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Windows Live® Suchergebnisse Jean-Baptiste Antoine Pierre de Monet, Chevalier de LamarckEnzyklopädieartikel
Jean-Baptiste Antoine Pierre de Monet, Chevalier de Lamarck (1744-1829), französischer Naturforscher, der Pflanzen und wirbellose Tiere erforschte, er formulierte eine der ersten Evolutionstheorien. Lamarck wurde in Bazentin-le-Petit geboren. Bis zum Tod seines Vaters 1759 erhielt er an der Jesuitenschule von Amiens eine klassische Ausbildung. Danach trat Lamarck in den Militärdienst ein und begann mit seinen Untersuchungen an Pflanzen. Im Jahr 1768 quittierte er den Dienst, studierte vier Jahre lang in Paris Medizin und entwickelte währenddessen Interesse an Meteorologie und Chemie und sammelte Schalen von Mollusken. Gleichzeitig schrieb er über seine botanischen Beobachtungen ein Buch, das durch Vermittlung des Naturforschers Georges Louis Buffon 1779 unter dem Titel Flore françois (Flora Frankreichs) erscheinen konnte. Aufgrund dieses Buches und seiner Freundschaft mit Buffon wurde Lamarck 1783 als Botaniker in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seine bedeutendsten Arbeiten fallen in seine Zeit am Jardin des Plantes (Botanischer Garten) ab 1788. Im Zuge der Umgestaltung des Jardin des Plantes 1793 wurde das neue naturgeschichtliche Museum weitgehend nach Lamarcks Überlegungen konzipiert. Paradoxerweise entfernte sich Lamarck in dieser Zeit von der Botanik und wurde zum Professor in einem Forschungsgebiet, das sich mit Insekten und Weichtieren befasste: Er führte den Begriff wirbellose Tiere in die Zoologie ein. Zwar gelangen Lamarck wichtige Entdeckungen in Meteorologie, Botanik, Chemie, Geologie und Paläontologie, jedoch machten ihn seine Arbeiten zur Zoologie der wirbellosen Tiere und seine theoretischen Arbeiten zur Evolution besonders bekannt. Er veröffentlichte ein eindrucksvolles siebenbändiges Werk: Histoire naturelle des animaux sans vertèbres (1815-1822, Naturgeschichte der wirbellosen Tiere). Lamarck kam zu seinen theoretischen Überlegungen über Evolution, die als Lamarckismus bekannt wurden, bevor er seine umfangreichen Beobachtungen an wirbellosen Tieren durchführte. Wie andere Naturforscher, etwa Georges Cuvier und Geoffroy Saint-Hilaire, hatte sich auch Lamarck der Auffassung angeschlossen, Tiere seien auf einer kontinuierlichen scala naturae (Stufenleiter des Lebendigen) angeordnet. Lamarck vertrat folgende Ansicht: Nachdem die Natur einmal das Leben geschaffen habe, sei die Bildung aller weiteren Lebensformen auf die Einwirkung von Zeit und Umweltbedingungen auf die Organisation der Lebewesen zurückzuführen. Kompliziertere Lebensformen entwickelten sich ihm zufolge aus einfachen Formen. Lamarck stellte diese Gedanken erstmalig in seinem theoretischen Hauptwerk vor, der Philosophie zoologique (2 Bde., 1809, Zoologische Philosophie), und entwickelte sie zeit seines Lebens weiter. Seine abschließende Formulierung dieser Hypothese findet sich in dem erwähnten vielbändigen Werk über wirbellose Tiere. Lamarck erklärt darin, die marche de la nature (Stufenleiter des Lebendigen) unterliege drei biologischen Gesetzen: der Wirkung von Umwelteinflüssen auf die Entwicklung von Organen; den Veränderungen im Körperbau, die abhängig vom Gebrauch oder Nichtgebrauch von Körperteilen seien; sowie der Vererbung erworbener Eigenschaften. Lamarck starb, ohne dass seine Arbeit oder seine Gedanken größere wissenschaftliche Anerkennung gefunden hätten. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden seine Auffassungen ernsthaft diskutiert. Heute hat der Lamarckismus als Erklärung für evolutionäre Vorgänge keine Grundlage mehr.
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