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Korea

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Koreanische Kŏmun’oKoreanische Kŏmun’o
Artikelgliederung
3.2

Der Niedergang der Dynastie

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Choson zumeist von kompetenten Herrschern regiert, dennoch kam es von Zeit zu Zeit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Gesellschaftspolitisch stellte sich das Problem, dass die Führungselite personell aufgebläht wurde. Die Wirtschaft sah sich der rasend schnellen Entwicklung von Geldwirtschaft und Marktsystem gegenüber. Diese Veränderungen überlasteten das politische und soziale System von Choson, das im 19. Jahrhundert auseinanderzubrechen begann. Das 1784 von China aus eingeführte Christentum, das nach 1836 von französischen katholischen Missionaren aus dem Untergrund verbreitet wurde, setzte die einheimischen Institutionen und Werte weiter unter Druck. 1864 versuchte eine neue politische Bewegung, diesen Herausforderungen zu begegnen: Taewongun, der Vater des noch minderjährigen Königs Kojong, übernahm die Macht, verbot das Christentum und schlug die militärischen Angriffe Frankreichs (1866) und der Vereinigten Staaten (1871) zurück. Gleichzeitig versuchte er, die Korruption zu beseitigen und das Ansehen des Staates zu verbessern. Die politischen Reaktionen, die durch seine Reformen hervorgerufen wurden, führten jedoch zum Sturz von Taewongun. 1876 zwangen die Japaner Korea, diplomatische Beziehungen zu Japan aufzunehmen, und beeinträchtigten so die traditionellen Bindungen Koreas gegenüber China. Dieses bemühte sich nun, den japanischen Einfluss zu neutralisieren, indem es die Beziehungen Koreas zu westlichen Ländern förderte. Den Anfang machte das koreanisch-amerikanische Abkommen von 1882. In den folgenden Jahren wurden in Korea verstärkt Bemühungen unternommen, das Land zu modernisieren, die jedoch durch den fortwährenden Einfluss der ausländischen Mächte zunichtegemacht wurden. Japans Siege über China (1895) und Russland (1905) führten 1910 zur formellen Annexion Chosons durch Japan.

4

Japanische Herrschaft (1910-1945)

Die Kontrolle Koreas durch Japan begann mit dem Protektoratsabkommen von 1905, das dem Land nach dem Japanisch-Russischen Krieg aufgezwungen wurde. Gemäß dieses Abkommens kontrollierte Japan die koreanische Außenpolitik und letzten Endes Polizei und Militär, Währung und Bankwesen, Kommunikationswesen und alle anderen wichtigen Funktionen. Die Koreaner, angefangen von König Kojong bis hin zu Guerillakämpfern, wehrten sich heftig gegen diese Veränderungen. Die formelle Annexion erfolgte, als man feststellte, dass sich die Koreaner niemals mit nomineller Souveränität unter tatsächlicher japanischer Kontrolle abfinden würden. Zwischen 1910 und 1918 festigte Japan seine Macht durch Säuberungsaktionen unter den Nationalisten. Japan übernahm zudem die Kontrolle über das System der Landverteilung und erzwang tief greifende verwaltungstechnische Änderungen. 1919 führten diese Maßnahmen – ebenso wie das nach dem 1. Weltkrieg aufgekommene Bedürfnis nach nationaler Selbstbestimmung – zu einer Bewegung, die heute als Bewegung des Ersten März bekannt ist. Millionen Koreaner demonstrierten friedlich für Unabhängigkeit, aber die Unterstützung aus dem Ausland war gering, die japanische Macht groß, und so wurde die Bewegung brutal niedergeschlagen. In den folgenden Jahren strafften die Japaner ihre Kontrolle, sie unterdrückten nationalistische Bewegungen der politischen Linken und unterstützten die rechtsgerichteten Bewegungen. Die auf Assimilation ausgerichteten Bemühungen führten teilweise zu solch drakonischen Maßnahmen wie dem Verbot der koreanischen Sprache und sogar koreanischer Familiennamen. All diese Maßnahmen wurden erst mit der japanischen Niederlage im 2. Weltkrieg beendet.

5

Teilung des Landes nach dem 2. Weltkrieg

Kurz vor Ende des Krieges in der Pazifikregion hatten die Vereinigten Staaten und die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) nach der Kapitulation der Japaner vereinbart, Korea am 38. Breitengrad zu teilen. Beide Mächte nutzten ihre Anwesenheit, um ihnen wohlgesonnene Regierungen zu fördern. Die UdSSR unterdrückte die gemäßigten Nationalisten im Norden und unterstützte Kim Il Sung, einen Kommunisten, der Anführer von antijapanischen Guerillagruppen in der Mandschurei gewesen war. Im Süden gab es eine einflussreiche linke Bewegung, der verschiedene Gruppierungen rechter Nationalisten gegenüberstanden. Die Vereinigten Staaten waren nicht in der Lage, einen gemäßigten Kandidaten zu finden, der beiden Seiten genehm war. So entschied man sich schließlich für Syngan Rhee, einen Nationalisten, der gegen die Japaner Widerstand geleistet hatte und in den Vereinigten Staaten im Exil gelebt hatte. Alle Koreaner glaubten an die Wiedervereinigung, aber in der aufkommenden Atmosphäre des Kalten Krieges scheiterten die amerikanisch-sowjetischen Konferenzen über die Vereinigung (1946, 1947) an gegenseitigem Misstrauen. 1947 begannen beide Mächte, eigene Regierungen aufzubauen. Die von den Amerikanern unterstützten und von den Vereinten Nationen beobachteten Wahlen von 1948 führten im August 1948 zur Gründung der Republik Korea. Der Norden folgte im September 1948 und errichtete die Demokratische Volksrepublik Korea. Am 25. Juni 1950 überschritten nordkoreanische Truppen den 38. Breitengrad und griffen den Süden an. Damit begann der Koreakrieg.

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