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Paranoia

Enzyklopädieartikel

Paranoia (griechisch: Torheit, Wahnsinn), Geistesstörung, die durch die Ausbildung eines ausgeprägten und komplexen, zumeist in sich stimmigen Wahnsystems gekennzeichnet ist. Beispiele für solche Wahnsysteme sind Größen- oder Verfolgungswahn. Sigmund Freud verstand die Paranoia gegen Ende der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts als geistige Störung, deren Hauptsymptom ein stark ausgeprägtes Misstrauen ist; eine paranoide Person glaubt z. B., dass andere darauf aus sind, sie zu töten. Ist ein Patient an paranoider Schizophrenie erkrankt, kann er darüber hinaus auch Halluzinationen haben, in denen ihm beispielsweise berühmte historische oder mythologische Personen erscheinen und ihm Botschaften übermitteln. Diese bestehen nicht selten in folgenschweren Aufträgen, die gewalttätiges Vorgehen gegen andere Menschen (vor allem aus dem persönlichen Umfeld des Erkrankten) beinhalten und diese in Lebensgefahr bringen können. Die Behandlung paranoider Störungen erweist sich als schwierig, da dem in seinem Wahnsystem Gefangenen gewöhnlich die Krankheitseinsicht fehlt und er psychotherapeutischen wie medikamentösen Maßnahmen nur sehr begrenzt zugänglich ist. Nicht wenige der Patienten enden daher in den geschlossenen Abteilungen psychiatrischer Anstalten.

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