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Carl von Linné, bis 1762 Carolus Linnaeus, (1707-1778), schwedischer Naturforscher, der die binäre Nomenklatur zur Klassifizierung der Pflanzen- und Tierarten schuf. Linné wurde am 23. Mai 1707 als Sohn eines Pfarrers und passionierten Pflanzenliebhabers in Rashult im ländlichen Småland geboren. In seinem großen Garten unterrichtete der Vater seinen Sohn in Botanik. Dieser interessierte sich bald nur noch für Naturgeschichte und folgte diesem Interesse bei all seinen Ausbildungsschritten. 1727 begann er ein Medizinstudium an der Universität Lund, hauptsächlich, weil er sich im Rahmen dieses Studiums mit (Heil-)Pflanzen beschäftigen konnte. Im darauf folgenden Jahr wechselte er an die Universität Uppsala, wo Botanik einen größeren Stellenwert hatte und es eine große Gemeinschaft von Botanikern gab. Linné entdeckte Unstimmigkeiten in der Systematik der Pflanzen und begann 1730, eine eigene Systematik aufzustellen. Als er Schweden 1735 verließ, um sein Medizinstudium in Holland abzuschließen, war er bereits als Botaniker etabliert. Kurz nach seiner Ankunft in Holland veröffentlichte Linné 1735 die erste von mehreren Schriften, Systema naturae, in der er seine neue Taxonomie der Pflanzen, Tiere und Mineralien vorstellte. Er kehrte 1738 nach Schweden zurück und wurde 1739 Arzt der Admiralität. Er war eine führende Persönlichkeit bei der Gründung der Akademie der Wissenschaften. 1741 wurde Linné Professor für Medizin in Uppsala. Diesen Lehrstuhl tauschte er später gegen den Lehrstuhl für Botanik, Ernährungslehre und Arzneimittelkunde, den er bis zum Ende seines Lebens innehatte. Dies war für ihn die beste Möglichkeit, um seinem Interesse an der Klassifizierung alles Lebendigen weiter nachgehen zu können. 1751 veröffentlichte Linné sein einflussreichstes Werk, die Philosophia botanica, in dem er nachzuweisen versuchte, dass ein von Gott erdachtes Klassifikationssystem der Schöpfung für alle Arten logisch nachzuvollziehen sei. Er bewies die geschlechtliche Vermehrung von Pflanzen und schuf die meisten der heute noch gültigen Namen für Blüten- und Pflanzenteile. Linné schuf ein einfaches Schema, das eine Einordnung in sein System nur aufgrund des Aufbaus der Fortpflanzungsorgane ermöglichte: Er bestimmte die Klasse mit Hilfe der Staubgefäße (männliche Blütenteile) und die Ordnung mit Hilfe der Griffel (weibliche Teile). Linnés binäre Nomenklatur ermöglichte die Einordnung der Pflanzenarten mit zwei Namen: ein Name für die Gattung, gefolgt vom Namen der Art. Damit löste er ein System ab, das nach der Nennung der Gattung lange Beschreibungen der Art lieferte. Die heutige Systematik bedient sich der binären Nomenklatur Linnés, berücksichtigt jedoch bei der Einordnung stammesgeschichtliche Gesichtspunkte, die durch genetische, biochemische und morphologische Forschungen bekannt sind. Auch zur Taxonomie der Tierwelt lieferte Linné wichtige Beiträge. Im Gegensatz zu den Kriterien bei der Bestimmung der Pflanzen berücksichtigte Linné bei Tieren auch Gesichtspunkte wie die innere Anatomie. Linné starb am 10. Januar 1778 in Uppsala. Seine botanische Sammlung wurde 1783 nach dem Tod seines Sohnes von dem englischen Arzt James Edward Smith erworben. Smith gründete 1788 in London die Linnean Society, die Linnés Sammlung pflegte und seine Ideen verbreitete. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Linnés Systematik besonders im englischsprachigen Raum führend.
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