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Windows Live® Suchergebnisse Innozenz IV.Enzyklopädieartikel
Innozenz IV., zuvor Sinibaldo Fieschi, (um 1195 bis 1254), Papst (1243-1254) im Kampf gegen die Staufer. Innozenz entstammte einem vornehmen Genueser Adelsgeschlecht. Er lehrte in Bologna Kirchenrecht, bevor seine steile Karriere an der römischen Kurie begann. 1226 wurde er Auditor (Richter), 1227 Kardinal, 1228 Vizekanzler, und von 1235 bis 1240 war er Rektor der Marken und Legat in Oberitalien. Zum Papst gewählt wurde er nach zweijähriger Sedisvakanz im ersten Konklave der Papstgeschichte am 25. Juni 1243. Von seinen Vorgängern übernahm er den Konflikt mit dem Stauferkaiser Friedrich II., den Papst Gregor IX. 1239 ein zweites Mal exkommuniziert und als Vorläufer des Antichrist geschmäht hatte. Friedrich begrüßte Innozenz’ Wahl, hatte er doch zu den Versöhnlichen im Kardinalsgremium gehört, und trat in Friedensverhandlungen ein, die sehr hart geführt wurden, weil Innozenz den Kirchenstaat wie seine Vorgänger aus der staufischen Umklammerung lösen wollte. Ein Vertragsabschluss war schon in greifbare Nähe gerückt, als sich Innozenz am 28. Juni 1244 zunächst in seine Heimatstadt und im Spätherbst nach Lyon zurückzog, das zwar zum Heiligen Römischen Reich gehörte, aber im Einflussbereich des französischen Königs lag. Dort fand unter seinem Vorsitz 1245 das 13. ökumenische Konzil statt, auf welchem er am 17. Juli Friedrich II. absetzte, dessen Untertanen vom Treueid löste und zur Wahl eines neuen Königs aufforderte. Seine Machtfülle demonstrierte er, indem er gleichzeitig seinen Lehensmann, den portugiesischen König Sancho II. als nutzlos von seinem Amt suspendierte. Der Konflikt mit den Staufern spaltete Deutschland in mindestens zwei Lager, die auch den Tod des Kaisers 1250 überdauerten. Innozenz kehrte nach Rom zurück und bekämpfte von dort aus Friedrichs Sohn, Konrad IV., bis dieser 1254 in Süditalien verstarb, wo er seine Herrschaftsrechte geltend gemacht hatte. Auf dem Konzil von Lyon und danach wurden Dekretalen zur Kirchenreform publiziert, in welchen sich Innozenz ebenso als großer Jurist erwies wie in seinem kanonistischen Hauptwerk Apparatus in quinque libros decretalium (Kommentar zu den Dekretalen in fünf Büchern), mit dem er dem Papsttum den Weg zur freien Verfügung über das gesamte positive Kirchenrecht bahnte. Die Effektivität der Ketzerinquisition suchte er 1252 durch Einführung der Folter zu erhöhen. Im Rahmen der Ostmission versuchte er sogar, den Mongolenherrscher zu bekehren, um gemeinsam mit ihm gegen den Islam vorzugehen. Doch scheiterte dieser Versuch wie überhaupt seine Politik gegenüber Byzanz und dem Orient. Innozenz starb am 7. Dezember 1254 in Neapel.
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