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Windows Live® Suchergebnisse BeizjagdEnzyklopädieartikel
Beizjagd, Jagd mit abgerichteten Greifvögeln. Die Beizjagd stammt ursprünglich aus dem Orient und ist dort seit dem Altertum bekannt. In China wurde sie bereits vor 2000 v. Chr., in Japan, Indien, Persien und anderen asiatischen Ländern seit 600 v. Chr. ausgeübt. Auch in Ägypten fand die Beizjagd bereits sehr früh statt, sie ist auf einigen der ältesten ägyptischen Wandmalereien dargestellt. Durch die Römer wurde sie in die von ihnen besetzten Gebiete Europas eingeführt. Nach der normannischen Eroberung Englands 1066 war die Beizjagd am englischen Hof und bei Adligen sehr beliebt. Zu jener Zeit repräsentierte die Greifvogelart den Rang seines Besitzers. So trug der König einen Gerfalken auf dem Handgelenk, ein Graf einen Wanderfalken, ein Freibauer einen Habicht, ein Priester einen Sperber und ein Diener einen Turmfalken. Friedrich II. schrieb ein Buch über die Falknerei, das 1596 erstmals gedruckt wurde. Die Beizjagd blieb bis Anfang des 17. Jahrhunderts sehr populär, danach nahm das Interesse ab. Erst zu Zeiten der englischen Restauration (ab 1660) lebte das Interesse wieder auf, bis es in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts „modern” wurde, auf fliegende Vögel zu schießen. Heute ist die Beizjagd in Teilen Europas und Amerikas erneut beliebt. In vielen Teilen des Orients und Westafrikas hat sie ihre Popularität nie verloren. Verschiedene Greifvogelarten werden auf unterschiedliche Beutetiere angesetzt. So jagen Wanderfalken Schnepfen und Rebhühner, Gerfalken Rabenvögel und Habichte Kaninchen, Hasen, Tauben und anderes Federwild. Im Allgemeinen werden die größeren und kräftigeren Weibchen zur Jagd genutzt. Bei der Beizjagd bewegt man sich zu Fuß oder zu Pferde. Während des Transports wird den Vögeln eine Kappe übergezogen, damit sie nicht vorzeitig Wild anfliegen. Weiteres notwendiges Zubehör ist ein schwerer Handschuh. Um das Wild aufzuscheuchen, werden oft Hunde wie Pointer eingesetzt. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Vögel zur Jagd freizulassen. Die eine besteht darin, sie aufsteigen zu lassen, wenn das Jagdgebiet erreicht ist. Die Vögel kreisen dann hoch in der Luft, bis die Beute erscheint. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Tiere so lange auf dem Transportgestell oder dem Handgelenk zu halten, bis das Wild aufgescheucht ist, und sie erst dann freizulassen. Der Greifvogel tötet seine Beute mit einem kräftigen Streich seiner Krallen oder mit seinem Schnabel. Die Beute fällt zu Boden, wo sie der Falkner aufnehmen kann; wenn der Vogel sie nicht freigibt, wird sie ihm abgenommen. Oft lässt man das Wild durch einen Jagdhund anzeigen, lässt den Vogel frei und scheucht erst dann das Wild auf. In der unnatürlichen Situation der Gefangenschaft können sich Greifvögel gegenseitig töten. Daher werden sie nachts in Verschlägen so untergebracht, dass sie sich nicht angreifen können, oder sie werden an Pfählen festgebunden. Aufgrund der Gefährdung von Greifvogelarten wurden Schutzbestimmungen für diese Tiere erlassen, die zum Rückgang der Beizjagd führten. Die Haltung von Greifvögeln unterliegt in Deutschland strenger gesetzlicher Regelung. Das deutsche Bundesamt für Naturschutz und die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz des Naturschutzbundes Deutschland berichteten 2003 über die Gefährdung europäischer Wanderfalkenpopulationen durch Hybridfalken: Kommerzielle Falkenzüchter erzeugten in Deutschland durch künstliche Befruchtung jährlich etwa 1 000 Bastarde aus Wander- und Gerfalken, um diese Kreuzungsprodukte vorwiegend an Falkner in arabischen Ölstaaten zu exportieren. Etwa 10 Prozent der Hybridfalken entkämen bei Freiflugübungen in Deutschland in die Natur, einige paarten sich erfolgreich mit Wanderfalken.
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