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Pyrrhos I.

Enzyklopädieartikel

Pyrrhos I., lateinisch Pyrrhus (um 318 bis 272 v. Chr.), König der Molosser in Epirus (306-302 und 297-272 v. Chr.), der versuchte, seinem Reich innerhalb der hellenistischen Staaten eine Großmachtstellung zu verschaffen.

Nach dem Tod seines Vaters von den Illyrern erzogen, kam Pyrrhos noch als Minderjähriger 306 v. Chr. unter Vormundschaftsregierung auf den Thron, verlor die Herrschaft jedoch nach vier Jahren an Kassandros. Verheiratet mit einer Tochter Ptolemäus’ I., gelangte er mit dessen Hilfe 297 v. Chr. wieder an die Macht. Unter Ausnutzung der Diadochenkriege um die Nachfolge Alexanders des Großen gelang es ihm, für kurze Zeit Teile der benachbarten Königreiche Makedonien und Thessalien zu besetzen. Er war am Sturz des makedonischen Königs Demetrios I. Poliorketes beteiligt und ließ sich selbst zum König von Makedonien ausrufen. 286 v. Chr. vertrieb ihn jedoch sein ehemaliger Verbündeter Lysimachos, einer der Offiziere Alexanders des Großen, dem bei der Aufteilung des Alexanderreiches Thrakien und der Westen Kleinasiens zugefallen waren, und sicherte sich selbst die Herrschaft über Makedonien.

Als 281 v. Chr. die Bewohner der griechischen Kolonie Tarent in Süditalien, die in einen Krieg mit den Römern verwickelt waren, Pyrrhos um Hilfe riefen, setzte er Anfang 280 nach Italien über und besiegte die Römer noch im selben Jahr bei Herakleia (siehe Tarentinischer Krieg). Ein weiterer Sieg in der Schlacht von Ausculum 279 v. Chr. war mit so hohen eigenen Verlusten erkauft, dass sich dafür später das geflügelte Wort vom Pyrrhossieg durchsetzte.

Nachdem Pyrrhos von den griechischen Kolonien in Sizilien bei ihrem Kampf gegen Karthago zu Hilfe gerufen worden war und die karthagischen Inselfestungen erobert hatte, wurde er 275 v. Chr. von den Römern unter Manius Curius Dentatus in der Schlacht bei Beneventum in der römischen Provinz Samnium (siehe Samniten) besiegt und kehrte daraufhin mit nur noch einem Drittel seiner ursprünglichen Truppen nach Epirus zurück. Um neue Mittel für den Krieg zu gewinnen, vertrieb er 274 v. Chr. Antigonos II. aus Makedonien und plünderte dort die Königsgräber in Aigai. In der Absicht, ganz Griechenland zu unterwerfen, setzte er auf die Peloponnes über, wurde jedoch nach einigen Siegen von den Spartanern zurückgeworfen. Bei dem Versuch, Argos zu besetzen, wurde er im Straßenkampf getötet.

Pyrrhos galt als einer der bedeutendsten Herrscher des Hellenismus und einer der großen Strategen der Antike, der immer wieder mit Alexander dem Großen verglichen wurde, auf den er sich selbst ausdrücklich berief. Neben seinen militärischen Talenten bewies er auch diplomatisches Geschick.

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