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Windows Live® Suchergebnisse Wilhelm von OckhamEnzyklopädieartikel
Wilhelm von Ockham (um 1285 bis ca. 1349), in Ockham (Surrey) geborener englischer Philosoph, theologischer Schriftsteller und Franziskaner, Gründervater und bedeutendster Repräsentant des Nominalismus, ein Rivale der Schulen von Johannes Duns Scotus und Thomas von Aquin (siehe Scholastik). Von 1309 bis 1319 studierte und unterrichtete Ockham an der Universität Oxford. Papst Johannes XXII. stellte ihn wegen angeblicher Häresie (Ketzerei) von 1324 bis 1328 in seinem Palast in Avignon unter Hausarrest. Der Prozess gegen Ockham allerdings endete ohne Urteilsspruch. Gemeinsam mit dem Oberhaupt der Franziskaner bezog Ockham im Streit um das franziskanische Armutsgelübde Position gegen den Papst und floh 1328 nach München. Schutz bot ihm Ludwig IV., der Bayer, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der den päpstlichen Primat in politischen Angelegenheiten ablehnte. Nachdem er exkommuniziert worden war, verfasste Ockham eine Reihe von Schriften gegen den Papst und verteidigte den Kaiser bis zu dessen Tod (1347). Während er sich noch um Aussöhnung mit Papst Klemens VI. bemühte, fiel Ockham in München der Pest zum Opfer. Philosophiegeschichtlich entwickelte Ockham die formale Logik weiter. Auch vertrat er die Theorie von der Zufälligkeit der Weltgesetze, über der allein die Notwendigkeit göttlicher Allmacht steht: Selbst Gott aber ist den Prinzipien des Satzes vom Widerspruch unterworfen. Ockhams eigentliche Leistung liegt im erkenntnistheoretischen (nominalistischen) Bereich. Das Wilhelm von Ockham zugeschriebene Ökonomieprinzip der formalen Logik, dem zufolge einfache Denkmodelle den komplizierten vorzuziehen seien, wird Ockhams Rasiermesser genannt. Allerdings geht seine bekannte Formel entia non sunt multiplicanda sine necessitate (Die Seienden sollen nicht ohne Notwendigkeit vervielfacht werden) nicht auf Ockham zurück.
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