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SüdafrikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Republik Südafrika liegt nahezu vollständig südlich des südlichen Wendekreises im Bereich der warmgemäßigten Subtropen. In den meisten Teilen des Landes herrscht mildes, gemäßigtes Klima. Maßgeblichen Einfluss üben neben der Höhenlage auch zwei Meeresströmungen aus, der warme Agulhasstrom im Indischen Ozean und der kalte Benguelastrom vor der Westküste. Die mittleren Temperaturen liegen im Juli, im Winter der Südhalbkugel, an der Westküste in Kapstadt bei 12 °C, an der Ostküste in Durban bei 17 °C und im zentralen Hochland in Johannesburg bei 10 °C. Im Januar betragen die mittleren Werte in Kapstadt 21 °C, in Durban 26 °C und in Johannesburg 25 °C. An der Südspitze herrscht Mittelmeerklima mit Winterregen. In allen anderen Teilen des Landes ist der Sommer (Dezember bis März) die Hauptregenzeit. Die Jahresniederschläge nehmen von Osten nach Westen ab. An der Ostküste bewirken die vom Indischen Ozean wehenden feuchtwarmen Südostpassate Werte von bis zu 1 700 Millimetern, während in den westlichen Landesteilen in trockenen Jahren 100 Millimeter unterschritten werden können. Das Ausbleiben von Niederschlägen führt hier häufig zu Dürren. Der äußerste Südwesten steht unter dem Einfluss von Westwinden, die vom Atlantischen Ozean her kommen. Dieses Gebiet erhält mittlere Jahresniederschläge von etwa 560 Millimetern.
Die natürliche Vegetation Südafrikas ist je nach Niederschlagsmenge regional sehr unterschiedlich ausgebildet. Das Östliche Niederveld, wo die Niederschläge am höchsten sind, ist von Regenwäldern bedeckt. Im Süden des Landes fällt Winterregen, dieser Zone wird ein eigenes Florenreich zugeordnet: Das Kapländische Florenreich ist das kleinste der weltweit sechs Florenreiche, die aufgrund von Übereinstimmungen in der Flora voneinander abgegrenzt werden. Es umfasst etwa 8 500 Arten; charakteristisch sind u. a. 450 Arten von Glockenheiden. Entlang der Südküste dieser Region gedeihen Wälder. Der größte Teil der Hochebene ist mit Grasland bedeckt, das im Hochveld einer Prärie ähnelt und häufig völlig baumlos ist. Im Grasland des Buschveld wachsen nur vereinzelt Bäume und Büsche. Auf dem Mittelveld, auf dem die Niederschläge sehr gering sind, besteht die Vegetation fast ausschließlich aus derben Wüstengräsern, die nur nach Regenfällen grün werden. Die Große und die Kleine Karroo sind mit trockenem Gestrüpp bewachsen.
In Südafrika sind zahlreiche große Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparde, Hyänen, Schakale, Wildhunde und Erdwölfe beheimatet; zur Huftierfauna gehören neben Großsäugern wie Elefanten, Nashörnern, Flusspferden und Giraffen auch Zebras, Ducker, Klippspringer, Buschböcke, Spießböcke, Kudus, Impalas und Gazellen. Primaten sind durch Galagos, Meerkatzen und Paviane repräsentiert. Zumindest Großsäuger sind zumeist nur noch in Nationalparks anzutreffen. Der bedeutendste dieser Parks ist der Kruger Nationalpark im Nordosten, der sich entlang der Grenze zu Moçambique erstreckt. Weitere bedeutende Nationalparks sind der Kalahari Gemsbok National Park im Nordwesten, der Addo Elephant National Park bei Port Elizabeth und der Bergzebra (Bergkwagga) Nationalpark bei Cradock. Im Mai 2000 gaben Südafrika und Botswana die Vereinigung des Kalahari Gemsbok National Park und des Gemsbok National bekannt. Der neue Kgalagadi Transfrontier Park ist mit rund 38 000 Quadratkilometern doppelt so groß wie der Kruger Nationalpark. Insgesamt stehen in der Republik Südafrika etwa 5 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz. Die Avifauna (Vogelwelt) besteht aus etwa 596 Arten, dazu gehören Strauße, Perlhühner, Frankolinhühner, Flughühner, Wachteln, Ibisse, Trappen, Löffler, Flamingos, Mausvögel, Webervögel, Prachtfinken und Sekretäre. Der Steppen bewohnende gefährdete Paradieskranich ist der Nationalvogel Südafrikas. Vor der südafrikanischen Küste wurde 1938 der erste lebende Quastenflosser gefangen. In Südafrika gibt es neben Waranen, Agamen, Geckos, Chamäleons, anderen Echsen und Krokodilen über 100 Schlangenarten.
Von den 43,8 Millionen Einwohnern (2008) sind etwa 75 Prozent Schwarze, 14 Prozent Weiße, 8 Prozent Mischlinge und 3 Prozent Asiaten. Die Schwarzafrikaner gehören neun Volksgruppen an: den Zulu, den Xhosa, den Tswana, den Venda, den Sotho, den Ndebele, den Tsonga, den Swasi und den Pedi. Die Zulu als größte dieser Volksgruppen stellen etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Weißen stammen überwiegend von britischen, holländischen, deutschen und französisch-hugenottischen Siedlern ab. Die Einwohner holländischer Abstammung bezeichnen sich selbst als Afrikaander oder Buren und stellen etwa 60 Prozent der weißen Bevölkerung. Die Bevölkerung gemischter Herkunft, die hauptsächlich in den Kapprovinzen lebt, stammt vorwiegend von Schwarzen und Buren ab. Die Asiaten sind überwiegend indischer Abstammung und am zahlreichsten in KwaZulu-Natal vertreten. In der Kapprovinz wohnt eine kleine Zahl von Menschen malaiischer Herkunft.
Die größten Städte Südafrikas sind Johannesburg (etwa 3,23 Millionen Einwohner), das Zentrum eines Goldabbaugebiets, Kapstadt (2,97 Millionen), der Sitz des Parlaments, Durban (3,09 Millionen), ein bedeutender Seehafen am Indischen Ozean, Pretoria (1,21 Millionen), Hauptstadt und Sitz der Regierung, Port Elizabeth (692 000, in der Agglomeration 1,01 Millionen), Industriestadt mit wichtigem Hafen, Bloemfontein (381 000), ein Zentrum des Rinder- und Schafhandels, Germiston (164 000), Standort der Goldverarbeitung, und Springs (80 800), ein wichtiges Industriezentrum. 58 Prozent der Bevölkerung Südafrikas leben in Städten (2005). Über 25 Prozent der Gesamtbevölkerung leben im städtischen Großraum der Pretoria Witwatersrand Vereeniging (PWV), d. h. im Umkreis von 70 Kilometern um die Stadt Johannesburg.
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