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AristotelesEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Nach dem Niedergang Roms gingen Aristoteles’ Werke im Westen verloren. Während des 9. Jahrhunderts n. Chr. führten arabische Gelehrte das aristotelische Werk in arabischer Übersetzung in den Islam ein. Der spanisch-arabische Philosoph Averroes, der im 12. Jahrhundert lebte, ist der Bekannteste unter den arabischen Gelehrten, der sich mit dem Studium und der Erläuterung des aristotelischen Werkes befasste. Im 13. Jahrhundert wurde das Interesse des „lateinischen Abendlandes” an dem Werk von Aristoteles wieder geweckt, und Thomas von Aquin entdeckte in ihm eine philosophische Grundlage für christliches Denken. Anfangs fand die Geistlichkeit Aquins Beschäftigung mit Aristoteles fraglich, da seinem Werk zur Zeit der Wiederentdeckung eine gewisse Skepsis entgegengebracht wurde. Dies beruhte hauptsächlich auf der Annahme, dass seine Lehren zu einer materialistischen Sicht der Welt führen würden. Das Werk von Aquin wurde jedoch trotz allem angenommen, und die späteren Anhänger der Scholastik setzten jene philosophische Tradition fort, die sich auf Aquins Bearbeitung aristotelischen Gedankenguts gründete. Der Einfluss von Aristoteles’ Philosophie ist allgegenwärtig. Seine Theorie von der Zweckursache sollte in der Theologie eine wichtige Rolle spielen. Bis zum 20. Jahrhundert verstand man unter Logik allein die aristotelische Logik. Astronomen wie auch Dichter bis zur Renaissance und auch noch danach schätzten seine Auffassung vom Universum. Die Zoologie stützte sich auf Aristoteles’ Werk, bis im 19. Jahrhundert der englische Wissenschaftler Charles Darwin seine Lehre von der Unveränderlichkeit der Gattungen widerlegte. Im 20. Jahrhundert schließlich erfuhr die aristotelische Methode und deren Bedeutung für die Erziehung, die literarische Kritik, die Analyse menschlichen Handelns und für die politische Analyse eine neue Würdigung. Nicht nur der Wissenszweig der Zoologie bestätigte seine Philosophie, sondern die gesamte gelehrte Welt. Darwin sagte einmal, die geistigen Größen seiner Zeit „seien, gemessen an Aristoteles, einfache Schuljungen”. Zu Betrachtungen bezüglich der Poetik siehe Drama; Ästhetik
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