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SüdafrikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der in Südafrika erzeugte Strom stammt fast ausschließlich aus Wärmekraftwerken (2003: 93,68 Prozent). Dabei handelt es sich um Kohlekraftwerke.
1652 gründete Johan van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindischen Kompanie in der Tafelbucht am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation für die Schiffe der Kompanie auf ihrem Weg nach Indien, das spätere Kapstadt, das sich als Zwischenstation für den Ostindienhandel zu einem bedeutenden Hafen entwickelte. Im Umkreis der Station ließen sich bald niederländische, deutsche und französische (hugenottische) Siedler nieder, die hauptsächlich von der Landwirtschaft und – teilweise nomadisierend – von der Viehzucht lebten und relativ rasch eine eigene charakteristische Kultur und Sprache entwickelten. Diese Siedler, die Buren, verdrängten zunächst die ansässigen Khoikhoin aus den fruchtbaren Gebieten und unterwarfen bzw. vertrieben in der Folgezeit im Zuge der Expansion der Kapkolonie verschiedene Bantu-Ethnien, wie etwa die Nguni im Osten und die Sotho im Norden. 1779 begannen die Siedler mit der Eroberung des Landes der Xhosa; 80 Jahre später hatten die Weißen nach neun so genannten „Kaffernkriegen” das Land erobert und das Volk der Xhosa erheblich dezimiert.
1795 besetzten britische Truppen die Kapprovinz, annektierten sie (endgültig 1806) und machten sie zu einer Kronkolonie. Der massive Zuzug britischer Siedler in die Kapprovinz (besonders ab 1820), die vergleichsweise liberale Politik der Briten gegenüber der schwarzen Bevölkerungsmehrheit sowie die Abschaffung der Sklaverei im gesamten britischen Weltreich 1833/34, die auch die Buren in Südafrika zur Entlassung ihrer Sklaven zwang, führten zu zunehmenden Spannungen zwischen Briten und Buren. Vor allem diese Spannungen, aber auch zunehmende Landknappheit sowie innerafrikanische Umwälzungen infolge der Mfecane veranlassten die Buren ab 1835 zu ihrem Großen Treck Richtung Norden. 1838 fügten die Buren auf ihrem Treck den Zulu in Natal eine blutige Niederlage zu und errichteten die Republik Natal, die allerdings schon bald (1842) von Großbritannien besetzt und ebenfalls in eine Kronkolonie umgewandelt wurde. Weiter im Westen und im Norden gründeten die Buren den Oranje-Freistaat (siehe Free State) sowie jenseits des Vaal mehrere kleinere Staatswesen, die sich 1858 zur Südafrikanischen Republik (siehe Transvaal) zusammenschlossen. Auch den Oranje-Freistaat besetzten die Briten 1848 vorübergehend, erkannten ihn aber bald (1854), ebenso wie die Transvaal-Staaten (1852), als unabhängig an. 1867 wurden bei Kimberley, im Grenzgebiet zwischen Kapkolonie und Oranje-Freistaat, Diamanten gefunden. Daraufhin annektierte Großbritannien gewaltsam das Gebiet, das auch vom Oranje-Freistaat beansprucht wurde, machte es zur Kronkolonie Griqualand-West und gliederte es 1880 der Kapkolonie an. Zugleich stellte Großbritannien 1868 Basutoland (das heutige Lesotho) zum Schutz vor burischen Angriffen unter britisches Protektorat. 1877 brachten die Briten erneut die Südafrikanische Republik als Transvaal Territory unter ihre Herrschaft, mussten sich jedoch 1881 nach einer Niederlage gegen die Buren wieder aus Transvaal zurückziehen. 1883 wurde der Burenführer Paul Kruger Präsident in Transvaal.
1886 wurden gewaltige Goldvorkommen im südlichen Transvaal entdeckt. Tausende von britischen Minenarbeitern, von den Buren Uitlanders („Ausländer”) genannt, kamen nach Transvaal. Allerdings erhielten die Uitlanders im Transvaal nicht das volle Bürgerrecht, außerdem wurden sie und ihre Gesellschaften mit hohen Steuern belegt. Nachdem britisch-burische Kompromissverhandlungen zur Beilegung der Spannungen in Transvaal gescheitert waren, rief der Premierminister der Kapkolonie, Cecil Rhodes, die Uitlanders 1895 zur Revolte gegen die burische Regierung im Transvaal auf; dabei wurden die Uitlanders von einer kleinen Invasionstruppe unter dem Kommando von Sir Leander Starr Jameson unterstützt. Der Aufstand und der so genannte Jameson Raid scheiterten, Rhodes hatte sein Ziel, Transvaal wieder unter britische Herrschaft zu bringen, verfehlt und sah sich 1896 zum Rücktritt vom Amt des Premierministers gezwungen. Die Spannungen zwischen der Kapkolonie und den Buren-Republiken verschärften sich nun zusehends und eskalierten 1899 im Burenkrieg. Der Krieg endete 1902 mit der Kapitulation der Buren. Im Frieden von Vereeniging mussten die Buren die Umwandlung ihrer Republiken Transvaal und Oranje-Freistaat in britische Kronkolonien akzeptieren; die beiden neuen Kronkolonien erhielten jedoch weitgehende Autonomie und finanzielle Entschädigungen.
Am 31. Mai 1910 vereinigten sich die britischen Kolonien in Südafrika unter einer gemeinsamen Verfassung zur Südafrikanischen Union (Union of South Africa) mit dem Status eines Dominion innerhalb des Britischen Empire. Der fortdauernde britisch-burische Gegensatz schlug sich in der Formierung zweier rivalisierender politischer Parteien nieder: der probritischen South African Party (SAP) und der burischen National Party (NP). Die SAP stellte die ersten Regierungen unter den Premierministern Louis Botha (1910-1919) und Jan Christiaan Smuts (1919-1924). Die folgenden knapp zehn Jahre regierte die NP mit James Hertzog als Premierminister. 1934 fusionierten die SAP und die NP angesichts ihrer gemeinsamen „weißen” Interessen und vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise, die sich im Gold fördernden Südafrika extrem bemerkbar machte, zur United Party (UP). Zugleich spaltete sich ein burisch dominierter, extrem rechtsgerichteter Flügel unter dem Namen Gereinigte Nationale Partei (NP) von der neuen Partei ab; ihr Begründer und Führer war Daniel François Malan. Premierminister blieb auch nach 1934 Hertzog, bis er 1939 von Smuts im Amt abgelöst wurde. Außenpolitisch behauptete die junge Südafrikanische Union einen selbständigen Status, allerdings in enger Anlehnung an Großbritannien. 1914 trat die Union auf der Seite Großbritanniens in den 1. Weltkrieg ein und eroberte 1915 die deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika (das heutige Namibia). 1920 wurde der Union vom Völkerbund, dem sie als eigenständiges Gründungsmitglied angehörte, Deutsch-Südwestafrika als Mandatsgebiet der Klasse C übertragen. 1931 erhielt die Südafrikanische Union durch das Westminster-Statut die Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth of Nations. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges plädierte Premierminister Hertzog für einen neutralen Kurs, konnte sich jedoch nicht gegen die probritischen Kräfte um Jan Smuts durchsetzen und musste schließlich zu dessen Gunsten zurücktreten. Unter Jan Smuts trat Südafrika auf Seiten der Alliierten in den 2. Weltkrieg ein, war jedoch kaum in Kampfhandlungen involviert.
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