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Windows Live® Suchergebnisse WeinrebeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Methoden des Weinbaus; Weinbaugebiete und Rebsorten; Geschichte des Weinbaus; Systematische Einordnung
Weinrebe, Gattung kletternder Pflanzenarten aus der Familie der Weinrebengewächse. Die Stängel der Weinreben klettern mit Hilfe spezialisierter Stützorgane, der Ranken, an Wänden und Zäunen. Handförmig geäderte Blätter stehen wechselständig an den Stängeln. Der Blütenstand der Weinrebe ist eine Rispe. Die unscheinbaren Blüten der Wildarten sind funktionell zweihäusig, die der Kulturformen jedoch meist zwittrig. Die fünf gelblich grünen Kronblätter sind an der Spitze verwachsen, sie fallen als fünfzipfelige Haube ab. Die Blüten sind sehr wohlriechend. Aus dem oberständigen Fruchtknoten entwickeln sich grüne, gelbe, rote oder dunkelblaue Weinbeeren.
In den Weinbergen wird in der Regel im Frühjahr mit einjährigen bewurzelten oder gepfropften Setzlingen begonnen. Die Wurzeln werden zur Arbeitserleichterung auf 7,5 bis zehn Zentimeter zurückgeschnitten, dann werden die Weinstöcke mit 2,4 bis drei Meter Abstand gesetzt. Später werden alle Triebe außer dem stärksten weggeschnitten. Im Frühjahr der beiden darauf folgenden Jahre wird dieser Vorgang wiederholt. Die Pflanze, die so herangezogen wird, entwickelt einen starken Hauptspross, der an einen kleinen Baumstamm erinnert. Diese starken Stämme können ohne Stütze aufrecht stehen. Während dieser Hauptspross nun weiter wächst, wird die Weinrebe locker an eine 1,8 Meter hohe oder höhere Stützkonstruktion gebunden. Sobald sich Früchte entwickeln, werden die Weinreben sorgfältig beschnitten; die Triebe, die daraus entstehen, sind fruchtbarer und liefern eine höhere Traubenqualität. Weinreben werden von sehr vielen Schädlingen, vornehmlich der Reblaus, befallen, und sind anfällig gegen viele Pflanzenkrankheiten, vor allem Graufäule sowie Echten und Falschen Mehltau.
Heute wird in allen wärmeren Gebieten der Erde Weinbau betrieben, speziell in Westeuropa, auf dem Balkan, in Kalifornien, Australien, Südafrika und Teilen Südamerikas. Während der Kolonialzeit wurden Weinreben auch ins östliche Nordamerika eingeführt; damals misslang der Anbau jedoch wegen Schädlingsbefalls und Pflanzenkrankheiten. Weinsorten, die im Osten der Vereinigten Staaten erfolgreich gedeihen, etwa Concord und Delaware, sind Stämme, die aus Kreuzungen der europäischen Weinrebe (auch Edler Weinstock genannt) mit verschiedenen einheimischen Arten stammen, besonders mit der Fuchsrebe, der Sommerrebe, der Uferrebe und der Muskadinerrebe. Ostamerikanische Weinbeeren sind durch eine saftige Schicht zwischen der Haut der Frucht und dem Fruchtfleisch gekennzeichnet; die Haut kann deshalb leicht entfernt werden.
Samen von Weinbeeren wurden in der Schweiz und in Italien in den Überresten bronzezeitlicher Pfahlbauten und in Grabkammern aus dem Ägypten der Antike gefunden, Weinbeeren werden also seit langer Zeit gesammelt. Botaniker gehen davon aus, dass Weinreben ursprünglich rund um das Kaspische Meer heimisch waren. In Palästina wurde zu biblischen Zeiten Wein angebaut; die phönizischen Seefahrer verbreiteten die Anbautechnik im ganzen Mittelmeerraum. Die Griechen des Altertums bauten ebenfalls Wein an; später übernahmen die Römer diese Verfahren und setzten sie auch in ihren Kolonien ein. In Deutschland betrieben die Römer erstmals im 2. Jahrhundert Weinbau. Wichtige Weinbaugebiete gab es vor allem in Süddeutschland. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Rebfläche in Deutschland viermal so groß wie heute; u. a. auf Grund einer Klimaverschlechterung ging die Anbaufläche später zurück und blieb weitgehend auf klimatisch günstige Stromtäler beschränkt. Heute werden in Deutschland auf etwa 100 000 Hektar Weinreben gezogen, dies entspricht einem Prozent der weltweiten Anbaufläche.
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