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Nylon

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Der Kunststoff NylonDer Kunststoff Nylon

Nylon, Bezeichnung für ein synthetisches Harz, das häufig für Textilfasern verwendet wird, die sich durch große Festigkeit, Zähigkeit und Elastizität auszeichnen, aber auch zu Bürstenbesätzen und Pressformwaren verarbeitet wird. Nylon wurde in den dreißiger Jahren von Wissenschaftlern der Eleuthère Irénée du Pont de Nemours unter Leitung des amerikanischen Chemikers Wallace Hume Carothers entwickelt.

Der Name „Nylon” hat folgenden historischen Hintergrund: Ursprünglich sollte ein synthetisches Konkurrenzprodukt zur Seide entwickelt werden. Weil Damenstrümpfe aus dem neuen Material anders als Seidenstrümpfe keine Laufmaschen (englisch: no run) zogen, gaben die Forscher dem neuen Produkt den Namen „No-Run”. Dieser Name fand jedoch keinen Anklang in der Werbeabteilung von Du Pont. Nach Vertauschen der Vokale entstand aus No-Run zunächst „Nuron”, das anschließend in „Nulon” abgewandelt wurde. Dieser Produktname konnte ebenfalls nicht akzeptiert werden, da es bereits einen Markenartikel mit ähnlichem Namen auf dem Markt gab. Deshalb tüftelte man weiter und einigte sich schließlich auf den Namen „Nylon”, einfach nur deshalb, weil sich diese Bezeichnung einfach aussprechen ließ.

Nylon wird normalerweise durch Polymerisation von Adipinsäure und Hexamethylendiamin, einem Aminderivat, hergestellt (siehe Polymer). Adipinsäure gewinnt man technisch durch oxidative Ringöffnung von Cyclohexanol oder Cyclohexanon mit 65-prozentiger Salpetersäure. Hexamethylendiamin lässt sich beispielsweise durch katalytische Behandlung von Adipinsäure mit Ammoniak und Hydrierung des Produkts (Adipinsäuredinitril) herstellen. Nylon löst sich weder in Wasser noch in gewöhnlichen organischen Lösungsmitteln auf, wohl aber in Phenol, Kresol und Ameisensäure. Es schmilzt bei 251 °C.

Bei der Herstellung von Textilfasern wird das Polymerisat (= Nylonrohprodukt) zunächst geschmolzen, filtriert und durch Spinndüsen gepresst. Die Fäden lässt man mit Hilfe von Gebläseluft erstarren und zieht sie dann auf ungefähr das Vierfache ihrer ursprünglichen Länge. Der Durchmesser der Fäden wird festgelegt, indem man die Geschwindigkeit vorgibt, mit der das geschmolzene Nylon durch die Spinndüsen gepresst und mit der die Fäden weggezogen werden. Aus Nylon kann man viel feinere Fäden gewinnen als aus normalen Textilfasern. Nylonfasern können wie Seide aussehen und glänzen oder wie natürliche Fasern, z. B. Baumwolle. Ihre Zerreißfestigkeit ist größer als die von Wolle, Seide, Reyon oder Baumwolle. Gefärbt wird entweder die geschmolzene Nylonmasse, das Garn oder der fertige Stoff. Farbstoffe für Acetat-Kunstseide werden normalerweise auch für Nylon verwendet.

Nylon aus anderen Säuren und Aminen ähnelt im Allgemeinen dem oben beschriebenen Material.

Nylon wird für die Herstellung von Stoffen für Strumpfwaren, Nachtwäsche, Unterwäsche, Blusen, Hemden und Regenmäntel verwendet. Nylonstoffe sind wasserfest, trocknen schnell und sind fast oder ganz bügelfrei. Nylonfasern verwendet man außerdem für Fallschirme, Insektenschutznetze, medizinisches Nahtmaterial, Tennisschlägerbespannungen, Bürstenbesätze, Seile, Fischereinetze und Angelschnur. Gepresstes Nylon wird für Isolierstoffe, Kämme, Geschirr und Maschinenteile verwendet.

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