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MuseumEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Geschichte der Museen; Spezielle Museumstypen; Museumspersonal; Museumspädagogik, Öffentlichkeitsarbeit und andere Aktivitäten
Im Mittelalter wurden in Kirchen und Klöstern Kirchenschätze (Juwelen, Statuen, Manuskripte) und Heiligenreliquien zur Schau gestellt. Im 7. Jahrhundert begann man damit, hier auch Beutestücke auszustellen. In Kriegszeiten wurden aus diesen Beständen auch Forderungen siegreicher Feinde beglichen. So verkleinerte oder vergrößerte sich z. B. der Schatz der Kathedrale von Notre Dame in Reims je nach dem Kriegsglück der Franzosen. Erst die zunehmende Säkularisierung der Kunst machte dann aber den Weg frei zu einer eher ästhetischen denn religiösen Zwecken verpflichteten Ausstellungsform.
In der Frührenaissance ließ Lorenzo de Medici in Florenz einen Skulpturengarten einrichten. Im 16. Jahrhundert wurde es üblich, in den langen Gängen (siehe Galerien) der Paläste und Residenzen Skulpturen und Gemälde auszustellen. Im 17. Jahrhundert bezog man beim Entwurf von Barockschlössern die Kunstsammlung (Bilder, Skulpturen, Bücher, Kupferstiche) bereits in die architektonische Planung mit ein. Seitdem ist der Begriff Galerie auch für Sammlungen kommerzieller Art gebräuchlich (Galerie). Zu dieser Zeit ging man an Fürstenhöfen auch dazu über, Kunstobjekte in speziellen Räumen auszustellen. Diese wurden Kabinett (von französisch cabinet: Nebenzimmer) genannt. Ursprünglich war das Kabinett ein Möbelstück für kleinere Exponate (Kabinettschrank). Erste Kabinettzimmer wurden Ende des 16. Jahrhunderts in Italien und bald darauf in ganz Europa eingerichtet. An deutschen Fürstenhöfen etwa entstanden neben Kunst- und Kupferstichkammern, deren Exponate oftmals die unerschwinglichen Originalgemälde ersetzen sollten, auch so genannte Wunderkammern für Kuriositäten. Zunächst nur zum Privatvergnügen bzw. zur Repräsentation gedacht, wurden Kabinette und Galerien im ausgehenden 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts allmählich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Im 18. Jahrhundert wurde das öffentliche Museum zur festen Einrichtung weiterentwickelt. 1750 begann man in Paris damit, die Gemälde im Palais de Luxembourg an zwei Wochentagen der Öffentlichkeit (vorrangig Künstlern und Studenten) zugänglich zu machen. Später wurde diese Sammlung in den Louvre überführt, dessen Anfänge bis zu den königlichen Sammlungen Franz I. aus dem 16. Jahrhundert zurückreichen. Zur Zeit der Französischen Revolution – und inspiriert durch deren Ideen – wurde der Louvre zum ersten einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemachten Kunstmuseum (1793 eröffnet). Das erste Museum des neuen Typs allerdings war das Britische Museum in London, das 1753 eröffnet wurde. Besucher mussten sich zwecks Besichtigung schriftlich anmelden. Noch um 1800 waren Wartezeiten von zwei Wochen üblich. Außerdem durften sich nur kleinere Gruppen maximal zwei Stunden im Museum aufhalten. Als typische Produkte der Aufklärung entstanden im 18. Jahrhundert zahlreiche Museen. Die Kunstsammlung der Medici war bereits 1739 zum Staatsbesitz erklärt worden. Unter Papst Klemens XIV. kam die Kunstsammlung des Vatikan 1769 in Kirchenbesitz und wurde als Museum eröffnet. In Madrid entstand das nationale Wissenschaftsmuseum (1771). Die königlichen Sammlungen von Wien (1700) und Dresden (1746) wurden ebenso einem großen Besucherkreis zugänglich gemacht wie die Eremitage in Sankt Petersburg (1765). In Kassel entstand das Museum Fridericianum als erster fürstlicher Museumsbau (1769-1779). In den USA baute man in Charleston (South Carolina) 1773 ein erstes naturgeschichtliches Museum. Der erste unabhängige Museumsbau in Deutschland wurde 1830 in München eingeweiht. Die von Leo von Klenze zwischen 1816 und 1830 im Auftrag Ludwigs I. erbaute Glyptothek war der antiken Kunst gewidmet.
Im 19. Jahrhundert entstanden eine Reihe von Museumstypen, die sich bisher kaum wahrgenommenen wissenschaftlichen Bereichen widmeten, oder aber – zur Förderung der Forschung – Universitäten beigeordnet waren.
Das erste universitätsgebundene Museum wurde 1671 in Basel gegründet, von wo aus sich diese Art Institution vor allem auf den englischsprachigen Raum ausbreitete. Auf das Ashmolean Museum (1683) der Universität Oxford wurde erstmals der Begriff Museum angewandt. In Cambridge entstand das Fitzwilliam Museum (1816) mit einer Kunst-, Antiquitäten- und Münzsammlung. In den USA richtete das Harvard College (der Vorläufer der Universität)1750 einen Raum für Kuriositäten ein, aus dem sich ein Universitätsmuseum entwickelte.
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