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Windows Live® Suchergebnisse PidginsprachenEnzyklopädieartikel
Pidginsprachen, Mischsprachen, die aus der Überformung einer Sprache entstanden, die aber einen eng begrenzten Wortschatz (oft 700 bis 2 000 Wörter) und wenig grammatische Strukturen aufweisen. Pidgin ist für keinen der Sprecher Muttersprache und wird als Lingua franca in Gegenden verwendet, in denen sich verschiedene Völker vermischen, die keine gemeinsame Sprache haben. Pidginsprachen sind schöpferische Anpassungen natürlicher Sprachen und weisen eigene Strukturen und Regeln auf. Einige Pidginsprachen haben sich als derart nützlich erwiesen, dass sie im sprachlichen Austausch einen formellen Status einnehmen und von einer Gemeinschaft offiziell als Verkehrssprache anerkannt werden. Zu den Sprachen, aus denen sich Pidginsprachen gebildet haben, gehören Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Zulu und Chinook, eine nordamerikanische Indianersprache. In einer Pidginsprache können Wörter eine Bedeutungsänderung erfahren: aus dem englischen Word belong („gehören”) wurde im chinesischen Pidgin blong („ist”) und im melanesischen Pidgin bilong („von”). Manche Phänomene werden durch Sätze umschrieben, so bedeutet „Blitz” im melanesischen Pidgin lait bilong klaut (wörtlich: „Licht der Wolke”, von englisch „light of cloud”). Lehnwörter aus weiteren Sprachen können hinzugefügt werden. Wenn eine Pidginsprache mehrere Generationen lang Bestand hat, kann sie andere Sprachen ersetzen und zur örtlichen Muttersprache werden: es handelt sich dann um eine Kreolsprache, deren Wortschatz sich nach und nach verbreitert. Beispiele hierfür sind das französische Kreolisch auf Haïti, das spanische Kreolisch auf den niederländischen Antillen und das Neumelanesische, das kreolisierte Pidgin auf Neuguinea.
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