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SüdafrikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Amtssprachen Südafrikas sind Englisch, Afrikaans, Ndebele, Tsonga, Sesotho (Nordsotho und Südsotho), Swazi, Tswana, Venda, Xhosa und Zulu. Afrikaans, das aus dem Niederländischen des 17. Jahrhunderts entstand, ist die Hauptsprache fast aller Afrikaander und vieler Mischlinge. Der übrige Teil der weißen Bevölkerung spricht Englisch. Die meisten Schwarzen verwenden eine der oben genannten Bantusprachen, beherrschen jedoch in der Regel auch Englisch bzw. Afrikaans. Die indische Bevölkerung spricht eine der indischen Sprachen wie Urdu oder Hindi.
Etwa vier Fünftel der Bevölkerung sind Christen, überwiegend Protestanten. Die meisten Afrikaander gehören zur niederländisch-reformierten Kirche, die meisten weißen Englisch sprechenden Südafrikaner sind Mitglieder der anglikanischen, der methodistischen oder der römisch-katholischen Kirche bzw. freier Kirchen. Viele Schwarze gehören den so genannten unabhängigen Kirchen an, die Elemente des Christentums und traditioneller afrikanischer Religionen miteinander verbinden. Die Asiaten sind meist Hindus oder Muslime. Außerdem gibt es in Südafrika eine jüdische Gemeinde mit etwa 120 000 Gläubigen.
Zu den staatlichen Feiertagen gehören Neujahr (1. Januar), der Tag der Menschenrechte (21. März), Ostern (Karfreitag bis Ostermontag, der auch Familientag genannt wird), Tag der Freiheit (27. April), Tag der Arbeit (1. Mai), Tag der Jugend (16. Juni), der nationale Frauentag (9. August), Tag des Erbes (24. September), Tag der Versöhnung (16. Dezember), Weihnachten (25. Dezember) und der Tag des Wohlwollens (26. Dezember). Fast den ganzen Juli über findet ein Zulufest mit Tanz und farbenfrohen Kostümen statt.
Das System der Apartheid hat tiefe Spuren in der südafrikanischen Gesellschaft hinterlassen. Die Weißen erfreuen sich eines Lebensstandards, der sich mit dem der höchstindustrialisierten Staaten der Welt vergleichen lässt. Das mittlere Haushaltseinkommen einer weißen Familie ist zwölfmal so hoch wie das einer schwarzen Familie. Über die Hälfte der Schwarzen lebt unterhalb der Armutsgrenze; die Arbeitslosenquote beträgt hier etwa 45 Prozent. Ein Viertel aller Schwarzen lebt in Baracken oder ist obdachlos, und 40 Prozent haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Nur ein Drittel der Häuser der Schwarzen verfügt über einen Stromanschluss. Die Lebenserwartung beträgt 42,4 Jahre (Frauen 41,4 Jahre, Männer 43,3 Jahre). Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 58 je 1 000 Lebendgeburten. Weiße Farmer besitzen über 87 Prozent des Landes. Seit 1975 hat die Zahl der wohlhabenden Schwarzen zugenommen, jedoch haben in der gleichen Zeit auch die Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Schwarzen stark abgenommen.
Die Politik der Apartheid in Südafrika führte auch zu unterschiedlichen kulturellen Entwicklungen. Während unter den Weißen die englische Kultur den größten Einfluss ausübte, unterscheiden sich beim schwarzen Bevölkerungsteil städtische und ländliche Kultur immens, wobei Erstere zunehmend internationalen Einflüssen ausgesetzt war, z. B. durch die Afroamerikaner. Die traditionelle Kultur der Schwarzen und der Afrikaander ist in den ländlichen Gebieten am stärksten ausgeprägt. In den letzten Jahren hat sich innerhalb der Gemeinschaft der Farbigen ein neues Selbstbewusstsein entwickelt, das in der Literatur, im Theater und in der Musik Ausdruck findet.
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