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Ägypten

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Ägypten (Flagge und Hymne)Ägypten (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
2.3

Klima

Die Lage Ägyptens im subtropischen Trockengürtel bewirkt regenarmes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Der überwiegende Teil Ägyptens ist klimatisch durch lang anhaltende Trockenheit und ganzjährig hohe Sonneneinstrahlung geprägt. Im nördlichen Teil des Landes herrscht das für den Mittelmeerraum typische Winterregenklima. Der Küstenstreifen am Mittelmeer und das Nildelta erhalten während der kalten Jahreszeit Niederschläge, deren Jahressumme jedoch meist 200 Millimeter unterschreitet. Hier liegen auch die regenreichsten Gebiete des Landes. Nur vereinzelt bringen Kaltlufteinbrüche von Norden her Niederschläge bis weit in das Landesinnere. Südlich von Kairo regnet es demgegenüber sehr selten, in vielen Regionen können Niederschläge auch über mehrere Jahre ausbleiben.

Die mittlere Januartemperatur liegt in Kairo bei 12 °C, die des Juli bei 27 °C. Nach Süden hin steigen die Temperaturen; in Assuan betragen die Werte 15 °C im Januar und 32 °C im Juli. In den Wüstengebieten kommt es zu extremen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Tageshöchstwerte können dabei mehr als 50 °C erreichen; nachts sinken die Werte häufig auf unter 5 °C.

2.4

Flora und Fauna

Etwa 70 Pflanzenarten sind in Ägypten endemisch. Aufgrund der überwiegend trockenen Bedingungen und der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung setzt sich die Flora weitgehend aus Kulturpflanzen zusammen. Vegetationsreich sind in Ägypten vor allem Nildelta, Niltal und Oasen. Die am weitesten verbreitete Baumart ist die Dattelpalme. Zu den wenigen einheimischen Bäumen zählen ferner Maulbeerbäume, Tamarisken, Akazien und Johannisbrotbäume. Daneben wurden Baumarten eingeführt, die ursprünglich nicht in Ägypten beheimatet waren. Dazu gehören Zypressen, Ulmen, Eukalyptus, Mimosen und verschiedene Obstbäume. Auf den Schwemmlandböden insbesondere des Deltagebiets gedeiht eine vielfältige Pflanzenwelt, die auch Weinreben, verschiedene Gemüse und Blumen (z. B. Lotos, Jasmin, Rosen) umfasst. Typische Pflanzen in den Trockengebieten sind Halfagras und verschiedene Dornstraucharten. Die einst an weiten Teilen des Nilufers wachsende Papyrusstaude tritt heute nur noch im äußersten Süden des Landes verbreitet auf.

Wegen des trockenen Klimas gibt es in Ägypten nur wenige einheimische Wildtierarten. In den Wüstengebieten leben Gazellen, Springmäuse, Echsen und Skorpione; vor allem im Deltagebiet sowie in den Bergen entlang des Roten Meeres sind Wüstenfüchse, Hyänen, Schakale, Mungos, Wildesel und Wildschweine verbreitet. Mindestens sieben Säugetierarten sind in Ägypten endemisch. Die im Altertum zahlreichen Krokodile und Nilpferde finden heute nur noch am Oberen Nil geeigneten Lebensraum. Insbesondere im Nildelta und im Niltal gibt es eine große Artenvielfalt an Vögeln. Dazu gehören Nektarvögel, verschiedene Reiher (u. a. Silber-, Seiden-, Küsten-, Nacht- und Kuhreiher), Dommeln, Löffler, Pelikane, Flamingos, Kragentrappen, Wiedehopfe und Limikolen wie Regenpfeifer, Rennvögel und Schnepfen. Zu den Greifvögeln zählen u. a. Gleitaar, Lanner- und Wüstenfalke, Geier (Bart- und Schmutzgeier) sowie Adler (Stein-, Schell-, Habichts- und Fischadler). Im Nil und in den Seen des Deltagebiets leben etwa 100 verschiedene Fischarten.

3

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Ägyptens beträgt etwa 81,7 Millionen (2008). Fast 99 Prozent der Bevölkerung leben im Gebiet des Niltales, das weniger als 4 Prozent der gesamten Staatsfläche umfasst. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 82 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Siedlungsdichte im Niltal nimmt von Norden nach Süden ab. Das Nildelta gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Die Bevölkerung Ägyptens wächst rasch an; das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,68 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Männern 69,3 Jahre, bei Frauen 74,5 Jahre (2008).

Die meisten Ägypter stammen von der hamitosemitischen Völkergruppe ab, die schon das alte Ägypten besiedelte und sich mit den Arabern, die das Gebiet im 7. Jahrhundert n. Chr. erobert hatten, vermischte. Daneben finden sich insbesondere in Unterägypten Elemente anderer Eroberervölker wie der Griechen, der Römer und der Türken. Aufgrund dieser ethnischen Vielfalt weisen die Bewohner des Niltales andere Merkmale auf als die anderen Mittelmeervölker der Region. Das Volk der Nubier bildet eine bedeutende Minderheit in den südlichen Landesteilen. Einige nomadische und halbnomadische Hirtenvölker, insbesondere die Beduinen, leben weiterhin in den Wüstengebieten, wo sie ihre alten Traditionen und Sozialstrukturen weitgehend erhalten haben.

3.1

Wichtige Städte

Etwa 42 Prozent der ägyptischen Bevölkerung leben in Städten (2005). Hauptstadt des Landes ist Kairo mit einer Einwohnerzahl von circa 7,50 Millionen Einwohnern (2003) und rund 10,83 Millionen in der Agglomeration. Weitere bedeutende Städte sind: Alexandria (3,75 Millionen), die wichtigste Hafenstadt, Gise (2,57 Millionen), ein Industriezentrum in der Nähe von Kairo, Port Said an der Mittelmeereinfahrt in den Suezkanal (469 000) und Suez (418 000), die Stadt am Südende des Kanals.

3.2

Sprache

Die Amtssprache ist Arabisch. Es gibt viele Dialekte, von denen der Cairene-Dialekt am weitesten verbreitet ist. In einigen Oasenstädten im Westen werden auch Berbersprachen gesprochen. Als Handelssprachen sind Englisch und Französisch verbreitet.

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