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Artikelgliederung
Weihnachten, christliches Fest der Geburt Jesu Christi, das am 25. und 26. Dezember gefeiert wird; nach Ostern das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Der erste Weihnachtstag erinnert an die Geburt Jesu in Bethlehem, wie sie im Matthäus- und im Lukasevangelium beschrieben wird. Aus den Evangelien lässt sich jedoch nicht erschließen, an welchem Tag genau Jesus geboren wurde. Die Feiern zum Weihnachtsfest beginnen heute zumeist bereits am Abend des 24. Dezember, dem Heiligen Abend. Das Wort Weihnachten geht auf den mittelhochdeutschen Ausdruck wihe naht (geweihte Nacht) zurück, der sich erstmals 1170 in einem Vers des Sangspruchdichters Spervogel nachweisen lässt.
Der 25. Dezember findet sich erstmals in einem römischen Kalender von 336 als Tag der Geburt Jesu. Dieser Tag war festgesetzt worden, indem man den Zeitpunkt der Empfängnis Jesu auf den 25. März datierte (nach dem Julianischen Kalender der Frühlingsbeginn) und von einer genau neunmonatigen Schwangerschaft ausging. Der 25. Dezember war als damaliger Termin der Wintersonnenwende allerdings ursprünglich dem römischen Sonnengott Sol Invictus gewidmet. Das frühe Christentum verwandelte diesen heidnischen Feiertag damit in einen christlichen – offenbar durchaus zielgerichtet im Sinn der Christianisierung.
Bildliche Darstellungen weihnachtlicher Symbole wie Stall, Krippe, Ochse und Esel reichen bis in das 4. Jahrhundert zurück. Im Mittelalter fand in den Kirchen vor dem weihnachtlichen Krippenspiel ein Paradiesspiel statt; dazu stellte man so genannte Paradiesbäume auf, die mit Äpfeln behängt an den Sündenfall erinnern sollten. In der Neuzeit knüpfte man an diese Tradition an und dekorierte immergrüne Bäume wie Buchsbäume, Stechpalmen, Tannen oder Fichten mit Zuckerwerk, Früchten, Nüssen und farbigem Papier. Im 16. Jahrhundert wurden die Kinder mancher wohlhabender Familien zu Weihnachten bereits beschenkt – in evangelischen Familien vom „Christkind”, in katholischen vom „Nikolaus”. Weihnachten, wie wir es heute kennen, geht jedoch auf das Bürgertum des 19. Jahrhunderts zurück. Erst ab dieser Zeit hielt der mit Lichtern und Christbaumkugeln geschmückte Weihnachtsbaum fast überall in die Wohnzimmer Einzug; auch der Brauch des weihnachtlichen Liedersingens stammt aus dem 19. Jahrhundert. Heute ist Weihnachten ein ebenso weltliches wie religiöses Fest. Die Vorweihnachtszeit ist stark kommerzialisiert. An Weihnachten trifft man sich im Kreis der Familie und beschenkt sich gegenseitig. In Deutschland besteht das Weihnachtsmahl meist aus Gans oder Karpfen; in englischsprachigen Ländern speist man bevorzugt Truthahn oder Gans, einen Weihnachtspudding und Pfefferminzkuchen. In den Kirchen wird allerorten die Mitternachtsmesse (Christmette) zelebriert. Siehe auch Advent
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