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MetallarbeitenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Ursprünge der Metallarbeiten; Merkmale der Metallarbeiten; Techniken der Metallverarbeitung
Die Granulation ist eine Oberflächenverzierung, die für Schmuck eingesetzt wird und nur bei Gold- und Silberarbeiten möglich ist. Dabei werden Goldkügelchen auf Goldoberflächen gelötet. Die schönsten solcher Arbeiten wurden im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. von den Etruskern gefertigt. Die Kügelchen waren so winzig, dass die Oberfläche des Goldes wie ein Haarflaum wirkte. Filigranarbeiten kann man sowohl aus Gold wie auch aus Silber herstellen. Mit winzigen Kabeln, die aus zwei- oder dreifädigen, gezwirnten oder geflochtenen Gold- oder Silberdrähten bestehen, werden Durchbruchmuster erzielt. Im 16. und 17. Jahrhundert waren Filigranarbeiten bei der Verzierung von Vasen und Trinkgefäßen besonders in Italien und Deutschland beliebt. Das gleiche gilt für Arbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts aus Südamerika. In den russischen und skandinavischen Ländern wird Filigran nach wie vor als ländliches Handwerk betrieben und bei der Herstellung von Kästchen, Spiegelschränken und bäuerlichem Schmuck eingesetzt. Diese Arbeiten sind zerbrechlich und müssen deshalb meist mit Stützmaterial versehen werden. Ähnliche Effekte mit durchbrochen gearbeiteten Metallbändern werden als ajouré bezeichnet und meist zur Verzierung von Haussilber und Schmuckstücken benutzt. Dabei werden Muster in das Metall geschnitten oder gebohrt. Am beliebtesten war ajouré vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Umgekehrt können gehobene Muster dadurch erzeugt werden, dass man kleine Gussstücke oder ausgeschnittene Motive auf eine flache Oberfläche lötet; das ist eine Ziertechnik, die bereits über 4 000 Jahre hinweg eingesetzt wurde.
Seit über vier Jahrtausenden hat es in jeder Kultur schmückende Metallarbeiten gegeben, die mit anderen Materialien kombiniert werden. Dazu gehören Edelsteine und Halbedelsteine, Glasuren, seltene Hölzer, Elfenbein, Jade und Bernstein sowie Niello (ein schwärzlicher Überzug auf Silber aus Blei, Schwefel oder Salmiak). In der Antike wurden feierliche Einrichtungsgegenstände ebenso verziert wie der persönliche Schmuck und Kultutensilien.
Betrachtet man die Verwendung von Metallen in der Kunst, so muss man berücksichtigen, dass es erst seit der industriellen Revolution eine deutliche Unterscheidung zwischen maschinell hergestellten Gebrauchsgegenständen und handgearbeiteten Ziergegenständen gibt. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde notwendigerweise alles von Hand hergestellt. Auch die Gebrauchsgegenstände, die eigentlich nur nützlichen Zwecken dienen sollten, waren fast immer so geformt und verziert, dass sie eine ästhetische Wirkung hatten.
Man kann Goldstaub und kleine Goldklumpen (siehe Gold) in vielen Teilen der Welt entweder an der Erdoberfläche oder in Bächen und seichten Flüssen finden. Seit frühen Zeiten ist es wegen seiner Schönheit und Weichheit zur Herstellung von Kultgegenständen von Interesse.
Die ältesten Gegenstände aus Gold waren Kügelchen, die man in Gräbern im antiken Ägypten gefunden hat und die möglicherweise aus einer Zeit vor dem 6. Jahrtausend v. Chr. stammen. In den ägyptischen Wüstengebieten zwischen dem landwirtschaftlich genutzten Land am Ostufer des Nils und dem Roten Meer gab es ebenso wie in Nubien südlich von Ägypten reichlich Gold. Durch die Ausgrabung vieler Ruinenstädte in den letzten 200 Jahren hat sich ein umfassendes Bild von den antiken ägyptischen Goldarbeiten dieser 4 000 Jahre währenden Kultur ergeben. Im alten Reich (ca. 2755 bis 2255 v. Chr.) war der Besitz von Gold den Pharaonen, in späterer Zeit dem Adel und dem Priestertum vorbehalten. Gold wurde für Kopfschmuck, Kolliers und Brustschmuck, Ringe, Ohrringe und Armbänder, für besondere Einrichtungsgegenstände und auch als Zehen- und Fingerschutz und Festbekleidung verwendet. Gold wurde auch für die Insignien königlicher Macht, wie den Dreschflegel, das Zepter, den Thron, für Trinkbecher und bei der Verzierung von persönlichen Waffen verwendet. Der massive Goldsarg (um 1360 v. Chr., Ägyptisches Museum in Kairo), der 1922 im Grab des Pharaos Tutanchamun entdeckt wurde und 1 128,5 Kilogramm wiegt, zeugt von den bedeutenden Mengen Gold, die zur Zeit der 18. Dynastie den Goldschmieden des Königs zur Verfügung standen. Die Römer, die im 1. Jahrhundert v. Chr. mit dem Ägyptischen Reich während der Herrschaft von Kleopatra politische und wirtschaftliche Beziehungen hatten, bestaunten den Goldreichtum der Königin. In der ägyptischen Stadt Alexandria wurden viele goldene Utensilien und Verzierungen sowie ein Übermaß von Luxusgütern aus Gold für den gesamten Mittelmeerraum hergestellt. Als Ägypten nach dem Einmarsch von Caesar 43 v. Chr. römische Provinz wurde, brachten wandernde Handwerker die Goldschmiedekunst und verwandte Fertigkeiten nach Rom und Pompeji. Der Gebrauch von Gold in den antiken mesopotamischen Kulturen von Sumer, Babylon, Assyrien und später Syrien, in Persien, in Anatolien und Griechenland verlief parallel zur großen ägyptischen Goldschmiedekunst, wenn auch jede Kultur ihre eigenen künstlerischen Traditionen besaß. Bedeutend war die Goldschmiedekunst der minoischen Kultur (siehe Kreta), während der Schmuckstücke in feinster Filigran- und Granulationstechnik entstanden. Bei den Etruskern erreichte die Goldschmiedekunst im 7. Jahrhundert v. Chr. ihren Höhepunkt. Auch die Häuptlinge skythischer Nomadenstämme, die durch Gebiete zogen, die sich vom unteren Donaubecken in Europa bis nach Kasachstan in Kleinasien erstreckten, besaßen Gold, das sie durch ihre ausgedehnten Handelsbeziehungen erwarben und zu Halsringen und persönlichen Gebrauchsgegenständen wie Trinkschalen und Dolchen auf hohem Niveau verarbeiteten.
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