![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 6 von 16
ÄgyptenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In Ägypten leben etwa 35 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung von Ackerbau und Viehhaltung. Jedoch ist nur ein kleiner Teil der Staatsfläche agrarisch nutzbar; die landwirtschaftliche Nutzfläche beschränkt sich auf nur etwa 3 Prozent. Kultiviert werden das Niltal, das Nildelta und einige Oasen, die hoch anstehendes Grundwasser für die Bewirtschaftung des Landes nutzen. Der Grundbesitz wurde durch das Landreformgesetz von 1952 grundlegend umstrukturiert, der individuelle Bodenbesitz wurde auf eine Fläche von etwa 80 Hektar begrenzt. Diese Fläche wurde 1961 auf etwa 40 Hektar verringert und 1969 noch einmal auf etwa 20 Hektar halbiert. Die vom Staat beschlagnahmten Ländereien wurden zwar an die Fellachen (Kleinbauern) verteilt, doch das wirtschaftliche Gefälle zwischen mittelständischen Bauern und Fellachen besteht unverändert fort. Auf Betreiben der Regierung wurde durch Urbarmachung, Bewässerung (insbesondere seit Abschluss der Bauarbeiten am Assuan-Hochdamm) und den Einsatz moderner Technik (Kunstdünger und landwirtschaftliche Geräte) die Gesamtfläche des landwirtschaftlich nutzbaren Landes vergrößert. Im Januar 2003 wurde am Nassersee ein Pumpwerk in Betrieb genommen, mit dessen Hilfe Wasser des Sees über Kanäle in einige Oasen der Libyschen Wüste geleitet werden soll. Der verstärkte Einsatz von Kunstdünger ist seit dem Ausbleiben der Ablagerung von nährstoffreichem Schlamm nötig. Das ägyptische Kulturland gehört zu den ertragreichsten Böden der Welt. Ägypten ist der weltweit wichtigste Produzent von langfaseriger Baumwolle. Zu den weiteren wichtigen Anbauprodukten zählen Mais, Zuckerrohr, Weizen, Reis und Tomaten. Daneben werden Wassermelonen, Hirse, Gerste, Zwiebeln, Gemüse, Zitrusfrüchte, Mangos, Datteln, Feigen und Wein angebaut. Die Viehhaltung umfasst vorwiegend Schafe, Ziegen, Esel und Hühner. Darüber hinaus ist die Zucht von Arbeits- und Lasttieren wie Rindern und Büffeln bedeutend. Obwohl auch durch die Regulierung der Wasserführung des Nil in den meisten Regionen mehrere Ernten im Jahr möglich sind, kann der Agrarsektor den Bedarf der heimischen Bevölkerung an Grundnahrungsmitteln nicht decken. Trotz systematischer Ausweitung des Kulturlandes sind nach wie vor hohe Importe von Nahrungsmitteln notwendig.
In Ägypten gibt es eine bedeutende Fischereiindustrie. Zu den fischreichsten Gewässern gehören die flachen Seen im Deltagebiet, der See Birkat Qarun und das Rote Meer. Die früher ergiebigen Sardinenschwärme entlang der Mittelmeerküste sind seit der Fertigstellung des Assuan-Hochdammes und den nachfolgenden ökologischen Veränderungen größtenteils verschwunden.
Ägypten verfügt über zahlreiche Bodenschätze. Heute spielt in diesem Zusammenhang vor allem die Förderung von Erdöl eine große Rolle. Erdöl und dessen Produkte gehören zu den wichtigsten Exportgütern des Landes (der Anteil von Erdöl und Erdölerzeugnissen am Export lag 1998 bei nahezu 34 Prozent). Bedeutende Ölvorkommen gibt es z. B. in den Küstenregionen des Roten Meeres, in El Alamein am Mittelmeer und auf der Sinai-Halbinsel. Die durchschnittliche Jahresfördermenge liegt bei etwa 46 Millionen Tonnen Erdöl. Daneben werden jährlich etwa 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert (2003). Weitere Bodenschätze sind beispielsweise Phosphate, Manganerz, Eisenerz und Titan. 1991 wurde in der Umgebung der Stadt Assuan mit dem Abbau von Uranerz begonnen.
Im Vergleich zu anderen Ländern Afrikas ist die Industrialisierung Ägyptens relativ fortgeschritten. Rund ein Fünftel (um 20 Prozent) aller Erwerbstätigen ist in der Industrie beschäftigt und erzielt knapp ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes. Neben der Erdölförderung sowie der Erdölverarbeitung zählen vor allem die Textil- und die Metallindustrie zu den wichtigen Industriezweigen des Landes. Die Produktion konzentriert sich dabei auf die Ballungsgebiete im Nildelta, vorwiegend Kairo und Alexandria. Zu den industriellen Erzeugnissen des Landes gehören z. B. Erdölprodukte, Baumwollgarn, Jutegarn und -stoffe, Wollgarn, Metallerzeugnisse, Schwefelsäure, Stickstoffdünger, Papier, Zement, Autoreifen sowie Fernsehgeräte. Zu den kleineren Gewerbebetrieben mit gesamtwirtschaftlicher Bedeutung gehören Gerbereien, Brauereien, keramische Werkstätten und Parfümfabriken.
Die offizielle Währung ist das Ägyptische Pfund zu 100 Piaster. Die 1961 gegründete Ägyptische Zentralbank kontrolliert die Bankgeschäfte der Regierung, die Privatbanken sowie die Zentralnotenbank. Es gibt mehr als 200 inländische und ausländische Banken.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |