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SüdafrikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Südafrikas militärische und Polizeieinrichtungen wurden nach der Abschaffung der Apartheid stark umstrukturiert. Den neuen nationalen Streitkräften gehören rund 55 750 Berufssoldaten, eine etwa 120 000 Mitglieder umfassende Bürgerwehr und circa 130 000 Soldaten in regionalen Kommandotruppen an.
Bis zum 1. Weltkrieg (1914-1918) stützte sich die südafrikanische Wirtschaft hauptsächlich auf den Bergbau (Diamanten und Gold) und die Landwirtschaft. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges 1945 hat sich die Industrie des Landes stark entwickelt. Südafrikas Wirtschaft litt lange Zeit unter Sanktionen, die sich gegen das Apartheidregime richteten. Nach dem Ende der Apartheid wurde 1991 der internationale Handels- und Investitionsboykott aufgehoben. Seit diesem Zeitpunkt verzeichnet das Land ein Wirtschaftswachstum, wenn auch mit Schwankungen. In Punkto Industrialisierung nimmt Südafrika heute die Führungsposition auf dem afrikanischen Kontinent ein. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 255 155 Millionen US-Dollar (2006). Davon erwirtschaftet der Dienstleistungssektor 66,4 Prozent, die Industrie 30,9 Prozent und die Landwirtschaft 2,7 Prozent. Das BIP pro Kopf errechnet sich zu 5 384,10 US-Dollar. 65 Prozent der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt (2003), 25 Prozent in der Industrie und 10 Prozent in der Landwirtschaft. Die Auslandsverschuldung – eine Folgeerscheinung der Wirtschaftssanktionen gegen das Apartheidregime – belief sich 1996 auf knapp 23,6 Milliarden US-Dollar.
Aufgrund begrenzter Niederschlagsmengen und unfruchtbarer Böden dienen 85 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Viehwirtschaft, insbesondere der Zucht von Schafen, Ziegen, Rindern, Schweinen und Geflügel. Dennoch kann Südafrika sich weitgehend selbst mit Nahrungsmitteln versorgen. Die Weißen führen im Allgemeinen große, moderne landwirtschaftliche Betriebe, während Angehörige anderer ethnischer Gruppen zumeist nur kleine Farmen besitzen. Wichtigste Anbauprodukte sind Zuckerrohr, Mais, Weizen, Mohrenhirse, Weintrauben, Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Äpfel, Kaffee und Tabak.
Die Forstwirtschaft Südafrikas stützt sich weitestgehend auf Kiefern-, Eukalyptus- und Akazienwälder. Die Rinde der Akazienbäume, die zum Gerben verwendet wird, ist ein wichtiges Exportgut. Die Küstenfischerei ist sowohl für den Binnenmarkt als auch für den Außenhandel von Bedeutung. Ein Großteil des Fanges wird zu Fischmehl verarbeitet. Gefangen werden u. a. Seehechte, Sardellen, Sardinen, Heringe und Makrelen.
Südafrika ist sehr reich an Bodenschätzen. Die bedeutendsten davon sind Gold, Diamanten, Uran und Steinkohle. Bei der Förderung von Gold und Diamanten gehört Südafrika weltweit zu den führenden Ländern – beim Gold ist das Land an der Spitzenposition. Das gelbe Edelmetall wird hauptsächlich am Witwatersrand (besonders im Ballungsraum Johannesburg) abgebaut, wo sich in Tiefen zwischen 1 000 und 3 000 Metern das größte Goldlager der Welt erstreckt – es wurde 1886 entdeckt. Ebenfalls am Witwatersrand befindet sich eine weltweit bedeutende Uranerzlagerstätte. Im Nordosten zwischen Lesotho und Swasiland gibt es weitläufige und leicht ausbeutbare Kohlevorkommen. Ein weiteres Beispiel für den Reichtum an Bodenschätzen sind Diamanten. Die meisten Diamanten stammen aus den Diamantminen bei Kimberley, die im Jahr 1867 entdeckt wurden. Weitere in Südafrika vorkommende Rohstoffe sind Kupfer, Nickel, Asbest, Platin, Chromit, Fluorit, Phosphate, Vanadium, Zinn, Titan, Mangan und Eisenerze.
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