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Heiliger Dominikus

Enzyklopädieartikel

Heiliger Dominikus (um 1170 bis 1221), spanischer Theologe und Stifter des katholischen Dominikaner- oder Predigerordens.

Domingo de Guzman wurde um 1170 in Caleruega in Kastilien geboren. Mit 17 Jahren begann er, in Palencia Theologie und Philosophie zu studieren. Er galt als außerordentlich großzügig und soll während einer Hungersnot im Jahr 1191 seinen gesamten Besitz verkauft haben, um die Armen zu unterstützen. Um das Jahr 1196 wurde er zum Kanonikus an der Kathedrale von Osma (Kastilien) berufen und wirkte schon wenig später entscheidend an innerkirchlichen Reformen vor Ort mit. 1203 begleitete er seinen Vorgesetzten, den Bischof von Osma, Didacus von Acebes, zu einer Mission nach Rom. Auf dem Rückweg erfuhr er erstmals von den Ausmaßen des kirchlichen Amtsmissbrauchs und der albigensischen „Ketzerei”, einer in Südfrankreich weit verbreiteten dualistischen Bewegung. Er beobachtete, dass das hohe Bildungsniveau und die straffe Organisation der Albigenser wesentlich zu deren Verbreitung beitrugen und beschloss, die Arbeit der katholischen Priester von innen heraus mit den gleichen Methoden zu stärken. In Prouille bei Toulouse bezog Dominikus mit einigen Gleichgesinnten ein Haus, zu dem eine Kirche gehörte. Hier widmeten sie sich ausschließlich der Buße, dem Lernen und der Verkündigung. Diese Missionsstation wurde 1217 von Dominikus in das erste Dominikanerinnenkloster umgewandelt. Im Jahr 1215 gründete er den Dominikanerorden, der 1216 von Papst Honorius anerkannt wurde. Als Beicht-, Prediger- und Bettelmönche (siehe Bettelorden) wanderten seine Mitglieder durch ganz Europa, wo sie nicht nur das gemeine Volk, sondern auch weltliche und geistliche Führer im Glauben unterwiesen.

Dominikus betonte stets die Bedeutung einer guten Ausbildung. Seine Mitbrüder studierten Theologie an der Sorbonne und kanonisches Recht an der Universität von Bologna. Auch stand ihnen eine akademische Laufbahn in Toulouse, Madrid oder Rom offen. In den vier auf die Ordensbestätigung folgenden Jahren schuf Dominikus sechs Priorate in der Lombardei, vier in Frankreich, drei in der Toskana und Rom, zwei in der Provence sowie zwei in Spanien. Seine Prediger gelangten bis nach England, Skandinavien, Ungarn und Deutschland.

Dominikus starb am 6. August 1221 während einer Missionsreise durch Norditalien. 1234 wurde er heiliggesprochen. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Heiligenlegenden, so die seiner Himmelfahrt. Sein Namensfest findet am 8. August statt.

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