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Yucatán

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Gouverneurspalast in UxmalGouverneurspalast in Uxmal
Artikelgliederung
1

Einleitung

Yucatán, Halbinsel am Südende Nordamerikas und im Norden Zentralamerikas, die den Golf von Mexiko vom Karibischen Meer abtrennt.

Auf der Halbinsel liegen die mexikanischen Bundesstaaten Yucatán, Campeche, Quintana Roo sowie ein Teil von Tabasco (siehe Mexiko); außerdem die gesamte Fläche des Staates Belize und der nördliche Teil Guatemalas.

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Physische Geographie

Die Halbinsel umfasst ein Plateau aus korallinem (aus Korallenriffen hervorgegangenem) Kalkstein. Die durchschnittliche Höhe beträgt etwa 150 Meter; nur in einigen südlichen Teilen erreichen einzelne Hügel Höhen von etwa 460 Metern. Die Halbinsel hat eine Fläche von insgesamt etwa 181 300 Quadratkilometern; sie ist ungefähr 600 Kilometer lang und 450 Kilometer breit.

Auffallende topographische Merkmale des nördlichen Teiles sind die zahlreichen Dolinen sowie unterirdische Karstrinnen (siehe Höhle), in denen Regenwasser abläuft. Das im Allgemeinen heiße, randtropische Klima wird durch Passate abgeschwächt. Der mittlere Jahresniederschlag liegt zwischen etwa 500 Millimetern im Norden und 2 000 Millimetern im äußersten Süden, der überwiegende Teil davon fällt im Sommer. Gelegentlich wird die Halbinsel von tropischen Wirbelstürmen erreicht; im Oktober 2005 verursachte Hurrikan Wilma schwere Schäden. Der Norden von Yucatán wird von offenen Dornstrauchsavannen dominiert, die nach Süden zunächst in Laub abwerfende Wälder und in Guatemala allmählich in tropischen Regenwald übergehen.

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Bevölkerung und Wirtschaft

Die größte Stadt der Halbinsel ist Mérida, Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Weitere größere Städte sind Campeche, die Hauptstadt des gleichnamigen Staates, sowie Belmopan, Hauptstadt von Belize. Im trockenen Norden der Halbinsel hat sich eine bedeutende Industrie auf der Basis der dort angebauten Henequen-Agave (Agave fourcroydes) entwickelt; die Blätter dieser Pflanzen liefern sisalhanfartige Fasern, die man zur Herstellung von Schnüren und Seilen verwendet. Die Küstenbevölkerung lebt überwiegend vom Fischfang und der Fischverarbeitung. In jüngerer Zeit wurden vor der Westküste im Golf von Campeche ertragreiche Ölquellen entdeckt.

In den Waldgebieten des niederschlagsreicheren Südens werden – vorwiegend unter staatlicher Kontrolle – Mahagoni und andere Edelhölzer geschlagen. Auch die Landwirtschaft spielt dort eine wichtige Rolle; angebaut werden vor allem Kaffee, Mais, Baumwolle, Zuckerrüben und Tabak. Die wichtigsten Exportgüter sind neben den Henequen-Fasern der Chiclegummi, der zur Kaugummiherstellung dient. Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist der Tourismus. Die Stadt Cancún wurde in den siebziger Jahren mit Förderung durch die mexikanische Regierung zu einem bedeutenden Badeort an der Karibikküste ausgebaut. Darüber hinaus ziehen die zahlreichen Mayastätten, vor allem Chichén Itzá, Uxmal, Tikal, Uaxactun und Calakmul, viele Besucher an. Einige dieser Stätten gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Geschichte

Das Volk der Maya, dessen hoch entwickelte Zivilisation ihre Blütezeit bereits vor der „Entdeckung” Amerikas durch Europäer erreicht hatte, bildet noch heute den Hauptteil der ländlichen Bevölkerung. Als erste Europäer erforschten die Spanier im frühen 16. Jahrhundert Yucatán. Hernán Cortés durchquerte 1525 die Halbinsel an ihrer breitesten Stelle. Wenige Jahre später begann die Unterwerfung der Maya durch die Spanier, und um 1549 befand sich etwa die Hälfte der Halbinsel unter spanischer Herrschaft. Die spanische Vorherrschaft über große Teile des Gebiets hielt sich bis ins frühe 19. Jahrhundert und wurde erst durch die Unabhängigkeit Mexikos und Guatemalas 1821 beendet.

1847 kam es zu einem Aufstand der Maya, der zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung forderte. Yucatán und Campeche wurden 1862 zu eigenständigen Staaten Mexikos erklärt. 1902 wurde Quintana Roo zum selbständigen Territorium erklärt, 1975 wurde das Gebiet ein mexikanischer Bundesstaat.

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