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MetallarbeitenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Ursprünge der Metallarbeiten; Merkmale der Metallarbeiten; Techniken der Metallverarbeitung
Die zielgerichtete Gewinnung von Silber aus Blei wurde offenbar gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. beherrscht. In den Königsgräbern in Ur wurden Silbergegenstände gefunden, die unterschiedliche Anteile an Blei enthielten und mit denselben Techniken gefertigt wurden, die auch für Gold und Kupfer eingesetzt worden waren. In der sumerischen und den späteren Kulturen des Nahen Ostens war Silber denselben Zwecken und Klassen vorbehalten wie Gold. Im 2. Jahrtausend jedoch wiesen Tempelpriester das Silber den Kaufleuten zu, um es im Ausland gegen große Mengen Kupfer zu tauschen; kleine Silberstücke eines bestimmten Gewichts bekamen einen festgelegten Wert zugewiesen. Am Ende dieser Entwicklung stand das Münzwesen. Bis in die späte Römische Republik (bis 27 v. Chr.), als die großen in Rom verfügbaren Mengen an Silber das Metall zum Tauschmittel für Handel und als Zeugnis von Reichtum machten, war der Gebrauch von Silber beschränkt. Der Besitz von Bechern, Löffeln, Weinkelchen und sogar Tischen und Badewannen in massivem Silber, die oft kunstvoll mit Repoussé- und Gussdekorationen versehen waren, war nur gesellschaftlich privilegierten Schichten im Römischen Reich, aber auch wohlhabenden ehemalige Sklaven möglich.
Obwohl Silber im frühen europäischen Mittelalter knapp war, prägten viele Königreiche und Fürstentümer Silbermünzen als Währung. Für die Kirchen waren Silberkelche, silberne Bibeleinbände und anderes liturgisches Gerät vorhanden. Das meiste neue Silber stammte aus den Silberminen in Österreich und Deutschland. Nach 1550 kam Silber aus spanischen Minen Südamerikas hinzu. Das einfache Bürgertum besaß bescheidene Gegenstände wie Silberlöffel oder hölzerne Trinkschalen mit Silberrand. Die wohlhabenderen Schichten brachten ihren Reichtum durch den Besitz und die Zurschaustellung von silbernen Salzfässern, Serviergeschirr, Tellern, Bechern und Tassen zum Ausdruck. Bis ins 17. Jahrhundert hatte sich der Begriff des Tafelsilbers in Europa gefestigt. Ende des 17. Jahrhunderts waren silberne Lampenständer, silberne Möbel bis hin zu Orangenbaumkübeln kurze Zeit so beliebt, dass das Silber knapp wurde. Daraufhin wurde der Gebrauch von Silber allgemein auf Ess- und Trinkutensilien beschränkt. Im 19. Jahrhundert wurden silberne Serviergegenstände wie Terrinen, Tee- und Kaffeeservice, Kerzenhalter und Tafelaufsätze modern. Heute werden diese Gegenstände oft aus Silberersatz wie Niederlegierungen („Hotelsilber”), aus versilberten Kupfer-Zinn-Nickel-Legierungen („Alpaka”) oder aus rostfreiem Stahl gefertigt, da ein großer Teil des abgebauten Silbers in der Industrie verbraucht wird. Eine wachsende Zahl von Silberschmieden fertigt bis heute sakrale und weltliche Gegenstände aus Silber.
Im Fernen Osten, während der Tang-Dynastie in China und später im 16. Jahrhundert, wurden Handelsgüter gegen europäische Silberbarren oder Münzen verkauft. Dieser Gewinn an Edelmetall wurde gut genutzt. Silberbecher, Schalen und Geschirr der Tang-Dynastie wurden mit eingravierten Goldblattmustern von außergewöhnlicher Schönheit verarbeitet.
Die Herstellung von Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn, war um 1500 v. Chr. auf dem ganzen europäischen Festland verbreitet. Kleine Mengen einfacher Bronze, die man in frühen sumerischen Gräbern gefunden hat, resultieren wahrscheinlich aus dem Schmelzen natürlich gemischter Erze. Zinn- und Kupfererze gab es in Europa jedoch reichlich. Die Archäologen sind sich darüber einig, dass gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr., obwohl das Schmelzen von Kupfer durch Beziehungen zum Nahen Osten weit verbreitet war, Zinn- und Kupfererze zusammengeschmolzen wurden, um das zu erzeugen, was als eine höhere Form des Kupfers betrachtet wurde. Die neue Substanz Bronze war flüssiger, solange sie heiß war, und im abgekühlten Zustand härter. Man konnte Bronze leichter gießen als Kupfer und daraus bessere Werkzeuge und Waffen herstellen. Bald kam eine Verbesserung der Mischmethode auf, bei der Zinn und Kupfer erst getrennt geschmolzen und dann in bestimmten Verhältnissen zusammengeschmolzen wurden. Das Zinn gelangte durch europäische Händler nach Osten.
Sowohl in Europa als auch im Nahen Osten wurde Bronze hauptsächlich für Waffen und Schneidewerkzeuge wie Schwerter, Speere, Pfeilspitzen, Schilder und Beile benutzt. Doch wurden auch Schalen und große Kessel aus Bronze hergestellt. Im 1. Jahrtausend wurde Bronze in Griechenland und später in Rom besonders hoch geschätzt, um kostbare und elegante Einrichtungsgegenstände wie Dreifüße, Bett- und Tischrahmen, Öllampen und hohe Lampenständer herzustellen, die oft mit vorstehenden Tier- und Blattapplikationen verziert waren.
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