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Windows Live® Suchergebnisse KoreaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Das Koryo-Reich (918-1392); Die Choson-(Yi-)Dynastie (1392-1910); Japanische Herrschaft (1910-1945); Teilung des Landes nach dem 2. Weltkrieg
Korea, Halbinsel in Asien, seit 1948 in zwei Staatsgebiete geteilt: die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) und die Republik Korea (Südkorea). Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte Koreas bis zum Zeitpunkt seiner Teilung; zur Beschreibung des Landes, zu Klima, Bevölkerung, Wirtschaft, Politik und Geschichte seit der Teilung siehe Nordkorea und Südkorea. Der älteste bekannte koreanische Staat ist das alte Chosonreich im Gebiet des heutigen Nordwestens von Korea und des Südens der Mandschurei; 108 v. Chr. wurde es von den Chinesen erobert. Als der chinesische Einfluss zurückging, entstanden im 3. oder 4. Jahrhundert n. Chr. weiter südlich die Königreiche Paekche und Silla. An der Südküste befand sich ein viertes Reich, Kaya. Ursprünglich war Koguryo das mächtigste Reich. Es beherrschte im 5. Jahrhundert den größten Teil der Halbinsel und der Mandschurei. In der Mitte des 6. Jahrhunderts wurde Kaya von Silla erobert. Silla eroberte das Gebiet um Seoul im Han-Tal, während Koguryo und Paekche mehr und mehr Gebiete verloren. Jedes der drei Königreiche verfügte über eine lebhafte eigene Kultur. Koguryo war bekannt für seine militärischen Errungenschaften, während in Silla mehr Wert auf den Aufbau dauerhafter sozialer und politischer Institutionen gelegt wurde. Paekche unterhielt intensive Beziehungen sowohl zu China als auch zu Japan und entwickelte einen hohen Zivilisationsstandard. Politisch und militärisch war es allerdings schwach. Im Jahr 668 besiegte Silla, das sich mit der chinesischen Tang-Dynastie verbündet hatte, Koguryo und Paekche und gründete so den ersten geeinten koreanischen Staat. Großen Einfluss auf das geistige und künstlerische Leben in Silla hatte der Buddhismus, der im 4. Jahrhundert auf der Halbinsel eingeführt wurde und im 6. Jahrhundert eine mächtige Kraft darstellte. Chinesische Kultur, Schriftsprache und politische Institutionen übten ebenfalls großen Einfluss aus. Bis zum 10. Jahrhundert war dann eine eigene koreanische Staatsform fest verwurzelt, und trotz vieler Änderungen und stetigem Wandel blieb dieses koreanische Staatswesen bis in die moderne Zeit erhalten.
Im 9. Jahrhundert begann der Niedergang von Sillas Monarchie und Regierungsinstitutionen, und regionale Herrscher gewannen auf Kosten der Hauptstadt an Macht. Von 890 bis 935 lebten die alten drei Königreiche wieder auf. Jetzt gelang dem nördlichen Reich, Koryo, die Wiedervereinigung des Landes (der Name ist von Koguryo abgeleitet, er spiegelt sich in der heutigen Bezeichnung der westlichen Welt für das Land wider: Korea). Das Reich wurde 918 von Wang Kon, Kriegsherr und Staatsmann, gegründet. Es gelang Koryo, die regionalen Führer unter einer zentralen Herrschaft zu vereinen und seine Grenzen nach Norden bis zum Yalu auszudehnen. Hier geriet Koryo in Konflikt mit der aus der Mandschurei stammenden Kitan-(Liao-)Dynastie. Das Reich litt sehr unter den von 993 bis 1018 dauernden kriegerischen Auseinandersetzungen, konnte jedoch seine Position behaupten und erreichte 1022 einen dauerhaften Frieden. Den Höhepunkt der Blütezeit seiner Kultur erlebte Koryo im folgenden Jahrhundert, das sich durch eine stabile zentrale Regierung auszeichnete, deren Institutionen und Methoden stark von China geprägt waren. Weitere Merkmale waren der streng buddhistische Glaube, der zu vielen künstlerischen und geisteswissenschaftlichen Werken animierte, sowie ein besonderes Töpferhandwerk, das ausgezeichnete Tonwaren mit graugrüner Glasur herstellte, die eisenhaltige Pigmente enthielt. Derartige Töpferwaren erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. Im frühen 12. Jahrhundert geriet die politische Stabilität ins Wanken. Mächtige Adelsfamilien kämpften gegen den Thron um die politische Macht, und die aus der Mandschurei stammende Jurchen-(Chin-)Dynastie übte von außen Druck aus, was zur Uneinigkeit der Herrscher führte. 1170 verjagte das unter Diskriminierungen leidende Militär die zivilen Beamten und machte die Könige zu Marionettenherrschern. Damit begann eine Zeit innerer Kämpfe. 1231 fielen die Mongolen in Korea ein. Die kriegerischen Auseinandersetzungen, die nun begannen, endeten 1259 mit der Eroberung von Koryo durch die Mongolen. Unter mongolischer Herrschaft nahmen die koreanischen Könige wieder ihre Herrscherrolle ein. Es gelang Koryo, die Mongolen 1356 zu vertreiben. Allerdings war man außerstande, die Institutionen auf lange Sicht wieder aufzubauen oder die neuen politischen Kräfte, auf die man nun traf, in Schach zu halten. So löste sich das Reich 1392 auf.
Im Lauf des 14. Jahrhunderts hatte der vom chinesischen Philosophen Zhú Xi formulierte Neokonfuzianismus großen Einfluss in Korea. Dieses hoch entwickelte Wertesystem mobilisierte die mittleren Ränge der Beamtenschaft von Koryo, und ihre Bemühungen um soziale und politische Reformen führten zur Gründung der Choson-Dynastie durch Yi Songgye.
Die ersten Könige der Choson-Dynastie und die durch den Konfuzianismus geprägte Führungselite errichteten eine soziale und politische Struktur, die bis 1910 allen Bedrohungen widerstand. Dies ist eine der längsten Herrschaftsperioden einer einzigen Dynastie. Trotz der starken Beeinflussung durch die chinesische Kultur gelang es Choson, seine eigene Identität zu bewahren. Dies zeigt sich etwa in dem eigenen, einzigartigen Alphabet, das 1446 von König Sejong entwickelt wurde. Während der ersten 200 Jahre herrschte in Choson Frieden. Im 16. Jahrhundert begann allerdings das Auseinanderbrechen der Führungselite. Als Choson durch diese Probleme in Anspruch genommen war, begannen die Japaner 1592 eine Invasion des Landes. Sie wollten Korea als Durchgangsweg für die Eroberung Chinas nutzen. 1598 gelang es Choson mit Hilfe der chinesischen Ming-Dynastie und mit Hilfe des mächtigen Marinehelden Yi Sunsin, die Japaner zurückzuschlagen. Korea hatte sich noch nicht wieder erholt, als die Mandschu in Choson einfielen (1627, 1636) und das Reich aus der Oberherrschaft der Ming herauslösten. Die Eroberung Chinas durch die Mandschu 1644 stellte Choson vor neue Probleme. Andererseits legten die Koreaner, die vorübergehend vom chinesischen Einfluss abgetrennt waren, nun mehr Wert auf die Entwicklung ihrer eigenen Kultur.
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