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Synagoge

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La-Ghriba-Synagoge auf DjerbaLa-Ghriba-Synagoge auf Djerba
Artikelgliederung
1

Einleitung

Synagoge (griechisch: Versammlung; hebräisch Bet ha-knesset), jüdisches Gemeinde-, Gebets- und Versammlungshaus, das auch zum Studium der Thora dient. Die Juden in Mittel- und Osteuropa bezeichneten die Synagoge als shul (jiddisch: Schule), und die reformierten Juden (siehe Reformjudentum) nennen sie auch Tempel.

2

Architektur

Es gibt zwar keine einheitlichen architektonischen Vorschriften für den Bau von Synagogen, jedoch weist jede Synagoge bestimmte Elemente auf. Der Thoraschrein, in dem die Thorarollen aufbewahrt werden (die fünf Bücher Mose, die in hebräischer Sprache in alten Schriftzeichen auf Pergament geschrieben sind), befindet sich an der Ostwand, die nach Jerusalem gerichtet ist. Vor dem Thoraschrein brennt das Ewige Licht (Ner tamid), daneben steht ein achtarmiger Leuchter, die Chanukka. Auf einem erhöhten Bereich (Bima) steht ein großer Tisch, der zum Vorlesen aus der Thora dient. Von einem kleinen Pult aus leitet der Rabbiner den Gottesdienst. Die Tradition schreibt zwar vor, dass Männer und Frauen voneinander getrennt sitzen sollen, jedoch wird dieser Brauch in reformierten und konservativen Synagogen nicht streng eingehalten. In orthodoxen Synagogen gibt es zu diesem Zweck eine Empore oder aber einen durch Gitter bzw. Vorhänge abgetrennten Raum. Ein steinerner Ehrensessel, Lehrstuhl des Moses, befindet sich oftmals an der Rückseite der Synagoge. Obwohl die jüdische Religion ein Bilderverbot enthält, sind die Fußböden häufig mit Mosaiken verziert. Neben zahlreichen Vorhängen, rituellen Möbeln (Beschneidungsstuhl) und Kultgegenständen gehört zur Ausstattung ferner ein siebenarmiger Leuchter, die Menora. Nebengebäude der Synagoge sind meist eine Bibliothek und ein Badehaus, in dem rituelle Tauchbäder stattfinden (Mikwe). Bis ins 7. Jahrhundert überwog die dreischiffige Basilika mit einer Apsis (als Thoranische genutzt), später entstanden zweischiffige Synagogen, die ab dem 12. Jahrhundert in Deutschland zunächst von der Romanik, dann von der Gotik geprägt wurden. Synagogen im Barockstil entstanden ab dem 17. Jahrhundert vor allem in Italien, Frankreich und den Niederlanden. In Spanien (Mudéjarstil, 12.-14. Jahrhundert) und Polen (Festungs- und Holzsynagogen) wurden eigene Baustile geprägt. Besonders die polnischen Synagogen zeichnen sich durch eine reichhaltige, der Volkskunst entlehnte Innenausstattung aus. Im 19. Jahrhundert gewannen historisierende Bauten (häufig im maurischen Stil) die Oberhand, im 20. Jahrhundert wurden vor allem in den USA und in Israel zahlreiche moderne Synagogen gebaut. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland fast alle Synagogen zerstört, so z. B. die Neue Synagoge in Berlin (1857, zerstört 1943, 1988 wieder aufgebaut). Einige wurden wieder aufgebaut, so z. B. in Worms. Die Neue Synagoge in Darmstadt wurde 1988 eingeweiht, die Synagoge Ohel Jakob in München wurde 2006 eröffnet.

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Ursprünge

Das älteste archäologische Zeugnis, das Aufschluss über die Ursprünge der Synagoge gibt, ist eine ägyptische Inschrift aus dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Sie belegt, dass eine der wichtigsten Funktionen der Synagoge im Lehren bestand. Die ältesten bekannten Synagogen (in Masada und Herodium) in Palästina stammen aus dem 1. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung, aus der Zeit vor der Zerstörung des Tempels in Jerusalem. Bis zu seiner Zerstörung stand der Tempel im Mittelpunkt der jüdischen Religion. Danach übernahm die Synagoge seine Funktion, wobei ein großer Teil der Liturgie, selbst die Zeiten der Gebete und die Anzahl der Gottesdienste am Sabbat und an den Feiertagen, entsprechend den Ritualen und dem Rhythmus im Tempel festgelegt wurden. Seit den Anfängen ihres Bestehens diente die Synagoge auch als Gemeindezentrum und sogar als Herberge für Reisende.

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