sich vom Polarmeer 400 Kilometer nach Süden. Die Oberfläche dieser baumlosen und sumpfigen Vegetationszone mit ständig bis in große Tiefen gefrorenem Boden taut lediglich im Sommer soweit auf, dass kurzlebige Vegetation (Moose, Flechten und kleine Sträucher) gedeihen kann. Im Süden grenzt die Tundra an die Taiga, ein riesiges Nadelwaldgebiet. Die am weitesten verbreiteten Bäume sind Lärchen, Kiefern, sibirische Zedern und Tannen. Den südlichen Rand der Taiga bildet ein Waldgürtel aus Misch- und Laubwald mit Birken, Weiden und Pappeln.

Sibirien ist der größte Pelzproduzent der Welt. Zu den häufig vorkommenden Säugetieren zählen Füchse, Ottern, Wölfe, Hasen, Elche, Rentiere, Polar- und Braunbären, Zobel, Robben und Walrösser. Leoparden, Tiger und Antilopen sind vor allem entlang des Amur anzutreffen.

3

Bevölkerung

Sibirien ist sehr dünn besiedelt. Die Bevölkerung konzentriert sich auf den Südwesten. Fast alle Großstädte befinden sich im Süden entlang der Transsibirischen Eisenbahn. Von Westen nach Osten handelt es sich dabei um Tscheljabinsk, Omsk, Nowosibirsk, Nowokusnezk, Krasnojarsk, Irkutsk, Chabarowsk und Wladiwostok. Die anderen großen Städte liegen im Norden an den Ufern der großen Flüsse, wie z. B. Jakutsk an der Lena. Die weitaus größte Volksgruppe bilden die Russen. Zu den sibirischen Völkern gehören die Burjaten, Jakuten, Tungusen, Tschuktschen, Korjaken und Kasachen.

4

Wirtschaft

Die sibirische Industrie stellt Stahl, Metallprodukte, Stoffe, Fahrzeuge, landwirtschaftliche Geräte und Baumaterialien her. Die meisten industriellen Zentren liegen entlang der Transsibirischen Eisenbahn, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertig gestellt wurde. Sie ist nach wie vor gemeinsam mit neueren Eisenbahnlinien, wie z. B. die Baikal-Amur-Magistrale (1989 fertig gestellt), das wichtigste Transportmittel. Wegen der Schwierigkeiten beim Bau von Straßen und Eisenbahnlinien auf Dauerfrostböden gewinnt der Luftverkehr sowohl für den Personenverkehr als auch für den Gütertransport an Bedeutung.

Auf den fruchtbaren Böden im Westen und Südwesten zwischen Ural und Baikalsee werden vor allem Weizen, Hafer, Roggen und Gerste angebaut. Außerdem werden Viehzucht und Molkereiwirtschaft betrieben. In Ostsibirien werden vor allem Kartoffeln, Korn, Zuckerrüben und Flachs angebaut. Zu Sowjetzeiten wurden besonders im Norden die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen stark vergrößert. Von Bedeutung sind auch die Holz- und Fischindustrie.

In der Nähe von Irkutsk, Bratsk und Krasnojarsk wurden große Wasserkraftwerke gebaut.

4.1

Bergbau und Bodenschätze

Sibirien ist sehr reich an Bodenschätzen. Das Kusnezker Kohlenbecken in Westsibirien verfügt ebenso wie Tscheremchowo und Minussinsk über reiche Kohlevorkommen. Seit 1960 werden die gewaltigen Erdgas- und Erdölvorkommen im Nordwesten und in der Nähe von Jakutsk ausgebeutet. Von den Raffinerien in Irkutsk in Zentralsibirien bis zum europäischen Teil von Russland wurde eine Pipeline gebaut. Sibirien liefert mittlerweile rund 90 Prozent des russischen Erdgases. Weitere wichtige Bodenschätze sind Uran, Nickel, Kupfer, Mangan, Gold, Diamanten, Zinn und Cobalt.

5

Geschichte

Vor der Eroberung durch Russland lebten in Sibirien mehrere nomadische Völker, die sich durch die Viehzucht, Jagd, Fallenstellerei und Fischerei ernährten. Einige betrieben auch Landwirtschaft. Nur in den südlichen Randgebieten Sibiriens formierten sich mächtige, aber kurzlebige Staaten. Im 13. Jahrhundert fielen mongolische Krieger von Süden nach Sibirien ein und unterwarfen anschließend Russland. Für zwei Jahrhunderte beherrschten die Mongolen Süd- und Westsibirien sowie Russland. Das Mongolische Reich verlor jedoch nach und nach an Macht und zerfiel in viele kleinere Staaten, von denen einer als das Khanat (Fürstentum eines Khans) von Sibirien bekannt ist.

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